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Gerald Stieglbauer
Gerald Stieglbauer
Aufgeweckte Forschungen zu eingebetteten Systemen: Gerald Stieglbauer

Gerade einmal 26 Jahre zählte Gerald Stieglbauer als ihm der BMW Scientific Award, einer der weltweit höchst dotierten Wissenschaftspreise, im Jahr 2003 verliehen wurde. Unter dem Motto „Passion for Innovation“ zeichnet die BMW Group alle zwei Jahre sechs hervorragende Abschlussarbeiten – drei Diplomarbeiten und drei Dissertationen – aus. Bahnbrechende Ideen und herausragende Talente aus sämtlichen Fachbereichen will die BMW Group mit dem Award fördern. Und neben der aufwändigen medialen Präsentation der Preisträger, gibt es noch eine kräftige Finanzspritze für die Nachwuchsforscher. Insgesamt 70.000 Euro werden auf die sechs Gewinner verteilt.

Für Gerald Stieglbauer hat sich die Teilnahme an diesem Wettbewerb mehr als gelohnt: Unter 203 Teilnehmern aus 20 Ländern erhielt der Österreicher den 1. Preis für seine Diplomarbeit „Embedded Software Engineering: Model-Based Development of Embedded Control Systems with Giotto and Simulink”.

Verknüpfung von Giotto und Simulink

Seine Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung von eingebetteten Systemen, die in unserem Leben eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Bei ihnen handelt es sich um Prozessoren, die nicht in PCs, sondern in Gebrauchsgegenständen wie in Handys oder Haushaltsgeräten zu finden sind. Auch Regel- und Steuersysteme in Autos oder Flugzeugen funktionieren mit dieser Technik. Im Gegensatz zu Programmiermethoden, die in herkömmlichen Computersystemen angewendet werden, stecken die Methoden hinsichtlich eingebetteter Systeme allerdings noch in den Kinderschuhen. Dabei bedeutet die Entwicklung von eingebetteten Systemen eine große Herausforderung: Sie müssen absolut zuverlässig funktionieren, da bei ihnen kaum mehr mechanisch oder manuell eingegriffen werden kann.

„Ziel meiner Diplomarbeit war die Entwicklung eines durchgängigen, praktisch orientierten Softwareentwicklungsprozesses für eingebettete Systeme mit Giotto und Simulink“, erklärt Gerald Stieglbauer. Indem er die an der Universität von Kalifornien in Berkeley entwickelte Programmiersprache Giotto mit dem Modellierungstool Simulink verknüpfte, machte der junge Wissenschaftler die Neuerungen und Vorteile von Giotto einer breiten Anwenderschaft zugänglich. In der Praxis heißt das: Zum einen wird es durch die Verwendung der neuen Konzepte möglich sein, die Komplexität von Anwendungen, wie sie heute etwa in Automobilen zu finden ist, überschaubarer und sicherer zu machen. Zum anderen wird dies alles durch die bewusste Entwicklung eines optimal abgestimmten Software-Engineering-Prozesses und durch die Integration in gängige Werkzeuge mit minimierten Kosten realisierbar sein. Zudem gelten diese Vorteile auch für bestehende Anwendungen, denn es ist möglich, sie mit den neuen Konzepten zu transformieren.

"Möglichkeit, virtuelle Dinge zu schaffen"

Obwohl Gerald Stieglbauer sich schon seit seiner Kindheit für Technik interessiert, war er nach seiner Matura zunächst ganz und gar nicht sicher, welchen Berufsweg er denn einschlagen sollte. Verschiedene Fachbereiche wie Philosophie oder Psychologie standen, genau wie das Ingenieurwesen, ganz oben auf seiner Wunschliste. Schlussendlich entschied er sich aber 1997 für die Studienrichtung Angewandte Informatik in Salzburg. „An der Informatik fasziniert mich besonders die Möglichkeit, virtuelle Dinge zu schaffen“, begründet er seine Wahl. „Damit unterscheidet sie sich von allen anderen technischen Disziplinen. Der Freiraum wird vergrößert und ein neuer, kreativ wissenschaftlicher Zugang eröffnet.“

Zudem bietet ihm die Informatik die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen. So versucht er, durch seine anderen Interessen wie die Philosophie, Reisen oder cineastisches Kino andere Blickwinkel einzunehmen und diese in seine Arbeit einzubeziehen: „Mir ist es wichtig, Themen zu bearbeiten, die zunächst nicht unbedingt der Informatik zuzuordnen wären, jedoch bei genaueren Überlegungen das Potenzial haben, etwas Neues, Fruchtbares hervorzubringen. Diese kreative Schaffensfähigkeit des Ingenieurberufs, aber auch der verantwortungsvolle Umgang mit der Technik, sind die Gründe, warum ich diesen Beruf gewählt habe.“

Momentan absolviert Gerald Stieglbauer ein Doktoratsstudium. Hier arbeitet er im Rahmen des MoDECS-Projekts, einer Industriekooperation des Fachbereichs Informatik der Universität Salzburg, an der Praxistauglichkeit seiner in der Diplomarbeit entworfenen Methoden und Werkzeuge. Schülerinnen und Schülern, die es ihm gleichtun wollen, rät er: „Die wichtigste Grundlage ist ein bestehendes Interesse für die Sache. Mit diesem Interesse lässt sich dann auch ein 'Gefühl' für technische und theoretische Dinge entwickeln. Dieses 'Gefühl' ist für den Ingenieur unabkömmlich, um die Theorie auch auf die Praxis übertragen zu können. Und: Bei aller Liebe zur Technik sollte man nie die restliche Welt aus den Augen verlieren. Eine natürliche und selbstkritische Um- und Weitsicht ist sehr wichtig als korrigierendes Element im Umgang mit Technik, aber auch mit Menschen im Rahmen der täglichen Arbeit.“

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Johanna Jannsen
26 Jahre
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geplanter Abschluss: Diplom

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22.05.2013 | 16:06:07

Studienschwerpunkte • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

Thema: Luft - und Raumfahrttechnik II

Text: Hallo YouDon'tKnowAlex, vielen Dank für deine Frage und Geduld. Eine allgemein gültige Antwort zu formulieren, welche Universität die „beste“ ist und...

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