Ingenieurfragebogen:
Dr.-Ing. Martin Pusch (52) - Entwicklungsleiter
Martin Pusch ist Entwicklungsleiter bei der Otto Bock HealthCare GmbH in Duderstadt. Er ist zuständig für die Betreuung verschiedener Projektarbeitsgruppen, aber vor allem ist er auch selbst aktiver Entwickler. Außerdem findet man ihn auf Fachmessen als kompetenten Ansprechpartner, die die ausgestellten Entwicklungen erläutert.
Komplettes Interview
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Bereichsleitung und Technologietransfer.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Bürotage: Verschiedenste Treffen in unterschiedlichsten Arbeitsgruppen: Leitungskreise, Projektarbeitsgruppen; dazwischen Mails bearbeiten; Laborbesuche zum Miterleben der Arbeitsschritte oder für „vor Ort“ Diskussionen.
Messetage: Betreuung von interaktiven Messeexponaten.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Eine Berechnungsmethode gefunden zu haben, die ich seit acht Jahren für möglich hielt, aber jetzt erst nachweisen kann.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Bis dahin sind´s noch 15 Jahre, wenn das nur für ein Projekt reichte, wäre das ungewöhnlich. Ganz oben in der Liste der Ideen stehen gute Beinprothesen, die sich nicht als solche anfühlen, die optisch auch für ungeübte Geher so „schön laufen“ wie das natürliche Vorbild und die durch ihre Funktionalität einfach „nur“ einen normalen Alltag mit all seinen Überraschungen ermöglichen.
Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten):10 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 10%
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 70%
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 10%
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Die Zusammenarbeit besteht in Projektarbeit innerhalb der Firmengruppe, aber auch mit Partnern außerhalb derselben. Die Arbeit in Normungsgremien ist im Wesentlichen durch Zusammenarbeit mit anderen Herstellern gekennzeichnet. Auf Messen und Kongressen überwiegen Kundenkontakte. Technisches Englisch ist Voraussetzung.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Wir müssen unsere Produkte so gestalten, dass bislang nicht bediente Märkte spüren, dass die Ergebnisse für sie gemacht sind, aber die Qualität haben, die wir für uns selbst wünschen.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon / Handy: 5%
b) Fax: 0%
c) E-Mail: 50%
d) Internet: 10%
e) Intranet: 20%
f) Zeitschriften / Kataloge: 5%
g) Fachbücher: 10%
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 10%
b) privat angeeignetes Wissen: 20%
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30%
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 30%
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
FH Gießen-Friedberg.
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Die naturwissenschaftlichen – und Werken. Aber auch, unter anderem wegen des guten Lehrers, Deutsch, Sozial- und Wirtschaftskunde.
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung, Ingenieur zu werden?
In meinem Lehrberuf (Radio und Fernsehtechnik – sehr vielseitig und herausfordernd) reparierte ich Geräte, die den Alltag uninteressant machen, man wird passiv. Eine Plattform, solche Technik zum Helfen einzusetzen, bietet die Medizintechnik. Dazu musste ich damals studieren.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Studium: sollte schnell gehen, war aber zugleich umfangreich. Für das Studium nach der Ausbildung musste ich mich besonders an das „viele Lernen“ gewöhnen (dauerte ein halbes Jahr, ist aber zu schaffen).
Beruf: viele Ideen sind erforderlich, um die beste Lösung zu finden. Wenn sich aber viele Ideen auf verschiedene Gebiete verteilen, ist deren Förderung schwierig. Welche Idee, obwohl sie unrealistisch scheint, ist eine Verfolgung wert? Welche Lösung, obwohl logisch, sollte nicht weiterverfolgt werden? Viele Ideen haben kann sehr schwierig sein.
Was sind Ihre Hobbys?
Mein Beruf und seit neuestem Stereofotografie.
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Mit Hoffen und Beten sowie der Suche nach Zettel und Stift.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Auch wenn ich zitiere: Gutenbergs Buchdruckerkunst. Dadurch hatte Martin Luther „eine Chance“ und dadurch kam eine große Freiheit der Gedanken und Unabhängigkeit der Denkenden in Gang.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Das zu Lernende zu verstehen, um es anwenden zu können. Auswendiglernen lässt sich anwenden, wenn der Inhalt im Zitat hilft. Demgegenüber schafft Verstehen die Basis für das Übertragen des Verstandenen auf neue Fragestellungen – und Lösungen zu finden schafft Zufriedenheit.
