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Konstruktion
Konstruktion
Wer als Kind mit Legosteinen gespielt hat, hatte grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Er konnte sich beim Zusammenbau der Modelle genau an die Baupläne des Konstrukteurs halten, oder er hat selbst Konstrukteur gespielt. Im zweiten Fall konnte er nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ so lange an seinem Projekt herumbasteln, bis das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entsprach.

Ein zeitintensiver und wenig ökonomischer Weg, der einem modernen Industriebetrieb kaum als Vorlage dienen kann. Aber auch in der "Legowelt" ist die Zeit nicht stehen geblieben; inzwischen gibt es Programme, mit denen man auf spielerische Art und Weise Lego-Modelle am Computer entwerfen kann. Und damit ist der Kinderklassiker ein Stück näher an den Alltag des Konstruktionsingenieurs im „wirklichen Leben“ herangerückt.
Konstruktion auf herkömmliche Art
Konstruktion auf herkömmliche Art, wie hier am Zeichentisch, wird immer mehr durch Computer-Simulationen abgelöst.
Computer-Simulationen erleichtern vieles
Und so sieht das wahre Leben des Konstruktionsingenieurs aus: Im Zentrum steht die Neu- bzw. Weiterentwicklung von Produkten, Maschinen oder Einzelkomponenten. Da reale Konstruktionsversuche zeit- und kostenaufwändig sind, gehen die Bestrebungen dahin, sie durch Computer-Simulationen zu ersetzen. Hierfür steht dem Konstruktionsingenieur eine Reihe von Programmen zur Verfügung, die sich unter den Oberbegriffen CAD (Computer Aided Design) und CAE (Computer Aided Engineering) zusammenfassen lassen, wobei für bestimmte Bereiche die Kenntnis spezifischer Varianten (wie zum Beispiel PRO/E Wildfire, CATIA, AutoCAD, Unigraphics, ME-10 oder I-DEAS) erforderlich ist.

Jenseits der Methodenkenntnis ist aber vor allem die Kreativität des Ingenieurs gefragt. Dabei geht es zunächst darum, neue Produktideen zu entwickeln. Aber eine gute Idee allein reicht nicht. Nur wenn das Produkt innovativ und kundenfreundlich genug ist, um sich auf den nationalen oder internationalen Märkten behaupten zu können, und außerdem der Aspekt der Kosteneffizienz bei der Konzeption ausreichend berücksichtigt worden ist, kann aus einem Geistesblitz eine Erfolgsgeschichte werden. Doch so schnell geht es nicht immer. Denn wenn sich die Umsetzung in der Praxis als fehlerhaft erweist, werden neue Berechnungen und weitere Simulationen notwendig - und aus der vermeintlich schnelleren Entwicklung kann leicht eine teurere werden.
Simultaneous Engineering
Wer hier den Überblick behalten will, sollte sich auch im Projektmanagement auskennen, wobei auch dem „Simultaneous Engineering“ eine wachsende Rolle zufällt. Hierbei laufen Prozesse unterschiedlicher Abteilungen gleichzeitig statt nacheinander ab und die Aufgabe des Konstruktionsingenieurs ist es, neben der technischen Sichtweise auch die Perspektiven der Versuchsabteilung, der Produktion, des Vertriebs oder des Arbeitsmanagements einzunehmen, um dadurch den Weg des Produktes bis zur Erlangung der Marktreife zu verkürzen.
Simultaneous Engineering
Simultaneous Engineering: Zeiteinsparnis durch gleichzeitige Durchführung von Prozessen.
Notwendig ist zudem, Dokumentationen im weitesten Sinne zu erstellen. Hierzu gehören unter anderem die Anfertigung von Zeichnungssätzen und Kaufteilzeichnungen, die Bereitstellung von Planungsunterlagen und Stücklisten, die Ausarbeitung von Machbarkeitsstudien, die Erstellung von Konstruktionsplänen für die Serienproduktion, der Entwurf von Steuerungs- und Visualisierungskonzepten (E-Konstruktion) und die Pflege der CAD-/CAE-Datenbasis. Konstruktionsingenieure müssen sich außerdem mit Normen auskennen und für deren Einhaltung sorgen. Hierzu zählen zum Beispiel die CE-Zeichen-Konformität (Produktsicherheit nach EU-Recht) und die ISO-Zertifizierung, die Standards für das Qualitätsmanagement festlegt.
Technische Machbarkeit und auch die Kosten muss der Konstruktionsingenieur im Auge behalten.
Technische Machbarkeit und auch die Kosten muss der Konstruktionsingenieur im Auge behalten.
Zusatzwissen kann nützlich sein
Als Konstrukteure gefragt sind - nicht überraschend - vor allem Absolventen der Studienrichtungen Maschinenbau und Konstruktionstechnik. Aber bestimmte Branchen sind auch an Ingenieuren mit passenden Studienschwerpunkten wie z. B. Feinwerktechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik oder Mechatronik interessiert. Ebenso kann branchenspezifisch ein gewisses Zusatzwissen nützlich sein. So sind im Anlagenbau häufiger Kenntnisse in Hydraulik und Pneumatik gefragt, also alles, was den Einsatz von Flüssigkeit zur Energieübertragung und von Druckluft in der Technik betrifft.

Und weil kaum eine Konstruktion ohne mechanische und elektronische Komponenten auskommt, sollten Maschinenbauer einen Draht zur Elektronik und Elektrokonstrukteure keine Berührungsängste mit dem Anlagenbau haben. Wer sich mit der Finite-Element-Methode und entsprechenden Programmen wie LS-DYNA, Medina, Hypergraph oder Animator auskennt, hat möglicherweise zusätzliche Vorteile. Darüber hinaus wird im Zeitalter der Globalisierung jeder Konstrukteur auf Probleme stoßen, wenn er nicht über fundierte Englischkenntnisse verfügt.

Die Einstellungsaussichten sind in diesem Bereich aufgrund der spezifischen Anforderungen ausgesprochen gut. Und auch frische Universitätsabsolventen haben nach Beendigung ihres Studiums durchaus Chancen, als Konstruktionsingenieur ihre berufliche Karriere zu starten.
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