Die Fachrichtungen
Das Studium des Bauingenieurwesens
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© giftgruen / Photocase.com, Richard Oechsner / Fotolia
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Das Bauingenieurwesen zählt neben dem Maschinenbau und der Elektrotechnik zu den drei klassischen Ingenieurdisziplinen. Zudem ist es sicherlich der Zweig mit der längsten Historie. Bauingenieure gibt es schon seit der Antike. Baute man früher Pyramiden und Burgen, plant man heute Hochhäuser, Autobahnen, Tunnel, Klärwerke oder riesige Shopping-Malls. Die Tätigkeitsfelder sind vielseitig und reichen von A wie Abfallentsorgung bis Z wie Ziegelmauerwerk. So kümmern sich Bauingenieure auch um Aufgaben wie Wasserversorgung, Verkehrssteuerung, Stadtplanung, Eisenbahnbau oder Flussregulierung. Zum Einsatz kommen sie nicht nur in Baufirmen, sondern auch in Ingenieurbüros sowie in Behörden und Verbänden. Besonders gut stehen die Chancen, ins Ausland zu gehen, denn die großen deutschen Bauunternehmen machen einen überwiegenden Teil ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands. Auch im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit werden Bauingenieure für Infrastrukturprojekte benötigt.
Basis sind Naturwissenschaft und Technik
Anders als beim Studium der Architektur stehen hier nicht so sehr die Kreativität und Ästhetik im Vordergrund, sondern Planung, Statik, Technik und Funktionalität. Ein breit angelegtes Wissen bereitet die Studenten schon in den ersten Semestern darauf vor, diese komplexen Aufgaben von der Projektierung bis zur Baustelle bewältigen zu können.
Neben den Ingenieurgrundlagen aus Mathe, Physik, Mechanik und Informatik spielen sogar Aspekte aus den Bereichen Recht und Betriebswirtschaftslehre eine Rolle. Auch praxisnahe Vorlesungen wie Baustoffkunde und Konstruktionslehre stehen in den ersten drei bis vier Semestern auf dem Studienplan. Hinzu kommen Grundlagen aus allen Gebieten des Bauingenieurwesens wie der technische Ingenieurbau, die Technische Mechanik, Werkstoffkunde inklusive Bauphysik und -chemie, Baukonstruktion, Bauinformatik, Vermessungskunde, Umwelt und Ökologie und natürlich die allgegenwärtige Statik.
Spezialisierung auf mehrere Fachrichtungen möglich
In den höheren Semestern und im Masterstudium können sich die Studenten dann in einer der folgenden Vertiefungsrichtungen spezialisieren (in Klammern der jeweilige Anteil der Absolventen, Stand 2004/05). Spätestens hier wird deutlich, dass Bauingenieure nicht nur Bauwerke planen und errichten, sondern ein sehr vielseitiges Berufsbild haben.
Konstruktiver Ingenieurbau (38 %): Das klassische Tätigkeitsfeld der Bauingenieure, bei dem es vor allem um Hochbauten wie Wohn- und Gewerbegebäude, Brücken und Türme aus Beton, Stahl und Holz geht.
Wasserbau, Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft (19 %): Wird je nach Hochschule auch als Umwelttechnik bezeichnet. Inhalte sind vor allem Bauwerke wie Staudämme, Deiche oder Kaianlagen, die Gewinnung und Verteilung von Trinkwasser sowie die Abwasser- und Abfallwirtschaft.
Baubetrieb (18 %): Das Fachgebiet befasst sich weniger mit rein technischen oder naturwissenschaftlichen Methoden, sondern mit dem Management von Bauprojekten, der Bauverfahrenstechnik, betriebswirtschaftlichen Aspekten der Bau- und Unternehmensleitung und dem Facility Management.
Verkehr und Raumplanung (10 %): Neben der Stadt-, Raum-, und Regionalplanung geht es hier um alles, was mit Mobilität zu tun hat. Von der Verkehrsplanung und -lenkung über den Straßenbau bis hin zum Bau und Betrieb von Eisenbahnanlagen und Flughäfen.
Geotechnik (6 %): In diesem Fachgebiet, das auch Grundbau oder Bodenmechanik genannt wird, befasst sich der Bauingenieur mit Bauwerken an oder unter der Erdoberfläche. Dazu gehören beispielweise Fundamente und Gründungen, Tunnel, Kanäle, Dämme und das Bauen im Fels.