Bereichsleitung und Technologietransfer.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Bürotage: Verschiedenste Treffen in unterschiedlichsten Arbeitsgruppen: Leitungskreise, Projektarbeitsgruppen; dazwischen Mails bearbeiten; Laborbesuche zum Miterleben der Arbeitsschritte oder für „vor Ort“ Diskussionen.
Messetage: Betreuung von interaktiven Messeexponaten.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Eine Berechnungsmethode gefunden zu haben, die ich seit acht Jahren für möglich hielt, aber jetzt erst nachweisen kann.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Bis dahin sind´s noch 15 Jahre, wenn das nur für ein Projekt reichte, wäre das ungewöhnlich. Ganz oben in der Liste der Ideen stehen gute Beinprothesen, die sich nicht als solche anfühlen, die optisch auch für ungeübte Geher so „schön laufen“ wie das natürliche Vorbild und die durch ihre Funktionalität einfach „nur“ einen normalen Alltag mit all seinen Überraschungen ermöglichen.
Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten):10 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 10%
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 70%
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 10%
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Die Zusammenarbeit besteht in Projektarbeit innerhalb der Firmengruppe, aber auch mit Partnern außerhalb derselben. Die Arbeit in Normungsgremien ist im Wesentlichen durch Zusammenarbeit mit anderen Herstellern gekennzeichnet. Auf Messen und Kongressen überwiegen Kundenkontakte. Technisches Englisch ist Voraussetzung.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Wir müssen unsere Produkte so gestalten, dass bislang nicht bediente Märkte spüren, dass die Ergebnisse für sie gemacht sind, aber die Qualität haben, die wir für uns selbst wünschen.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon / Handy: 5%
b) Fax: 0%
c) E-Mail: 50%
d) Internet: 10%
e) Intranet: 20%
f) Zeitschriften / Kataloge: 5%
g) Fachbücher: 10%
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 10%
b) privat angeeignetes Wissen: 20%
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30%
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 30%
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
FH Gießen-Friedberg.
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Die naturwissenschaftlichen – und Werken. Aber auch, unter anderem wegen des guten Lehrers, Deutsch, Sozial- und Wirtschaftskunde.
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung, Ingenieur zu werden?
In meinem Lehrberuf (Radio und Fernsehtechnik – sehr vielseitig und herausfordernd) reparierte ich Geräte, die den Alltag uninteressant machen, man wird passiv. Eine Plattform, solche Technik zum Helfen einzusetzen, bietet die Medizintechnik. Dazu musste ich damals studieren.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Studium: sollte schnell gehen, war aber zugleich umfangreich. Für das Studium nach der Ausbildung musste ich mich besonders an das „viele Lernen“ gewöhnen (dauerte ein halbes Jahr, ist aber zu schaffen).
Beruf: viele Ideen sind erforderlich, um die beste Lösung zu finden. Wenn sich aber viele Ideen auf verschiedene Gebiete verteilen, ist deren Förderung schwierig. Welche Idee, obwohl sie unrealistisch scheint, ist eine Verfolgung wert? Welche Lösung, obwohl logisch, sollte nicht weiterverfolgt werden? Viele Ideen haben kann sehr schwierig sein.
Was sind Ihre Hobbys?
Mein Beruf und seit neuestem Stereofotografie.
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Mit Hoffen und Beten sowie der Suche nach Zettel und Stift.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Auch wenn ich zitiere: Gutenbergs Buchdruckerkunst. Dadurch hatte Martin Luther „eine Chance“ und dadurch kam eine große Freiheit der Gedanken und Unabhängigkeit der Denkenden in Gang.
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Das zu Lernende zu verstehen, um es anwenden zu können. Auswendiglernen lässt sich anwenden, wenn der Inhalt im Zitat hilft. Demgegenüber schafft Verstehen die Basis für das Übertragen des Verstandenen auf neue Fragestellungen – und Lösungen zu finden schafft Zufriedenheit.

