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Ingenieurfragebogen:
Berufsbezeichnung:
Position:

Name:
Alter:
Wohnort:

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Branche:
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Arbeitsort:
Flugzeugführer, Dipl. Ing. (FH)
Flugkapitän

Claus Cordes
47 Jahre


Lufthansa Cargo AG
Luftverkehr
5000
Frankfurt
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
als Flugzeugführer: Kapitän auf MD 11 Frachtflugzeugen im weltweiten Streckennetz der Lufthansa Cargo AG, Gewährleistung einer sicheren, pünktlichen und wirtschaftlichen Flugdurchführung, desgleichen auf dem eher regionalen Streckennetz als Kapitän des Traditionsflugzeuges der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung Junkers JU 52 „Berlin – Tempelhof“
als Dipl. Ing.: Wahrnehmung von Lehraufträgen an mehreren deutschen Hochschulen und einer Gastprofessur in Tashkent/Usbekistan, Begleitung von Entwicklungs- und Forschungsaufgaben auf dem Gebiet der Flugführung / Flugsteuerung
Ich bemühe mich stets darum, meine Erfahrung als Flugzeugführer und mein Wissen als Ingenieur zu kombinieren, um praxisnahe Lösungen anzuregen oder voranzutreiben und Ingenieurstudenten auf die Wichtigkeit der interdisziplinären Arbeit hinzuweisen.

Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
als Flugkapitän( sehr wechselnd wegen unterschiedlichster Zeitenlagen): Dienstbeginn mit der Einsatzbesprechung 90 Minuten vor der geplanten Startzeit, Vertrautmachen mit den tagesaktuellen Besonderheiten der Flugstrecke, der Beladung und der Wetterlage. Festlegen der Betankungsmenge und - eventuell daraus resultierend - der maximalen Zuladung für den Flug. Vorbereiten des Flugzeuges, Durchführung des Fluges und Nacharbeiten sowie Meldung von Besonderheiten und Abzeichnung aller Unterlagen wie Logbuch und technischem Bordbericht. Anpassung der persönlichen Ruhezeiten an Dienstzeit und Zeitzone, Ausdauersport zur Erhaltung der körperlichen Tauglichkeit
Als Lehrbeauftragter: Vorbereitung der Vorlesungen meist in den Pausenzeiten während eines Streckeneinsatzes, Terminabsprache, Anreise zum Veranstaltungsort, Abhalten der Vorlesung. Unterwegs auch häufig Beantwortung von E-Mails der Studenten, Hilfe bei der Vermittlung von Praktika oder sonstigen Kontakten.
Bei der Begleitung von Forschungsprojekten: Mithilfe bei der Definition von Aufgaben, Erstellung von Versuchsprogrammen, Durchführung der Versuche und Erstellung der Berichte.

Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Ich gehöre zu der Gruppe, die damit betraut ist, eine Lockheed L 1649 „Super Star“, DEM Verkehrsflugzeug der 50er Jahre, wieder flugfähig zu machen und im Namen und Auftrag der Deutschen Lufthansa wieder zu fliegen.

Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Ich bin in der glücklichen Lage, mit dem Projekt „Super Star“ genau das tun zu dürfen!!!

Wie viel Prozent (Summe = 100%) Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 40 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung):
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung:
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 60 % (Fliegen)

Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Als Flugzeugführer befinde ich mich ganz überwiegend im Ausland. Englisch ist ein absolutes MUSS, andere Sprachkenntnisse dienen mehr der zwischenmenschlichen Verständigung.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Deutschland und deutsche Qualität genießen in der Welt ein hohes Ansehen. Man ist auch bereit, für Qualität einen höheren Preis zu zahlen. Deutschland kann aber nur erfolgreich sein, wenn Waren und Dienstleistungen qualitativ führend sind und wenn die Deutschen ihre im Ausland bisweilen sprichwörtliche Zuverlässigkeit immer und an jedem Ort unter Beweis stellen.

Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Telefon / Handy: 10 %
b) Fax: 5 %
c) E-Mail: 30 %
d) Internet: 25 %
e) Intranet: 5 %
f) Zeitschriften / Kataloge: 10 %
g) Fachbücher: 15 %

Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium: 25 %
b) privat angeeignetes Wissen: 15 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 30 %

An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg.

Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Physik, Mathematik und Geschichte.

Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Nachdem ich zunächst schon als Schüler immer Ingenieur werden wollte, schlug ich nach der Bundeswehrzeit zunächst die Flugzeugführerlaufbahn ein. Nach einigen Jahren im Beruf wollte ich mehr wissen und habe ein Flugzeugbaustudium neben dem Beruf abgeschlossen.

Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Im Beruf hatte ich Gott sei Dank nie Schwierigkeiten, während des Studiums musste ich mir durch berufsbedingte Abwesenheit vieles selbst beibringen. Das war zeitweise entmutigend und sehr anstrengend.

Was sind Ihre Hobbys?
Segelfliegen und die Erhaltung meines 72 Jahre alten Doppeldeckerflugzeuges. Dann noch die Geschichte der Hanse und die deutsche Geschichte allgemein.

Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Lebensmittelbeschaffung, Errichtung eines Ruheortes, Lagebeurteilung. Positionsbestimmung und Entscheidung, ob Nachrichtenmittel oder Bau eines Bootes mehr Erfolg versprechen, bei dem Versuch, die Insel wieder zu verlassen.

Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Die Erschaffung von Transportmitteln, um große Entfernungen sicher zu überwinden.

Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Sich frühzeitig mit den Naturwissenschaften zu befassen, um ein solides Grundwissen zu erlangen. Die Geisteswissenschaften nicht zu vernachlässigen, um eine gute Allgemeinbildung zu erzielen und sich sittlich zu bilden. Sich ein Hobby und eine Sportart auszusuchen, um „spielerisch“ das Hinarbeiten auf Ziele zu verinnerlichen. Sich für Politik zu interessieren, um als Bürger die erreichten Bürgerrechte zu erkennen und entschlossen zu verteidigen!!! Frühzeitig Verantwortung übernehmen. Und – nicht zu vergessen - die Welt braucht auch Querköpfe!
Immer locker bleiben und sich auch mal ausruhen!
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