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Das einzige Werk von Felix Wankel, dem Erfinder des Wankel-Motors, wurde als Faksimile mit Begleitband neu aufgelegt.

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Ingenieurfragebogen:

Berufsbezeichnung:

Position:

Name:

Alter:

Unternehmen:

Branche:

Mitarbeiterzahl:

Arbeitsort:
Diplom Wirtschaftsingenieurin

Angestellte Planerin

Deike Neumann

28

Audi AG

Automobilindustrie

58.000

Ingolstadt

In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Digitale Fabrik und Produktdatenmanagement: Qualifizierung und Prozessberatung

Beschreiben Sie kurz und in Stichworten einen für Sie typischen beruflichen Tagesablauf?
Meist geht es damit los, bei einem Kaffee die E-Mails zu lesen, die vielleicht schon oder noch am Vortag eingetrudelt sind. Daraus ergibt sich meist Handlungsbedarf. Zwischendurch klingelt das Telefon und es gibt noch ein Meeting zu organisieren. Ich gehe auch gern selbst zu den Kollegen und rede mit ihnen. Mobiltelefone und E-Mails sind zwar wahnsinnig praktisch, verhindern jedoch die direkte Kommunikation mit den Kollegen.
Ich versuche Besprechungen nachzuarbeiten, um nicht zu vergessen, was entschieden oder erarbeitet wurde, vor allem dann nicht, wenn man einen Auftrag mitgenommen hat! Ich habe keinen festen Tagesablauf. Meist entscheide ich impulsiv und genieße die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie ich zum Ziel kommen will.

Welches war für Sie das herausragende berufliche Ereignis oder Projekt der letzten Monate?
Seit einigen Monaten bin ich aktiv in einem großen Veränderungsprojekt des Volkswagen Konzerns. Wir führen eine neue Softwarelösung und damit auch neue Prozesse in der Fahrzeugentwicklung ein, mithilfe der wir das Datenmanagement standardisieren und Synergien zwischen den Marken nutzen können. In der Endausbaustufe werden weltweit 45.000 Nutzer in einer neuen Art und Weise zusammen arbeiten. Für mich neu ist das notwendige markenübergreifende und vielschichtige Denken - ich muss mich täglich einlassen, über den "Tellerrand" hinaus zu schauen. Es erfordert Fingerspitzengefühl und Geduld – wie immer, wenn man es mit Menschen zu tun hat. Aber gerade das ist eine großartige Herausforderung.

Denken Sie mal ganz fiktional und fernab von aller Realität. Welches Traumprojekt würden Sie vor Ihrem Renteneintritt gern verwirklichen?
Ich organisiere für mein Leben gern und bin fasziniert von großen, massigen Dingen. Wenn z.B. ein Braunkohlebagger, sie kennen die großen Schaufelradbagger aus Garzweiler, von einem zu einem anderen Standort verlegt werden sollte, wäre ich gern dabei!

Wie viel Prozent Ihrer Zeit verbringen Sie …
a) im Office (Telefonate, E-Mails, organisatorische Tätigkeiten): 15 %
b) beim Kunden (Verkauf, Einkauf, Beratung): 20 %
c) mit Konstruktion, Planung und Forschung: 50 %
d) in der Produktion bzw. bei Montage oder Service: -
e) in Besprechungen: 15 %

Arbeiten Sie mit ausländischen Firmen und Kunden zusammen und wenn ja wie? Welchen Stellenwert haben dabei Fremdsprachenkenntnisse?
Ich persönlich bin leider weniger in Kontakt mit ausländischen Kollegen – oder zählt Bayrisch auch als Fremdsprache? Ich spreche englisch und schwedisch. Das ist hilfreich, wenn Fachartikel nicht auf Deutsch vorhanden sind oder es tatsächlich zu einem Kundenbesuch aus Schweden kommt. Es ist dann viel unkomplizierter mit den Menschen zu reden.

Welche Auswirkungen hat die Globalisierung der Märkte Ihrer Meinung nach auf die deutsche Ingenieurstradition und das Gütesiegel „Made in Germany“?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die deutschen Ingenieurfähigkeiten gerade im Ausland einen besonderen Stellenwert haben. Deshalb denke ich, es ist auch wichtig, Produktions- und Entwicklungsstandorte in Deutschland zu halten, jedoch ebenso auf den anderen Märkten präsent zu sein, um im Wettbewerb mithalten zu können (z.B. in Indien oder China). Unsere Produkte zeichnen sich durch eine bestimmte hohe Qualität aus, die auch für das Gütesiegel Made in Germany spricht. Es ist unbestreitbar, dass eine Veränderung auf uns zukommt. Deshalb müssen wir versuchen, unseren Horizont zu erweitern und auf anderen Ebenen zu denken. Dort, wo viele Unternehmen schon gute Ansätze entwickelt haben, ist die Politik meist noch nicht so weit und steht vielem im Wege. Diesen Brückenschlag müssen wir noch meistern.

