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Ingenieurfragebogen:
Dipl.-Ing. Wirtschaftsingenieurin - Lisa Antonia Schiepe (24)
Lisa Antonia Schiepe ist Diplom-Wirtschaftsingenieurin bei der Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH. Hier ist sie als Projektkoordinatorin für ein internes Rückverfolgungssystem zuständig. Dieses Projekt war bereits Thema ihrer Diplomarbeit an der TU Clauthal. Im Video-Porträt stellt sie sich kurz persönlich vor.
Komplettes Interview
In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Innerhalb einer Projektgruppe setze ich derzeit ein internes Rückverfolgungssystem um, welches ich bereits in meiner Diplomarbeit im Hause Lindt & Sprüngli theoretisch erarbeiten konnte. Ziel ist die automatisierte Erfassung der Mengen- und Herkunftsdaten aller Rohstoffe, die in eine Pralinen- oder Schokoladenfüllung eingehen. Konkret begleite ich die Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit mit dem System, erörtere Probleme im Ablauf und versuche, diese zu lösen. Sowohl die Probleme als auch die Lösungsansätze sind dabei ganz unterschiedlicher Natur.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
E-Mails bearbeiten, Rücksprache bezüglich aktueller Aufgaben und Probleme mit anderen Projektmitgliedern halten, Termine zur Projektplanung wahrnehmen bzw. abhalten, erfasste Datensätze zu Rohstoffen und Füllmassen auf Richtigkeit kontrollieren und, falls notwendig, Maßnahmen einleiten, Arbeit in der Produktion wie zum Beispiel Rücksprache mit Mitarbeitern, Problemanalyse und Lösungsfindung und diese entsprechend kommunizieren.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Die erste Arbeitswoche mit dem neuen Rückverfolgungssystem.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Ein Produkt in einem Team entwickeln, die gesamte Umsetzung und Produktion organisieren und das Endergebnis erfolgreich am Markt platzieren.
Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 45
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 20
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 35
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Das Rückverfolgungssystem entstand in Zusammenarbeit mit einer Schweizer Firma, daher waren Fremdsprachenkenntnisse bisher nicht unbedingt vonnöten. Doch um sich bei der Wahl des passenden Kooperationspartners nicht einschränken zu müssen, ist das Beherrschen der englischen Sprache unabdingbar. Auch Fachartikel, die man häufig in der Recherchephase vor Projektbeginn heranzieht, sind zumeist auf Englisch verfasst.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Die Globalisierung lässt Wirtschaft, Politik und Kultur weltweit miteinander verschmelzen. Die Differenzierung in diesen Bereichen nimmt ab und damit verliert ein Differenzierungsmerkmal wie das „Made in Germany“-Siegel eigentlich seinen Hintergrund. Trotzdem wird damit weiterhin eine hohe Produktqualität assoziiert. Und durch Einsatz und Adaption auswärtiger Technologien, Arbeitsweisen und Materialien kann die Produktqualität zudem noch gesteigert und der Status des Gütesiegels noch lange Zeit erhalten werden.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung (in Prozent)?
a) Telefon / Handy: 35
b) Fax: 0
c) E-Mail: 30
d) Internet: 20
e) Intranet: 5
f) Zeitschriften / Kataloge: 5
g) Fachbücher: 5
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit in Prozent an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 20
b) privat angeeignetes Wissen: 10
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 40
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
TU Clausthal
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Deutsch und Biologie
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung, Ingenieur zu werden?
An meinen oben genannten Lieblingsfächern lässt sich bereits erkennen, dass mein Interesse von Haus aus eher in anderen Bereichen lag. Durch Freunde habe ich einen Einblick in das Ingenieurstudium erhalten und in mir entstand der Wunsch, diese Zusammenhänge ebenfalls zu kennen und zu verstehen. Es war eine andersartige Herausforderung, die sich für mich nur gelohnt hat.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Studium: Gerade während des Vordiploms hieß es durchhalten und nicht verzagen. Jede bestandene Prüfung motiviert, um sich, wenn nötig, erneut die Nacht am Schreibtisch um die Ohren zu schlagen.
Beruf: Auf Strukturen und Abläufe in einem realen Betrieb wird man im Studium nicht vorbereitet. Es erfordert daher ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl, die subtilen Geflechte einer Firma zu verstehen und zu berücksichtigen. Trotzdem darf man nicht zu schüchtern sein und sollte seine fachliche Kompetenz nutzen, um seinen Platz in der Firma zu finden.
Was sind Ihre Hobbys?
Zirkeltraining, Joggen, Reisen, Kochen, Nähen, Malen, vielseitige Unternehmungen mit Freunden.
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Ich würde zunächst versuchen, die geographische Lage der Insel abzuschätzen, dann die Insel nach anderen Menschen absuchen, Nahrungsmittel und Trinkwasser beschaffen, einen Nachtunterschlupf bauen, ein Feuer machen und einen Rettungsplan entwickeln.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Die Erfindungen, die zur Industrialisierung geführt haben (Dampfmaschine, Otto-Motor, Glühbirne, Elektrizität, etc.) und besonders deren Anpassung an die veränderten Bedürfnisse und Gegebenheiten der modernen Welt (Solarzellen, Elektroautos, Windenergie, etc.).
