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Ingenieurfragebogen:

Berufsbezeichnung:

Position:

Name:

Alter:

Unternehmen:

Branche:

Mitarbeiterzahl:

Arbeitsort:
Dipl. Ingenieurin (FH) Medizintechnik

Regulatory Affairs Managerin

Sarah Haake

29

Carl Zeiss Surgical GmbH
 
Medizintechnik

circa 350

Oberkochen
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Die Carl Zeiss Surgical GmbH ist ein Unternehmen der Carl Zeiss Meditec AG. Mein Aufgabenspektrum dort liegt im Qualitätsmanagement und der Sicherheitstechnik in Bezug auf Medizinprodukte. Dazu zählen weltweite Zulassungen, die Ausarbeitung und Aufbereitung von Anforderungen zur Entwicklung von Medizinprodukten und die Mitarbeit in Normungsgremien (national und international).

Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Einen typischen Arbeitsablauf gibt es bei mir nicht. Genau das ist aber auch das Spannende und Interessante an diesem Job. Wenn ich im Büro bin, dann mache ich Dinge wie:
  • E-Mails lesen, beantworten und schreiben

  • Telefonkonferenzen mit internationalen Vertriebsgesellschaften zu Zulassungen

  • Zusammenstellung und Prüfung von Zulassungsunterlagen

  • Anforderungen für die Entwicklung von neuen Produkten definieren

  • Schulungen geben

  • Durchführungen von Risikoanalysen und Moderation von FMEA

  • Unterstützung der angrenzenden Abteilungen wie Service, Entwicklung, Fertigung und Qualitätssicherung

  • Gesetzes- und Normungstexte sowie Artikel aus Fachzeitschriften lesen

  • Betreuung von Diplomanden und Praktikanten


  • Außerdem gehören folgende externe Tätigkeiten dazu:

  • Audits bei Zulieferern und OEM-Partnern

  • Termine bei OEM-Partnern

  • Besuch von Messen

  • Mitarbeit in Normungsgremien

  • Betreuung von externen Mitarbeiten


Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
„Mein“ erstes weltweit zugelassenes Produkt.

Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Ein Segelboot bauen.

Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 70%
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 15%
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 10%
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 5%

Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Ich arbeite viel mit unseren weltweiten Vertriebsgesellschaften und unterschiedlichen internationalen Kunden zusammen. Englisch sprechen und schreiben ist dafür unerlässlich. Weitere Fremdsprachen wären sicher auch darüber hinaus sinnvoll.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
„Made in Germany“ zählt immer noch sehr viel. Es muss jedoch weiterhin darauf geachtet werden, dass die Qualität nicht vernachlässigt wird.
Asiatische Firmen kopieren einfach das CE Zeichen, welches eigentlich als Zulassungszeichen für den europäischen Warenverkehr gedacht ist, und übersetzen es mit „CE = China Export“. Sie exportieren ihre Waren ohne technische Prüfungen und Anmeldung in die europäische Union und untergraben so natürlich auch das Gütesiegel „Made in Germany“.

Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon/Handy: 20%
b) Fax: 0%
c) E-Mail: 40%
d) Internet: 20%
e) Intranet: 2%
f) Zeitschriften / Kataloge: 10%
g) Fachbücher: 8%

Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 60%
b) privat angeeignetes Wissen: 15%
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 20%
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 5%

An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Fachhochschule Lübeck

Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Biologie, Chemie, Kunst, Mathe, Geschichte und Sport.

Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Das kam zufällig. Nach meiner kaufmännischen Ausbildung wollte ich in diesem Bereich nicht mehr weiterarbeiten. Es sollte ein anderer Beruf werden. Durch eine Sportverletzung und meine anschließende Reha habe ich viele Menschen kennengelernt, die täglich Medizinprodukte benutzen. Da war dann die Idee des Studiums der Medizintechnik geboren.

Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Als Frau in diesem Beruf liegen viele Schwierigkeiten nach wie vor in der Akzeptanz. Gerade die ersten Jahre sind schwer und man muss sich immer wieder beweisen. Das kann manchmal schon sehr anstrengend sein. Nach kurzer Phase des gegenseitigen Kennenlernens wird die gegenseitige Zusammenarbeit jedoch meist sehr geschätzt.

Was sind Ihre Hobbys?
Basketball, Joggen, Schwimmen, Segeln, Zeichnen, Lesen und Reisen.

Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Hütte bauen, Nahrung suchen und ein großes Leuchtfeuer errichten.

Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Die Dampfmaschine und damit letztlich auch der Maschinenbau.

Zum Abschluss: Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Sucht Euch das aus, was Euch Spaß macht. Was jeden Tag wieder Leidenschaft in Euch hervorruft. Steckt andere Leute an mit Eurer Freude und der Begeisterung an dem, was ihr tut. Seid neugierig!
Es ist zwar nicht immer einfach, weder im Studium noch im Beruf, aber es lohnt sich!

01.02.2012 | 18:36:48

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