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© Dieter Debo/Evonik
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Wichtig sind Kenntnisse über die zu verarbeitenden Stoffe, die eingesetzten Technologien und die entstehenden Produkte. Ingenieure, die zum Beispiel in der petrochemischen Industrie arbeiten, die u.a. für die Kunststoffherstellung zuständig ist, kennen sich mit Verfahren wie Pumpen, Mischen, Trennen, Feststoffverarbeitung und Formgebung besonders aus.
Vielfältige Einsatzgebiete
Nach der Idee kommt die Umsetzung: Bevor neue Produkte in den Händen der Kunden landen, müssen die verfahrenstechnischen Produktionsprozesse geplant und umgesetzt werden. Dazu müssen Fertigungseinrichtungen genau abgestimmt, die Layoutplanung, also die innerbetrieblich-räumliche Anordnung von Betriebsmitteln wie Maschinen, Anlagen und Arbeitsplätzen, neu überdacht und ggf. neue Maschinen und Anlagen entwickelt und in Betrieb genommen werden. Und zwar immer unter der Prämisse, dass wirtschaftliche Aspekte wie Kapazitätsplanung und Abschätzung von Investitionen berücksichtigt werden. Darüber hinaus betreuen Ingenieure den eigentlichen Produktionsprozess. Hier geht es zum Beispiel darum, einen Prototypen bis zur Erlangung der Serienreife zu begleiten oder Verbesserungen bereits bestehender Produkte zu erzielen. Koordination und Optimierung bei der Produktneueinführung, das Auswerten von Fehlern bei der Neu- und Weiterentwicklung und das Lösen von Problemen im Herstellungsprozess sind Aufgaben, die in diesen Bereich fallen.
Auch wenn ein Produkt schließlich Marktreife erlangt hat, werden weiterhin verfahrenstechnische Ingenieure benötigt. Denn die Überprüfung technologischer Alternativen und möglicher Einsparpotenziale, die Berücksichtigung von Sicherheits- und Umweltstandards, das Erarbeiten von Lösungen bei Qualitätsproblemen und die generelle Optimierung des Produktionsablaufs bleiben permanente Aufgaben. Nicht zuletzt muss außerdem der laufende Betrieb vor Ort betreut werden: Die verfahrenstechnischen Operationen (z. B. Kristallisation, Filtration) sind ein Verantwortungsbereich. Ebenso sind Ingenieure die Ansprechpartner und Berater des Personals in den Produktionsanlagen; Werkzeuge und Zubehör müssen geplant und angeschafft werden; die Instandhaltung und Wartung erfordern Koordinierung von und Zusammenarbeit mit Servicetechnikern. Und schließlich gehören auch Führungstätigkeiten zu den möglichen Einsatzgebieten eines verfahrenstechnischen Ingenieurs - von der Disposition der Mitarbeiter und dem Sichern des reibungslosen Produktionsablaufs und der Lieferbereitschaft über die Kommunikation mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat sowie die Zusammenarbeit mit Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden bis hin zur Gesamtleitung eines Werks.
Voraussetzungen
Chemieingenieurwesen, Maschinenbau, Produktionstechnik, Verfahrenstechnik, Kunststofftechnik und Werkstofftechnik sind Studienfächer, die nach Abschluss zu einem Job in der verfahrenstechnischen Produktion führen können. Teilweise ist Spezialwissen gewünscht, das sich auf die verarbeiteten Stoffe bezieht (z. B. Galvanik, Halbleiterphysik, Lebensmitteltechnologie). Auch Absolventen mit Ausrichtung Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen werden häufig gesucht. Berufserfahrungen sind in mehr als 50% der Fälle erforderlich, aber auch Hochschulabsolventen haben gute Chancen - vor allem dann, wenn sie einschlägige Praktika, Nebenjobs und/oder einen guten Studienerfolg nachweisen können.
Weiterhin muss man als verfahrenstechnischer Ingenieur nicht unbedingt EDV-Experte oder Sprachtalent sein, aber natürlich ist eine industrielle Produktion ohne IT-Anwendungen nicht mehr vorstellbar, und zumindest mittelmäßige Englischkenntnisse sind angesichts der internationalen Verflechtungen von Unternehmen nur von Vorteil. Darüber hinaus können – bedingt durch neue Produktionsstandorte bzw. Kooperationspartner in Osteuropa und Asien – auch osteuropäische und chinesische Sprachkenntnisse einem Bewerber zunehmend Pluspunkte verschaffen.
Abgesehen von fachlicher Kompetenz geht es auch darum, Soft Skills wie Durchsetzungsvermögen, Eigenmotivation, Leistungsbereitschaft und Teamgeist zu zeigen. Außerdem ist Kommunikationsfähigkeit für Ingenieure in der Produktion besonders wichtig, da sie vielfach als Bindeglied verschiedener Personengruppen fungieren und zum Beispiel Elektriker, Schlosser und Maurer aufeinander abstimmen müssen.
