Ingenieurfragebogen:
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In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Definition von Flugversuchen, Auswertung und Zusammenfassung aller gesammelten Daten nach dem Flugversuch im Hinblick auf die Zulassungsparagraphen. Ich bearbeite dabei hauptsächlich Systeme und Avionik.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Je nach Projektfortschritt sieht mein Arbeitstag unterschiedlich aus. So setzt er sich meist aus Folgendem zusammen: Verfassen eines Flugversuchsauftrages unter Absprache mit der Entwicklung und den Piloten. Ziel ist, ein entwickeltes System im Hubschrauber auf alle möglichen bislang unentdeckten Fehler zu überprüfen und die Zulassung zu erlangen. Wurde ein Flugversuch von den Piloten durchgeführt, erstelle ich ein Dokument, welches die Daten und Flugberichte zusammenfasst und letztendlich Grundlage für die Zulassung der einzelnen Komponenten im Hubschrauber ist. Danach erfolgt noch das Erstellen der Zulassungspapiere. Die Versuche werden in der Regel von den Piloten und dem Flugversuchsingenieur durchgeführt, allerdings ist man auch oft beim Flugversuch dabei, um den nötigen Einblick in die Testkampagne zu erlangen und die Berichte später verfassen zu können.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
In der Abteilung Basiselektrik habe ich diverse Kleinthemen betreut, welche an dieser Stelle nicht nennenswert sind. Mein erstes großes Thema war die Betreuung von einer elektrischen Einheit, die den Strom von den Generatoren im Hubschrauber aufteilt. Hauptaufgabe bestand darin, Problemlösungen bei fehlerhaften Boxen in Kundenmaschinen sowie in Maschinen innerhalb der Fertigung durchzuführen und mit Hilfe des Zulieferers durch ein Re-Design, falls nötig, zu beheben.
Meine größte Herausforderung finde ich in meiner derzeitigen Abteilung, da ich die alleinige Aufgabe erhalten habe ein Großprojekt im Flugversuch zuzulassen (das Thema darf derzeit nicht veröffentlicht werden). Gerade diese Komplexität stellt einem große Herausforderungen. Des Weiteren gibt mir das die Möglichkeit umfassende Systeme kennenzulernen.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Oh schwierig!!! Vielleicht ein „umweltfreundliches Triebwerk“. Eine neue Art der Schuberzeugung wäre eine echte Innovation.
Wie viel Prozent (Summe = 100%) Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 60 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 20 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 20 %
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Kunden: nein. In der Tätigkeit als Entwickler (die ich zwei Jahre im Bereich Basis-Elektrik ziviler Hubschrauber ausübte) hatte ich viel mit den Zulieferern in Frankreich und Eurocopter Frankreich zu tun. Nun im Flugversuch bin ich bei gemeinsamen Themen nur noch während der Flugversuchsphase in Frankreich. Allerdings hat Englisch immer den gleichen hohen Stellenwert (unerlässlich), denn alle Dokumente sind und werden in Englisch geschrieben und sobald jemand im Meeting eine andere Sprache spricht, wird auf Englisch gewechselt. Französisch ist nicht unbedingt erforderlich, allerdings hilft es, da in Frankreich manchmal nicht so bereitwillig auf Englisch umgestellt wird und man so mehr versteht.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Ich denke die Globalisierung macht dem Gütesiegel besonders in großen und begehrten Bereichen der Technik schwer zu schaffen. Zum einen, weil es genügend andere Länder gibt, die sich diesen Bereichen mit Hochdruck annehmen und oft durch ihre Politik mehr Unterstützung bekommen. Zum anderen gibt es gerade in Europa immer mehr Firmen, die miteinander verschmelzen und damit auch ähnliche Arbeitsweisen beziehungsweise „Gütesiegel“. Auch hier ist es oft schwer, die Qualitätsansprüche durchzusetzen.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Telefon / Handy: 40 %
b) Fax: 0 %
c) E-Mail: 40 %
d) Internet: 3 %
e) Intranet: 15 %
f) Zeitschriften / Kataloge: 0 %
g) Fachbücher: 2 %
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium : 30 %
b) privat angeeignetes Wissen: 10 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 30 %
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Fachhochschule München, Fahrzeugtechnik / Schwerpunkt: Luft-/Raumfahrt
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Mathematik, Physik, Erdkunde, technisches Zeichnen
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Anfangs wollte ich nie studieren. Nach meiner Lehre als Bootsbauer (1999) musste ich umlernen, da ich die Lacke und ähnliche Stoffe nicht vertrug. Bei der Berufsfeuerwehr und als Fluglotse wurde ich nicht genommen. Ich hatte weitere zwei Dinge, die mich stets begeisterten, wenn ich sie sah: Schiffe und Flugzeuge sowie Helikopter. Somit kam ich auf den Gedanken Luftfahrttechnik zu studieren. Allerdings war für mich klar, dass ich es schaffen muss, in der Luftfahrtbranche tätig zu sein und die Verbindung zum Objekt zu haben. Hierfür musste ich noch die BOS (ein Jahr) für die gebundene Fachhochschulreife erwerben (1999-2000). Danach fing ich an zu studieren (2000-2005).
