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Ingenieurfragebogen:

Berufsbezeichnung:
Position:

Name:
Alter:


Unternehmen:
Branche:
Mitarbeiterzahl:
Arbeitsort:
Dipl.-Ing. (BA) Umwelt- und Strahlenschutz
Radiation Protection Engineer

Isabel Brunner
33 Jahre


CERN
Forschung
mehr als 2400
Genf (CH) u. Pays de Gex (F)
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Durchsetzung und Kontrolle der Grundsätze des Strahlenschutzes:
- Rechtfertigung für den Einsatz von radioaktiven Stoffen
- Einhaltung der Grenzwerte
- Dosisbegrenzung und -Reduzierung
Schwerpunkt meiner Arbeit sind Maßnahmen zum Schutz der strahlenexponierten Arbeitskräfte, wie z.B. vorherige Bewertung von Art und Größenordnung des radiologischen Risikos für die strahlenexponierten Arbeitskräfte und Optimierung des Strahlenschutzes; Einteilung der Arbeitsplätze in verschiedene Bereiche; Anwendung von Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen auf die verschiedenen Arbeitsbereiche und Arbeitsbedingungen, einschließlich einer individuellen Dosis-Überwachung.

Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Strahlenschutz-Monitorsysteme überprüfen; E-Mails lesen und beantworten; Telefonieren; Arbeitseinsätze in Kontrollbereichen vorbereiten, Meetings zur Optimierung der Arbeitseinsätze initiieren und durchführen, Arbeitseinsätze überwachen; Strahlenschutz-Vorbereitung für die Inbetriebnahme des LHC Beschleunigers am CERN; Überzeugungsarbeit bei strahlenexponierten Arbeitskräften leisten, um den besten Schutz zu erreichen; Dokumentation von Arbeitseinsätzen, Strahlenschutzmessungen, …etc.

Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Die Mitarbeit bei der bevorstehenden Inbetriebnahme des LHC-Beschleunigers am CERN.

Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Eine perfekte Umsetzung der Strahlenschutzgrundsätze ohne Diskussionen um Kosten und Manpower.

Wie viel Prozent (Summe = 100%) Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 20 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 30 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 50 % (inkl. Überwachung von Arbeitseinsätzen)

Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Am CERN gibt es zwei Amtssprachen, Französisch und Englisch, wobei technische Diskussionen meist in Französisch geführt werden und wissenschaftliche Themen in Englisch. Besprechungen und Arbeitsplanungen mit Fremdfirmen finden in meinem Bereich fast ausschließlich auf Französisch statt.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Dies ist eine schwierige Frage für mich, da ich nicht in Deutschland arbeite. Im Vergleich zu anderen Ländern und insbesondere aufgrund meiner vielen Kontakte zu ausländischen Kollegen erscheint mir die deutsche Ausbildung von sehr hoher Qualität zu sein.

Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung? (Angaben bitte in Prozent)
a) Telefon / Handy: 30 %
b) Fax : 0 %
c) E-Mail: 30 %
d) Internet: 10 %
e) Intranet: 20 %
f) Zeitschriften / Kataloge: 0 %
g) Fachbücher: 10 % (wiss. Artikel)

Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium: 20 %
b) privat angeeignetes Wissen: 20 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 30 %


An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
Berufsakademie Karlsruhe

Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Mein Abitur habe ich an einem Wirtschaftsgymnasium mit den Leistungskursen Volks-/Betriebswirtschaft und Mathematik abgeschlossen. Auch das Fach Kunst hat mir großen Spaß gemacht.

Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Trotz oder gerade wegen meines Wirtschaftsabiturs habe ich mich für einen technischen Studiengang entschieden. Diesen Beschluss habe ich nie bereut, da mir mein Beruf die Möglichkeit bietet, problemorientiert mit technischen und pragmatischen Ansätzen zum Ziel zu gelangen ohne langwährende „politische“ Debatten.

Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Bei Studienbeginn hatte ich einige Schwierigkeiten, technisches Wissen nachzuholen.
Im Berufsleben macht mir die französische Sprache leider hin und wieder noch Schwierigkeiten. Als ich meine Arbeit am CERN direkt nach dem Studium antrat, sprach ich so gut wie kein Wort Französisch. Die Arbeit in einem internationalen Institut verlangt viel Toleranz und Verständnis, da kulturelle Unterschiede schnell zu Missverständnissen führen können.

Was sind Ihre Hobbys?
Die Zeit, die mir für meine Kinder bleibt, gebe ich ungern für andere Aktivitäten auf. Danach stehen Treffen mit Freunden, Schwimmen und Snowboarden auf der Liste.

Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Einen geschützten Platz finden, Nahrung und Trinkwasser suchen. Ein SOS-Signal herstellen. Endlich mal die Ruhe der Natur genießen und hoffen, dass nach einer Woche jemand vorbeikommt.

Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
An meinem Arbeitsplatz bin ich immer wieder mit extremen Größenunterschieden konfrontiert, so hat der weltgrößte Teilchen-Beschleunigertunnel (LHC) einen Umfang von 27 km und liegt etwa 100 Meter unter der Erdoberfläche, gleichzeitig bedarf die Positionierung des Beschleunigers selbst einer extrem feinen Präzision. An vier Kreuzungspunkten – den Orten der vier Experimente, bestehend aus großen, viele Tonnen schweren Detektoren – werden die in entgegengesetzter Richtung kreisenden Protonen mit extrem hohen Energien zur Kollision gebracht.
Dies ist vielleicht nicht die herausragendste Ingenieurleistung, aber für mich die beeindruckendste, da ich sie hautnah miterleben kann.

Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Ein Ingenieur braucht neben technischem Verständnis einen gesunden Pragmatismus. Dann kommt man mit Interesse am Thema, Zielstrebigkeit und Disziplin auch ans Ziel. Außerdem muss man sich der Eigenverantwortung bewusst sein, sich selbst in seiner Fachrichtung auf dem Laufenden zu halten und ständig weiterzubilden.

In der Fachrichtung Strahlenschutz gibt es ein großes Defizit an jungen motivierten Ingenieurinnen und Ingenieuren. Strahlenschutzexperten haben sehr gute Berufsaussichten!

22.05.2013 | 16:06:07

Studienschwerpunkte • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

Thema: Luft - und Raumfahrttechnik II

Text: Hallo YouDon'tKnowAlex, vielen Dank für deine Frage und Geduld. Eine allgemein gültige Antwort zu formulieren, welche Universität die „beste“ ist und...

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