Planen, Rechnen, Konstruieren
Manche Hochschulen stellen die Fächer der Vertieferrichtungen anders zusammen. So werden bisweilen auch Umwelttechnik mit Verkehrs- und Raumplanung oder Baubetrieb mit Grundbau kombiniert. Darüber hinaus bieten vor allem Fachhochschulen eine Reihe mehr oder weniger exotischer Studienabschlüsse, die über die Spezialisierung der oben genannten Vertiefungsrichtungen hinausgehen. Beispiele sind Hafenbau und Küstenschutz, Werkstoffkunde, Facility Management oder Bauinformatik. Aber ob der Bauingenieur nun lernt, im Verkehrswesen ein Autobahnkreuz zu planen, im Wasserbau die deutsche Küste mit Deichen zu überziehen, im Fach Geotechnik Tunnel durch die Alpen zu graben oder sich im Bereich Umweltschutz um den Austausch ökologisch bedenklicher Baustoffe zu kümmern – immer sind technisches Know-how, konstruktives und planerisches Geschick und eine Menge Berechnung und Informatik erforderlich.
Anspruchsvolles Studium
In kleinen und großen Projektarbeiten fertigt der Student Entwürfe an, die ihm einen Vorgeschmack auf den späteren Job geben. Anfangs plant man ein Einfamilienhaus oder einen Abwasserkanal, dann geht es an komplexere Aufgaben und man entwirft Brücken, Kläranlagen, Sportstadien oder Flughäfen. An allen Hochschulen sind Berufspraktika Pflicht. Meist werden ein oder zwei Praxissemester in Baufirmen, Bauverwaltungen und in Ingenieurbüros abgeleistet.
Auch wenn das Bauingenieurwesen eine praktische Materie ist und man schon mal in Gummistiefeln durch den Baustellenmatsch wandert, baut alles auf der Theorie auf. Mathe und Informatik sind allgegenwärtig und die ersten vier Semester gelten als die härteste Phase des Studiums. Der Trend geht zum fachübergreifenden Lernen. Computer Engineering und Computer Mechanics verbinden das Bauingenieurwesen mit den neuesten Kenntnissen aus Maschinenbau und Informatik. Hinzu kommt, dass Bauingenieure immer stärker im Spannungsfeld zwischen umweltpolitischen Ansprüchen und wirtschaftlichen Vorgaben stehen und dabei fächerübergreifende Lösungen und neue technologische Ansätze finden müssen.
Als Grundvoraussetzungen sollte man Organisationstalent, analytisches Denken, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Spaß an der Berechnung und Konstruktion von komplexen Modellen mitbringen.
Basis sind Naturwissenschaft und Technik
Anders als beim Studium der Architektur stehen hier nicht so sehr die Kreativität und Ästhetik im Vordergrund, sondern Planung, Statik, Technik und Funktionalität. Ein breit angelegtes Wissen bereitet die Studenten schon in den ersten Semestern darauf vor, diese komplexen Aufgaben von der Projektierung bis zur Baustelle bewältigen zu können.
Neben den Ingenieurgrundlagen aus Mathe, Physik, Mechanik und Informatik spielen sogar Aspekte aus den Bereichen Recht und Betriebswirtschaftslehre eine Rolle. Auch praxisnahe Vorlesungen wie Baustoffkunde und Konstruktionslehre stehen in den ersten drei bis vier Semestern auf dem Studienplan. Hinzu kommen Grundlagen aus allen Gebieten des Bauingenieurwesens wie der technische Ingenieurbau, die Technische Mechanik, Werkstoffkunde inklusive Bauphysik und -chemie, Baukonstruktion, Bauinformatik, Vermessungskunde, Umwelt und Ökologie und natürlich die allgegenwärtige Statik.
Spezialisierung auf mehrere Fachrichtungen möglich
In den höheren Semestern und im Masterstudium können sich die Studenten dann in einer der folgenden Vertiefungsrichtungen spezialisieren (in Klammern der jeweilige Anteil der Absolventen, Stand 2004/05). Spätestens hier wird deutlich, dass Bauingenieure nicht nur Bauwerke planen und errichten, sondern ein sehr vielseitiges Berufsbild haben.