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Im Studium hatte ich so meine Probleme mit den Prüfungen, da ich kein Prüfungstyp bin. Im Beruf habe ich dann erstmal mit Englisch gekämpft, da ich sprachlich nicht der beste war und nach meiner Realschule nur ein Jahr Englisch während der BOS hatte. Also neun von zehn Jahren ohne Englisch. Eigentlich nicht akzeptabel, dass im Studium so gar nichts in dieser Hinsicht gefordert wird. Technisch war mein beruflicher Start nicht so schwierig, da ich bei Airbus im Wartungsprogramm anfing und dies kaum etwas mit Technik zu tun hatte – mehr administrativ. Die technischen Herausforderungen im Beruf kamen schrittweise mit der Elektrotechnik und jetzt im Flugversuch mit den Lastdiagrammen, Triebwerksleistung sowie anderen flugrelevanten Berechnungen.
Was sind Ihre Hobbys?
Turniertanzen, Feuerwehr, Fliegenfischen, Segeln und Klettern.
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Ich schätze die Lage ein: Wie gefährlich ist es hier, leben andere hier, wie bekomme ich etwas zu essen? Danach kann man darüber nachdenken, wie man wegkommt oder die Zeit dort genießen.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Schwer zu sagen. Ob es die Erkenntnis des Gleitfluges ist, die den Durchbruch der Fliegerei bewirkte, der Brückenbau oder jede so unscheinbar wirkende „kleine“ Erfindung.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Man sollte sich vorher klar machen, in welchen Branchen man später tätig sein will. Danach sollte man sich die Uni/FH und den Studiengang aussuchen. Denn diesbezüglich gibt es schon große Unterschiede. Im beruflichen Einstieg ist es heute üblich als Leiharbeiter anzufangen, was nicht verkehrt ist. Plädiert man dann aber auf einen direkten Einstieg bei der Firma, so wird man oft hingehalten, da einen die Firma bereits unter Vertrag hat (wenn auch nur indirekt). Hierbei gilt, dass ein Wechsel oft Wunder bewirkt – habe ich selbst erlebt.
Definition von Flugversuchen, Auswertung und Zusammenfassung aller gesammelten Daten nach dem Flugversuch im Hinblick auf die Zulassungsparagraphen. Ich bearbeite dabei hauptsächlich Systeme und Avionik.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Je nach Projektfortschritt sieht mein Arbeitstag unterschiedlich aus. So setzt er sich meist aus Folgendem zusammen: Verfassen eines Flugversuchsauftrages unter Absprache mit der Entwicklung und den Piloten. Ziel ist, ein entwickeltes System im Hubschrauber auf alle möglichen bislang unentdeckten Fehler zu überprüfen und die Zulassung zu erlangen. Wurde ein Flugversuch von den Piloten durchgeführt, erstelle ich ein Dokument, welches die Daten und Flugberichte zusammenfasst und letztendlich Grundlage für die Zulassung der einzelnen Komponenten im Hubschrauber ist. Danach erfolgt noch das Erstellen der Zulassungspapiere. Die Versuche werden in der Regel von den Piloten und dem Flugversuchsingenieur durchgeführt, allerdings ist man auch oft beim Flugversuch dabei, um den nötigen Einblick in die Testkampagne zu erlangen und die Berichte später verfassen zu können.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
In der Abteilung Basiselektrik habe ich diverse Kleinthemen betreut, welche an dieser Stelle nicht nennenswert sind. Mein erstes großes Thema war die Betreuung von einer elektrischen Einheit, die den Strom von den Generatoren im Hubschrauber aufteilt. Hauptaufgabe bestand darin, Problemlösungen bei fehlerhaften Boxen in Kundenmaschinen sowie in Maschinen innerhalb der Fertigung durchzuführen und mit Hilfe des Zulieferers durch ein Re-Design, falls nötig, zu beheben.
Meine größte Herausforderung finde ich in meiner derzeitigen Abteilung, da ich die alleinige Aufgabe erhalten habe ein Großprojekt im Flugversuch zuzulassen (das Thema darf derzeit nicht veröffentlicht werden). Gerade diese Komplexität stellt einem große Herausforderungen. Des Weiteren gibt mir das die Möglichkeit umfassende Systeme kennenzulernen.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Oh schwierig!!! Vielleicht ein „umweltfreundliches Triebwerk“. Eine neue Art der Schuberzeugung wäre eine echte Innovation.