Welches Medium nutzen Sie überwiegend für Ihre berufliche Informationsbeschaffung?
a) Telefon / Handy: 15 %
b) Fax: 0 %
c) E-Mail: 15 %
d) Internet: 30 %
e) Intranet: 25 %
f) Zeitschriften / Kataloge: 10 %
g) Fachbücher: 5 %

Bitte geben Sie die Verwendung Ihres in Schule, Beruf und Studium erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Tätigkeit an:
a) Basiswissen aus dem Studium: 35 %
b) privat angeeignetes Wissen: 25 %
c) aus der Berufserfahrung angeeignetes Wissen: 30 %
d) in der Firma erworbenes Spezialwissen: 10 %

Es sind jedoch eher mehr die Methoden, die einen prägen, die Art und Weise, wie man gearbeitet hat, um sein Studium erfolgreich zu absolvieren. Im Endeffekt ist es nicht wichtig, ob ich eine bestimmte Klausur zweimal geschrieben habe oder eine schlechte Note habe. Andere Dinge werden dabei geschärft, z.B. Abstraktionsfähigkeit oder die Fähigkeit, wesentliche Dinge herauszuarbeiten und diese als Grundgerüst für das Gelernte zu verwenden.

An welcher Universität, Hochschule oder Berufsakademie haben Sie Ihren Ingenieurabschluss gemacht?
An der TU Clausthal, in Niedersachsen im Harz. Eine kleine alte Bergakademie mit ausgezeichneter Studentenbetreuung in netter Umgebung. Ich habe zudem ein Jahr in Stockholm studiert, um ein anderes Studiensystem kennenzulernen.

Welche Fächer haben Ihnen in der Schule besonders viel Spaß gemacht?
Geschichte, obwohl die Noten nicht besonders berauschend waren. Dann noch Englisch und Deutsch. Die Naturwissenschaften fand ich sehr interessant, aber die Motivation war nicht da, tiefer zu gehen. Vieles habe ich erst im Studium begriffen, Zusammenhänge und Anwendungsfälle erkannt. Das fehlte mir in der Schule.

Wann und wie kamen Sie zu der Entscheidung Ingenieur zu werden?
Ich hatte eigentlich schon einen Ausbildungsvertrag zur Bankkauffrau unterschrieben, weil ich zu Beginn der 13 noch gar nicht so recht wusste, was ich machen wollte. Ich habe damals ziemlich häufig Formel 1 geschaut (damals war es noch spannend) und mich gefragt, warum eigentlich die Berufssparte rund um den Ingenieur hauptsächlich von Männern dominiert wird. Ich fand damals, dass ich das ändern müsste und habe mich für ein Ingenieurstudium entschieden.

Wo lagen die besonderen Schwierigkeiten im Beruf oder Studium?
Das Studium des Wirtschaftsingenieurs ist sehr breit gefächert. Für mich lag die Herausforderung darin, die ganzen Fächer, die im Grundstudium auf uns zu kamen, zu bewältigen. Diese Fächer hatten eine Oberfläche so groß wie der Bodensee, leider aber nur eine Tiefe wie eine Pfütze. Zu verstehen, dass es genau darum geht, dass der Wirtschaftsingenieur ein breit aufgestelltes Wissen haben soll, um vielfach einsetzbar zu sein, war schwierig. Mittlerweile habe ich verstanden, dass dies genau unsere Stärke ist, dass wir uns schnell in Themengebiete einarbeiten können und das Wesentliche herausfiltern, weil wir im Studium zu solch einem methodischen Vorgehen „erzogen“ wurden.

Was sind Ihre Hobbys?
Ich fahre Rennrad. Ich brauche den Sport, um mich körperlich auszugleichen und ich liebe die Natur und die Geschwindigkeit. Außerdem spiele ich Klavier, denn wenn ich zwei Hände koordinieren muss, wird mein Kopf dazu gezwungen, an etwas anderes zu denken.

Sie stranden als Ingenieur auf einer einsamen Insel. Mit welchen Tätigkeiten und Maßnahmen verbringen Sie die erste Woche Ihrer Robinsonade?
Feuermachen, Hütte bauen, Trinkwasser finden und Beeren sammeln – ich werde ziemlich schnell abnehmen, denn ich stehe nicht so auf gegrillte Eidechsen …

Was ist für Sie die herausragende Ingenieurleistung der Menschheit?
Klassischerweise: das Rad – sonst wären wir in der Automobilindustrie ziemlich aufgeschmissen. Aber auch die Entdeckungen zur Metallverarbeitung. Wenn ich mir vorstelle, dass die Ursprünge unseres Karosseriebaus 7.000 Jahre vor Christus in der Türkei begründet liegen, finde ich das sehr faszinierend.

Zum Abschluss. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Etwas zu wagen hat noch keinem geschadet, eine Herausforderung anzunehmen und diese dann auch zu meistern, beflügelt und setzt undenkbare Kräfte frei. Wir brauchen junge Leute, die bereit sind, etwas zu wagen und Grenzen neu zu ziehen. Als Ingenieur bekommt man die Chance etwas zu verändern – oder sagen wir so, es fällt einem leichter.

20.05.2012 | 20:00:23

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

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