Konstruktiver Ingenieurbau (38 %): Das klassische Tätigkeitsfeld der Bauingenieure, bei dem es vor allem um Hochbauten wie Wohn- und Gewerbegebäude, Brücken und Türme aus Beton, Stahl und Holz geht.
Wasserbau, Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft (19 %): Wird je nach Hochschule auch als Umwelttechnik bezeichnet. Inhalte sind vor allem Bauwerke wie Staudämme, Deiche oder Kaianlagen, die Gewinnung und Verteilung von Trinkwasser sowie die Abwasser- und Abfallwirtschaft.
Baubetrieb (18 %): Das Fachgebiet befasst sich weniger mit rein technischen oder naturwissenschaftlichen Methoden, sondern mit dem Management von Bauprojekten, der Bauverfahrenstechnik, betriebswirtschaftlichen Aspekten der Bau- und Unternehmensleitung und dem Facility Management.
Verkehr und Raumplanung (10 %): Neben der Stadt-, Raum-, und Regionalplanung geht es hier um alles, was mit Mobilität zu tun hat. Von der Verkehrsplanung und -lenkung über den Straßenbau bis hin zum Bau und Betrieb von Eisenbahnanlagen und Flughäfen.
Geotechnik (6 %): In diesem Fachgebiet, das auch Grundbau oder Bodenmechanik genannt wird, befasst sich der Bauingenieur mit Bauwerken an oder unter der Erdoberfläche. Dazu gehören beispielweise Fundamente und Gründungen, Tunnel, Kanäle, Dämme und das Bauen im Fels.
Planen, Rechnen, Konstruieren
Manche Hochschulen stellen die Fächer der Vertieferrichtungen anders zusammen. So werden bisweilen auch Umwelttechnik mit Verkehrs- und Raumplanung oder Baubetrieb mit Grundbau kombiniert. Darüber hinaus bieten vor allem Fachhochschulen eine Reihe mehr oder weniger exotischer Studienabschlüsse, die über die Spezialisierung der oben genannten Vertiefungsrichtungen hinausgehen. Beispiele sind Hafenbau und Küstenschutz, Werkstoffkunde, Facility Management oder Bauinformatik. Aber ob der Bauingenieur nun lernt, im Verkehrswesen ein Autobahnkreuz zu planen, im Wasserbau die deutsche Küste mit Deichen zu überziehen, im Fach Geotechnik Tunnel durch die Alpen zu graben oder sich im Bereich Umweltschutz um den Austausch ökologisch bedenklicher Baustoffe zu kümmern – immer sind technisches Know-how, konstruktives und planerisches Geschick und eine Menge Berechnung und Informatik erforderlich.
Anspruchsvolles Studium
In kleinen und großen Projektarbeiten fertigt der Student Entwürfe an, die ihm einen Vorgeschmack auf den späteren Job geben. Anfangs plant man ein Einfamilienhaus oder einen Abwasserkanal, dann geht es an komplexere Aufgaben und man entwirft Brücken, Kläranlagen, Sportstadien oder Flughäfen. An allen Hochschulen sind Berufspraktika Pflicht. Meist werden ein oder zwei Praxissemester in Baufirmen, Bauverwaltungen und in Ingenieurbüros abgeleistet.
Auch wenn das Bauingenieurwesen eine praktische Materie ist und man schon mal in Gummistiefeln durch den Baustellenmatsch wandert, baut alles auf der Theorie auf. Mathe und Informatik sind allgegenwärtig und die ersten vier Semester gelten als die härteste Phase des Studiums. Der Trend geht zum fachübergreifenden Lernen. Computer Engineering und Computer Mechanics verbinden das Bauingenieurwesen mit den neuesten Kenntnissen aus Maschinenbau und Informatik. Hinzu kommt, dass Bauingenieure immer stärker im Spannungsfeld zwischen umweltpolitischen Ansprüchen und wirtschaftlichen Vorgaben stehen und dabei fächerübergreifende Lösungen und neue technologische Ansätze finden müssen.
Als Grundvoraussetzungen sollte man Organisationstalent, analytisches Denken, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und Spaß an der Berechnung und Konstruktion von komplexen Modellen mitbringen.