Wie viel Prozent (Summe = 100%) Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 60 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 20 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 20 %
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Kunden: nein. In der Tätigkeit als Entwickler (die ich zwei Jahre im Bereich Basis-Elektrik ziviler Hubschrauber ausübte) hatte ich viel mit den Zulieferern in Frankreich und Eurocopter Frankreich zu tun. Nun im Flugversuch bin ich bei gemeinsamen Themen nur noch während der Flugversuchsphase in Frankreich. Allerdings hat Englisch immer den gleichen hohen Stellenwert (unerlässlich), denn alle Dokumente sind und werden in Englisch geschrieben und sobald jemand im Meeting eine andere Sprache spricht, wird auf Englisch gewechselt. Französisch ist nicht unbedingt erforderlich, allerdings hilft es, da in Frankreich manchmal nicht so bereitwillig auf Englisch umgestellt wird und man so mehr versteht.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Ich denke die Globalisierung macht dem Gütesiegel besonders in großen und begehrten Bereichen der Technik schwer zu schaffen. Zum einen, weil es genügend andere Länder gibt, die sich diesen Bereichen mit Hochdruck annehmen und oft durch ihre Politik mehr Unterstützung bekommen. Zum anderen gibt es gerade in Europa immer mehr Firmen, die miteinander verschmelzen und damit auch ähnliche Arbeitsweisen beziehungsweise „Gütesiegel“. Auch hier ist es oft schwer, die Qualitätsansprüche durchzusetzen.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Telefon / Handy: 40 %
b) Fax: 0 %
c) E-Mail: 40 %
d) Internet: 3 %
e) Intranet: 15 %
f) Zeitschriften / Kataloge: 0 %
g) Fachbücher: 2 %
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium : 30 %
b) privat angeeignetes Wissen: 10 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 30 %
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Fachhochschule München, Fahrzeugtechnik / Schwerpunkt: Luft-/Raumfahrt
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Mathematik, Physik, Erdkunde, technisches Zeichnen
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Anfangs wollte ich nie studieren. Nach meiner Lehre als Bootsbauer (1999) musste ich umlernen, da ich die Lacke und ähnliche Stoffe nicht vertrug. Bei der Berufsfeuerwehr und als Fluglotse wurde ich nicht genommen. Ich hatte weitere zwei Dinge, die mich stets begeisterten, wenn ich sie sah: Schiffe und Flugzeuge sowie Helikopter. Somit kam ich auf den Gedanken Luftfahrttechnik zu studieren. Allerdings war für mich klar, dass ich es schaffen muss, in der Luftfahrtbranche tätig zu sein und die Verbindung zum Objekt zu haben. Hierfür musste ich noch die BOS (ein Jahr) für die gebundene Fachhochschulreife erwerben (1999-2000). Danach fing ich an zu studieren (2000-2005).
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Im Studium hatte ich so meine Probleme mit den Prüfungen, da ich kein Prüfungstyp bin. Im Beruf habe ich dann erstmal mit Englisch gekämpft, da ich sprachlich nicht der beste war und nach meiner Realschule nur ein Jahr Englisch während der BOS hatte. Also neun von zehn Jahren ohne Englisch. Eigentlich nicht akzeptabel, dass im Studium so gar nichts in dieser Hinsicht gefordert wird. Technisch war mein beruflicher Start nicht so schwierig, da ich bei Airbus im Wartungsprogramm anfing und dies kaum etwas mit Technik zu tun hatte – mehr administrativ. Die technischen Herausforderungen im Beruf kamen schrittweise mit der Elektrotechnik und jetzt im Flugversuch mit den Lastdiagrammen, Triebwerksleistung sowie anderen flugrelevanten Berechnungen.
Was sind Ihre Hobbys?
Turniertanzen, Feuerwehr, Fliegenfischen, Segeln und Klettern.
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Ich schätze die Lage ein: Wie gefährlich ist es hier, leben andere hier, wie bekomme ich etwas zu essen? Danach kann man darüber nachdenken, wie man wegkommt oder die Zeit dort genießen.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Schwer zu sagen. Ob es die Erkenntnis des Gleitfluges ist, die den Durchbruch der Fliegerei bewirkte, der Brückenbau oder jede so unscheinbar wirkende „kleine“ Erfindung.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Man sollte sich vorher klar machen, in welchen Branchen man später tätig sein will. Danach sollte man sich die Uni/FH und den Studiengang aussuchen. Denn diesbezüglich gibt es schon große Unterschiede. Im beruflichen Einstieg ist es heute üblich als Leiharbeiter anzufangen, was nicht verkehrt ist. Plädiert man dann aber auf einen direkten Einstieg bei der Firma, so wird man oft hingehalten, da einen die Firma bereits unter Vertrag hat (wenn auch nur indirekt). Hierbei gilt, dass ein Wechsel oft Wunder bewirkt – habe ich selbst erlebt.