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Man sollte sich vom Lehrplan der ersten Semester nicht abschrecken lassen. Diese Zeit ist eine Herausforderung, aber auch eine Eintrittskarte. Und für jederlei Studium gilt: Man muss wissen, wann es Zeit für Freizeit und wann es Zeit zum Lernen ist. Hier eine gesunde Balance zu finden, ist die Aufgabe eines jeden Studenten.
Innerhalb einer Projektgruppe setze ich derzeit ein internes Rückverfolgungssystem um, welches ich bereits in meiner Diplomarbeit im Hause Lindt & Sprüngli theoretisch erarbeiten konnte. Ziel ist die automatisierte Erfassung der Mengen- und Herkunftsdaten aller Rohstoffe, die in eine Pralinen- oder Schokoladenfüllung eingehen. Konkret begleite ich die Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit mit dem System, erörtere Probleme im Ablauf und versuche, diese zu lösen. Sowohl die Probleme als auch die Lösungsansätze sind dabei ganz unterschiedlicher Natur.
Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
E-Mails bearbeiten, Rücksprache bezüglich aktueller Aufgaben und Probleme mit anderen Projektmitgliedern halten, Termine zur Projektplanung wahrnehmen bzw. abhalten, erfasste Datensätze zu Rohstoffen und Füllmassen auf Richtigkeit kontrollieren und, falls notwendig, Maßnahmen einleiten, Arbeit in der Produktion wie zum Beispiel Rücksprache mit Mitarbeitern, Problemanalyse und Lösungsfindung und diese entsprechend kommunizieren.
Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Die erste Arbeitswoche mit dem neuen Rückverfolgungssystem.
Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Ein Produkt in einem Team entwickeln, die gesamte Umsetzung und Produktion organisieren und das Endergebnis erfolgreich am Markt platzieren.
Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 45
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 0
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 20
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: 35
Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja, wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Das Rückverfolgungssystem entstand in Zusammenarbeit mit einer Schweizer Firma, daher waren Fremdsprachenkenntnisse bisher nicht unbedingt vonnöten. Doch um sich bei der Wahl des passenden Kooperationspartners nicht einschränken zu müssen, ist das Beherrschen der englischen Sprache unabdingbar. Auch Fachartikel, die man häufig in der Recherchephase vor Projektbeginn heranzieht, sind zumeist auf Englisch verfasst.
Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Die Globalisierung lässt Wirtschaft, Politik und Kultur weltweit miteinander verschmelzen. Die Differenzierung in diesen Bereichen nimmt ab und damit verliert ein Differenzierungsmerkmal wie das „Made in Germany“-Siegel eigentlich seinen Hintergrund. Trotzdem wird damit weiterhin eine hohe Produktqualität assoziiert. Und durch Einsatz und Adaption auswärtiger Technologien, Arbeitsweisen und Materialien kann die Produktqualität zudem noch gesteigert und der Status des Gütesiegels noch lange Zeit erhalten werden.
Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung (in Prozent)?
a) Telefon / Handy: 35
b) Fax: 0
c) E-Mail: 30
d) Internet: 20
e) Intranet: 5
f) Zeitschriften / Kataloge: 5
g) Fachbücher: 5
Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit in Prozent an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 20
b) privat angeeignetes Wissen: 10
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 40
An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
TU Clausthal
Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Deutsch und Biologie
Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung, Ingenieur zu werden?
An meinen oben genannten Lieblingsfächern lässt sich bereits erkennen, dass mein Interesse von Haus aus eher in anderen Bereichen lag. Durch Freunde habe ich einen Einblick in das Ingenieurstudium erhalten und in mir entstand der Wunsch, diese Zusammenhänge ebenfalls zu kennen und zu verstehen. Es war eine andersartige Herausforderung, die sich für mich nur gelohnt hat.
Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Studium: Gerade während des Vordiploms hieß es durchhalten und nicht verzagen. Jede bestandene Prüfung motiviert, um sich, wenn nötig, erneut die Nacht am Schreibtisch um die Ohren zu schlagen.
Beruf: Auf Strukturen und Abläufe in einem realen Betrieb wird man im Studium nicht vorbereitet. Es erfordert daher ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl, die subtilen Geflechte einer Firma zu verstehen und zu berücksichtigen. Trotzdem darf man nicht zu schüchtern sein und sollte seine fachliche Kompetenz nutzen, um seinen Platz in der Firma zu finden.
Was sind Ihre Hobbys?
Zirkeltraining, Joggen, Reisen, Kochen, Nähen, Malen, vielseitige Unternehmungen mit Freunden.
Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Ich würde zunächst versuchen, die geographische Lage der Insel abzuschätzen, dann die Insel nach anderen Menschen absuchen, Nahrungsmittel und Trinkwasser beschaffen, einen Nachtunterschlupf bauen, ein Feuer machen und einen Rettungsplan entwickeln.
Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Die Erfindungen, die zur Industrialisierung geführt haben (Dampfmaschine, Otto-Motor, Glühbirne, Elektrizität, etc.) und besonders deren Anpassung an die veränderten Bedürfnisse und Gegebenheiten der modernen Welt (Solarzellen, Elektroautos, Windenergie, etc.).
Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Man sollte sich vom Lehrplan der ersten Semester nicht abschrecken lassen. Diese Zeit ist eine Herausforderung, aber auch eine Eintrittskarte. Und für jederlei Studium gilt: Man muss wissen, wann es Zeit für Freizeit und wann es Zeit zum Lernen ist. Hier eine gesunde Balance zu finden, ist die Aufgabe eines jeden Studenten.

