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Ingenieurfragebogen:
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Arbeitsort:
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Ulrich Klenk

35 Jahre

Bergische Universität Wuppertal

Forschung und Lehre

> 1.000

Wuppertal
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Planung und Durchführungen von Messkampagnen im Bereich Feinstaubquellenlokalisierung und Feinstaubausbreitung, Entwicklung von Staubminderungsstrategien auf organisatorischer und technischer Ebene.

Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
E-Mails beantworten und Termine absprechen, Gespräche mit Studierenden, Koordination von Projekten mit externen Partnern, Planung und Durchführung von Messkampagnen, Vergabe und Durchführung von Laboruntersuchungen, Datenauswertung und Visualisierung, Berichte erstellen, den Stand der Projekte präsentieren und diskutieren.

Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Da ich fast alle Projekte von der ersten Idee bis zum Abschlussbericht durchführe, sind mir alle ans Herz gewachsen. Eine Besonderheit war jedoch, auf der Konferenz „Promoting Chemical Safety in the African Regions“ über „Environmental Protection“ einen Vortrag zu halten.

Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Die Entwicklung von Sensorsystemen zur Messung von Staubkonzentrationen über größere Weglängen, um von punktuellen Messungen wegzukommen und somit eine genauere Aussage über Staubausbreitungen treffen zu können und mathematische Modelle zu präzisieren.

Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 30 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 10 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 60 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: -

Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen weltweiter Netzwerke. Dies reicht vom Austausch über Forschungsergebnisse auf Tagungen und Seminaren bis hin zur gemeinsamen Entwicklung und Fragestellungen (zum Beispiel zur Vereinheitlichung von Grenzwerten auf europäischem Level). Ohne englische Sprachkenntnisse kann eine Vielzahl der Literatur nicht genutzt werden und kein Austausch auf Tagungen und mit Projektpartnern erfolgen. Zusätzliche französische Sprachkenntnisse wären wünschenswert.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Da die Forschungslandschaft nicht mit der Wirtschaft vergleichbar ist, kann ich hier leider keine Aussagen treffen. Für die Forschung bedeutet die Globalisierung eine sehr große Chance. Ergebnisse aus deutschen Forschungseinrichtungen sind weltweit anerkannt und viele Institute genießen einen sehr guten internationalen Ruf. Auch die Vereinheitlichung der Ingenieurausbildung bietet große Chancen. Sie muss aber sehr sensibel in die bestehende sehr gute Ausbildung in Deutschland eingebracht werden. Das benötigt Zeit, die derzeit nicht da ist.

Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon / Handy: 10 %
b) Fax: -
c) E-Mail: 10 %
d) Internet: 20 %
e) Intranet: -
f) Zeitschriften / Kataloge: 30 %
g) Fachbücher: 30 %

Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 20 %
b) privat angeeignetes Wissen: 20 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen 20 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen 40 %

An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
An der Bergischen Universität in Wuppertal als Diplomingenieur mit anschließender Promotion im Fachgebiet Sicherheitstechnik/Umweltschutz

Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Technisches Werken, Physik und Englisch.

Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Mit der Erkenntnis, dass ich als Schüler eine Eintrittskarte erhalten habe und selbst entscheiden muss, ob ich direkt an der Tür stehen bleiben möchte oder tiefer eintauchen will. Der Zivildienst im Rettungsdienst als Pause zwischen Schule und Studium gab mir dann die Möglichkeit, menschlich-soziale Bereiche zu sehen und mir in Ruhe die nächsten Schritte zu überlegen. Die Entscheidung Sicherheitstechnik zu studieren ist das Ergebnis dieser Überlegungen, da hier die technischen Fragestellungen sehr eng mit menschlichen Komponenten verknüpft werden: Mensch – Maschine – Umwelt.

Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Während des Studiums habe ich noch in den damals erfolgreich aufkommenden Neuen Medien hinzuverdient und später einen Vollzeitberuf in diesem Bereich wahrgenommen. Die Verbindung eines Vollzeitstudiums mit einem Vollzeitberuf war sehr anstrengend und ging zunächst zulasten des Studiums. Später habe ich mich dann zugunsten des Studiums aus den Neuen Medien zurückgezogen. Heute kann ich die damals gesammelten Erfahrungen in Projektplanung, Datenverarbeitung und Personalführung sehr gut in meine derzeitigen Tätigkeiten einbringen.

Was sind Ihre Hobbys?
Tauchen, Windsurfen, Karate und Klettern. Zudem bin ich Mitglied im Umweltschutzzug und ABC-Dienst der Feuerwehr Wuppertal.

Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Zunächst mit der Erkundung der Insel und Sicherung der Lebensgrundlagen. Dazu zählen Trinken und Essen sowie Bau eines Sonnen- und Wetterschutzes sowie eines sicheren Schlafplatzes.

Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Das sind sehr viele. Mich fasziniert immer wieder, wie aus einer Vision eine Zeichnung wird und aus einer Zeichnung dann ein fertiges Produkt. Egal, ob es sich dabei um eine Taschenuhr oder einen Braunkohlenbagger handelt. Vor allem bewundere ich die Visionen Leonardo da Vincis.

Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Zunächst muss man sich bewusst sein, dass Ingenieure Mathematik und Physik benötigen. Wer sich in der Schule erfolgreich gegen die Belegung dieser Fächer gewehrt hat, wird es im Studium schwieriger haben. Während des Studiums sollte man sich die Zeit nehmen, über den Tellerrand zu blicken, um fächerübergreifende Erfahrungen zu machen und soziale Kompetenz zu gewinnen. Hierzu gehören vor allem Sprachkenntnisse, aber auch Projektplanung und Mitarbeiterführung.
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