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Ingenieurfragebogen:

Systemingenieurin - Kathrin Ruegenberg (24)

Kathrin Ruegenberg arbeitet im Entwicklungszentrum bei den Ford-Werken in Köln als Systemingenieurin für den Bereich Karosserieentwicklung/Innenraum. Sie absolvierte beim Automobilkonzern das DO2-Programm, das Ausbildung und Studium kombiniert. Im Video-Porträt stellt sie sich kurz persönlich vor.

Komplettes Interview

In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Meine Abteilung ist nicht zuständig für die Entwicklung eines bestimmten Teils, sondern wir machen attributseitige Arbeit, das heißt die Eigenschaften eines Teils zu definieren, beispielsweise die Weichheit von bestimmten Innenraum-Teilen. Mein Schwerpunkt liegt in der sogenannten Methodenentwicklung. Das heißt, ich führe Studien durch, entwickle mit meinen Kollegen zusammen neue Messmethoden, wir suchen Korrelation zwischen Messdaten und Kundenmeinungen… Alles in allem sehr projektbezogen.

Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Es gibt keinen typischen Tagesablauf, das hängt immer von dem Projekt ab, an dem ich gerade arbeite.
Morgens stehen immer Emails auf dem Programm. Wenn ich eine Studie durchführe, dann kommen den ganzen Tag über Probanden, denen ich die Aufgaben erkläre und die ich dann bei der Durchführung der Studie beobachte. An anderen Tagen mache ich nur die Auswertung einer solchen Studie. Das bedeutet, dass ich den ganzen Tag mit Statistik-Programmen, z.B. Excel und Minitab arbeite.
Ein weiterer Bestandteil des Tagesablaufes können Meetings und Audio-Konferenzen sein, in denen wir beispielsweise die Entwicklung neuer Methoden besprechen. Die Verfolgung der Implementierung von neuen oder geänderten Attributen und Methoden in die verschiedenen Fahrzeugprogramme gehört auch zu meinen Aufgaben.

Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Neben dem Abschluss meiner Diplomarbeit, ein Training auf dem Ford-Testgelände, bei dem es um die Bewertung der verschiedenen Attribute der Fahrzeuge ging. Dort hat man viel über die anderen Bereiche und wie sie zusammen arbeiten gelernt und konnte neue Netzwerke aufbauen.

Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Das ist schwierig, da man heute noch nicht sagen kann, was in 40 Jahren Realität und was Fiktion ist… Vielleicht ist das, was heute fiktional ist, bis dahin Realität geworden…

Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 50%
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0%
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 45%
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 5%

Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Ford ist ein Unternehmen mit amerikanischem Ursprung, welches weltweit agiert. Wir arbeiten vor allem mit Kollegen in den verschiedenen Entwicklungszentren in den USA, Australien und Südamerika zusammen. Zudem haben wir auch in Deutschland Mitarbeiter aus verschiedenen Nationen. Daher ist Englisch sehr wichtig und meist auch die allgemeine Umgangssprache.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Trotz der Globalisierung ist die deutsche Ingenieurstradition im Ausland sehr angesehen. Oft wird mit "Made in Germany" bzw. "Engineered in Germany" geworben.
Vor allem das deutsche "Diplom" ist im Ausland sehr beliebt und daher kamen viele ausländische Studenten nach Deutschland. Dies ist jedoch jetzt mit der Umstellung der Studiengänge verlorengegangen.

Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon / Handy: 25%
b) Fax: 0%
c) E-Mail: 30%
d) Internet: 15%
e) Intranet: 10%
f) Zeitschriften / Kataloge: 10%
g) Fachbücher: 10%

Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 20%
b) privat angeeignetes Wissen: 10%
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 35%
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 35%

An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Pädagogik und Deutsch

Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung, Ingenieur zu werden?
Durch ein Praktikum bei Ford in der 11. Klasse.

Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Es gab eigentlich keine besonderen Schwierigkeiten. Es gab nur ein etwas stressigeres Semester, als wir unsere Abschlussprüfung von der Berufsausbildung hatten und kurz danach das Semester mit vielen Klausuren endete.

Was sind Ihre Hobbys?
Skifahren, Freunde treffen, Sport

Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Suche nach anderen Inselbewohnern, Essen und Trinken. Feuer machen, um eventuell vorbeifahrende Schiffe auf mich aufmerksam zu machen. Bau eines Schiffes/Floß, um in die Zivilisation zurückzukehren.

Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Da gibt es so viele, dass es schwierig ist, eine zu bestimmen.
Zu den herausragenden Leistungen gehören sicherlich die Entdeckung des Stroms, die Erfindung des Rads und natürlich der Otto-Motor. In der Automobilbranche gehört auch die Erfindung der Fließbandproduktion von Henry Ford dazu, die es ermöglicht hat, dass sich (fast) jeder Mensch ein Auto leisten kann.

Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Man sollte wissen, dass Ingenieur sein nicht nur aus Mathe und Physik besteht (das schreckt ja oft ab). Man kann auch ohne Mathe- und Physik-LK das Ingenieursstudium erfolgreich beenden.
Der Beruf ist unheimlich vielfältig und man kann in sehr vielen, ganz unterschiedlichen Bereichen arbeiten.
Im Studium heißt es manchmal durchhalten, bei Fächern, die einem nicht so viel Spaß machen. Aber man braucht nicht alles aus dem Studium in seinem späteren Job.
Zudem sollte man vorher mal ein Praktikum machen und auch während des Studiums verschiedene Praktika absolvieren, das hilft unheimlich bei der Orientierung, wo man später mal hin möchte.

20.05.2012 | 20:00:23

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

Thema: Berufsbild Facility Manager

Text: Hallo, der Fachkräftemangel zieht sich durch alle Ingenieurwissenschaften. Der Berufsverband der Facility Manager ist die Gefma e.V. Diese hat eine...

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