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Viel Energie für eine saubere Umwelt: Jürgen Mergel

Über Stock und Stein mit dem Mountainbike die Hügel hinauf und hinunter, beim Skilanglauf durch weite Landschaften gleiten – in seiner Freizeit setzt Jürgen Mergel eher auf körpereigene Energie. Ziemlich anstrengend und schweißtreibend, jedoch absolut umweltverträglich.
Jürgen Mergel
Jürgen Mergel
Ganz anders sieht der Berufsalltag des 54-jährigen Diplom-Ingenieurs im Forschungszentrum Jülich aus – und doch gibt es einige Parallelen zu seinen Hobbys. Denn auch hier geht es um „saubere“ Energie im Einklang mit der Umwelt. Sein Arbeitsgebiet ist die Brennstoffzelle – eine Technologie, die in Zeiten des Klimawandels und explodierender Ölpreise zunehmend an Bedeutung gewinnt. Brennstoffzellen wandeln die chemische Energie von Wasserstoff direkt in Elektrizität um. Sie sind somit umweltfreundlich und zudem äußerst effizient. Das Besondere an der Arbeit Jürgen Mergels: Er forscht gemeinsam mit seinem Team an der Weiterentwicklung der Direktmethanol-Brennstoffzelle, die im Gegensatz zu vielen anderen Brennstoffzellen-Typen keinen gasförmigen Wasserstoff braucht, sondern flüssiges Methanol in Strom umwandelt. Anwendungsgebiete dieses cleveren Energiewandlers eröffnen sich vor allem im Bereich portabler und kleiner mobiler Geräte. Als Akku-Ersatz für Handys, Notebooks oder Videokameras könnte die Direktmethanol-Brennstoffzelle die Leistung dieser elektronischen Kleingeräte deutlich verlängern.

Schon früh stand für Jürgen Mergel fest, dass er Ingenieur werden wollte. Bereits in der Schule interessierten ihn besonders Fächer wie Chemie, Physik und Mathematik. Nach einer Ausbildung als Chemielaborant absolvierte er ein Studium der Chemieingenieurtechnik an der Fachhochschule Jülich. Es folgten unterschiedliche Forschungsprojekte im Bereich Energietechnik mit Schwerpunkt elektrochemische Verfahrenstechnik im Forschungszentrum Jülich. Praxiskenntnisse, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und der nette Umgang mit Kollegen und Mitarbeitern sind für ihn das A und O des Ingenieurberufs. Dem Nachwuchs rät er: „Aus eigener Erfahrung kann ich jedem jungen Menschen nur den Tipp geben, keine Angst vor technischen Berufen zu haben und sehr viel praktische Erfahrung – auch während des Studiums – zu sammeln. Mir hat dabei eine Lehre sehr geholfen.“
Jürgen Mergel, Elektrofahrzeug
Das Elektrofahrzeug „JuMOVe“, gefahren und entwickelt von Jürgen Mergel
„JuMOVe“ - betrieben mit einer Brennstoffzelle
Praxisbezug beweist auch der neueste Clou des Jülicher Forschungszentrums, an dessen Realisierung Jürgen Mergel maßgeblich beteiligt war: Mit dem Elektrofahrzeug „JuMOVe“ haben die Jülicher Wissenschaftler ein kommerzielles Gefährt geschaffen, das mit einer Direktmethanol-Brennstoffzelle einen Elektromotor antreibt. Immerhin 120 Kilometer mit einer Methanol-Tankfüllung schafft das Mobil dank seines Hybridantriebs aus Brennstoffzelle und Lithium-Ionen-Akkumulator. Im regulären Betrieb treibt die Brennstoffzelle den Elektromotor des Fahrzeugs an, die Batterie kommt bei besonderer Belastung, beispielsweise beim Anfahren oder Bergauffahren, ins Spiel. Die Brennstoffzelle lädt den Akku dann immer wieder auf und das „Auftanken“ an der Steckdose entfällt. Somit ist das Fahrzeug jederzeit einsatzbereit.

Erste Testfahrten hat das Demonstrationsfahrzeug erfolgreich absolviert. Jetzt sucht das Jülicher Forschungszentrum Industriepartner, um das System gemeinsam mit ihnen weiterzuentwickeln. Und wer weiß, vielleicht tauscht Jürgen Mergel in Zukunft dann sein Mountainbike gegen das Elektroauto, um durch die Natur zu fahren. Damit spart man schließlich jede Menge Energie – in diesem Fall zumindest die eigene.

Weiterführender Link

20.05.2012 | 20:00:23

Mai Dang-Goy • Experten-Foren

Thema: Berufsbild Facility Manager

Text: Hallo, der Fachkräftemangel zieht sich durch alle Ingenieurwissenschaften. Der Berufsverband der Facility Manager ist die Gefma e.V. Diese hat eine...

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