» M+E

Das Herz der Wirtschaft

Wofür steht eigentlich M+E? Die Metall- und Elektroindustrie bildet den Kern der deutschen Wirtschaft. Ein Überblick.

» THINK ING. Shop

Technikmuseen-Buch

Technikmuseen-Buch

Exklusiv im THINK ING. Shop: Wo Technik Spaß macht! Science Center und Technikmuseen in Deutschland 2012

» THINK ING. kompakt

Jeden Monat neue Infos

Jeden Monat neue Infos

kompakt informiert über Ingenieur- studium und -beruf. Stöbern Sie in der neuen Ausgabe oder im Archiv ...

» Materialbestellung

Informationsbroschüren

Informationsbroschüren

Ingenieur- Studiengänge eröffnen viele Perspektiven. Wie? THINK ING. Info-Material zeigt den Weg ...

» THINK ING. Shop

Werk über Felix Wankel

Werk über Felix Wankel

Das einzige Werk von Felix Wankel, dem Erfinder des Wankel-Motors, wurde als Faksimile mit Begleitband neu aufgelegt.

Zum Think-Ing. Forum

RSS-Feed abonnieren

Diese Seite drucken

Die Fachrichtungen

Fachinfo des Monats: Umweltverfahrenstechnik

Dank Umwelttechnik: Rauchende Schlote, aber reduzierte Emissionen

Interview mit Dr.-Ing. Reinhard Schulz vom Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik der Universität Duisburg-Essen

Dr. Reinhard Schulz arbeitet an der Universität Duisburg-Essen im Fachbereich der Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik. Bei den dortigen Vorlesungen, Seminaren und Praktika lernt man die Grundlagen der Gasreinigung und –Analytik, Abwasserreinigung, Abfall- und Reststoffentsorgung, Verbrennungstechnik, Chemische Verfahrenstechnik und das Wissen der Anlagentechnik. Verschiedene studentische Arbeitsgruppen beschäftigen sich dazu mit Themen der umweltfreundlichen Energie- und Verfahrenstechnik, Abfall- und Reststoffbehandlung, Schadstoffabscheidung, Umweltmesstechnik und unterschiedlichen Umweltdienstleistungen. Der Lehrstuhl legt großen Wert auf die Verbindung aus Forschung und Praxis. Daher sind in den eigenen Versuchshallen eine ganze Reihe von Pilotanlagen vorhanden, die meist in Kooperation mit Industrieunternehmen genutzt werden.
Berufsbezeichnung:
Position:

Name:
Alter:

Unternehmen:
Branche:
Mitarbeiterzahl:
Arbeitsort:
Dipl.-Ing., Dr.-Ing.
Akademischer Oberrat

Dr. Reinhard Schulz
58 Jahre

Universität Duisburg-Essen
Umwelttechnik
4400
Essen
Herr Dr. Schulz, Sie sind Dozent am Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik der Universität Duisburg-Essen. In welchem Bereich liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?
Eigentlich sollte ich in der Lehre und Forschung tätig sein. Aufgrund von personellen Engpässen muss ich mich aber überwiegend mit Verwaltungsaufgaben wie Mittelverwaltung, Material- und Gerätebeschaffung sowie der Formulierung von Forschungsanträgen beschäftigen. Auch für die Einstellung von Personal bin ich zuständig.

Gibt es für Sie überhaupt noch den typischen Ingenieur? Oder sind die Fachgebiete und Spezialisierungsrichtungen mittlerweile so vielfältig, dass ein Ingenieur der Verfahrenstechnik nicht mehr viel mit einem Elektrotechniker, Maschinenbauer oder anderen Ingenieur-Disziplinen zu tun hat?
Allen Ingenieuren ist gemeinsam, dass sie über ein technisches Grundwissen verfügen (sollten) auf das ihr Spezialwissen aufbaut. Gerade die Verfahrenstechnik ist sehr stark interdisziplinär aufgebaut. Man arbeitet als Verfahrenstechniker stets mit Chemikern, Physikern und Maschinenbauern zusammen.

Wann und wie fiel denn in Ihrer persönlichen Biographie die Entscheidung Ingenieur werden zu wollen?
Ich war als Schüler schon an technischen Dingen interessiert, besonders die Chemie hatte es mir angetan. Nach meinem Abitur im Jahre 1968 waren jedoch die Berufsaussichten für Chemiker nicht besonders rosig, zumindest waren die Prognosen damals nicht so gut. Dies sollte sich dann auch bewahrheiten, denn bei Beendigung meines Studiums gab es tatsächlich eine „Chemikerschwemme“. Da man als Verfahrenstechniker sowohl in der Chemie als auch in nahezu allen anderen Industriebereichen arbeiten kann, habe ich mich für dieses Studium entschieden.

Warum haben Sie sich für eine Karriere an der Universität entschieden? Unterscheidet sich die Arbeit dort stark vom normalen Arbeitsalltag eines Verfahrenstechnik-Ingenieurs in der Industrie?
Mich hat zunächst gereizt, in der Forschung tätig zu werden und zu experimentieren. Daneben war natürlich auch die Möglichkeit zu promovieren sehr reizvoll.
Das Arbeitsklima an einem Hochschulinstitut hängt sehr vom Chef ab. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist man auf ein gutes Verhältnis zu seinem Professor angewiesen. In der Regel ist der Leistungsdruck an der Hochschule nicht so stark wie in der Industrie, denn es geht ja nicht ausschließlich ums Geldverdienen, sondern darum, Wissen zu erlangen und dieses dann auch an die Studenten weiterzugeben.

Hat sich nur das Ingenieurstudium verändert oder haben Sie in Ihren Jahren an der Universität auch eine Veränderung bei den Studierenden der Ingenieurwissenschaften festgestellt?
An den Grundlagenfächern hat sich naturgemäß sehr wenig verändert. Große Veränderungen hat es dagegen durch den Einsatz von PC und EDV gegeben, beispielsweise beim technischen Zeichnen oder in der Mess- und Regelungstechnik. Bei den Studenten hat sich aus meiner Sicht nichts geändert, außer dass es mehr weibliche Studenten als zu meiner Studienzeit gibt.

Welche Voraussetzungen und Vorkenntnisse sollte ein Student der Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik idealerweise mitbringen?
Im Grunde genommen gibt es keine besonderen Vorkenntnisse für das Studium der Verfahrenstechnik. Wer das Vordiplom in Maschinenbau gemeistert hat, der kann auch Verfahrenstechnik studieren.

Welche beruflichen Perspektiven eröffnen sich nach Abschluss dieses Studienganges?
Nach einigen Jahren mit Stellenmangel für Ingenieure und dem daraus resultierten Rückgang der Studentenzahlen ist mittlerweile ein erheblicher Ingenieurmangel zu registrieren. Dies wirkt sich besonders in der Umwelttechnik aus, da dies ein stark expandierender Markt ist. Die Aussichten für unsere Absolventen sind also im Moment und wohl auch auf längere Sicht ausgezeichnet.

Inwieweit spielt für die Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik im Export-Weltmeisterland BRD das Ausland eine Rolle? Was bedeutet das für die Studierenden?
In der Umwelttechnik gehört Deutschland zu den führenden Nationen. Deutsche Anlagen finden sich in aller Welt. In vielen Ländern, wie zum Beispiel in China, herrscht auf dem Umweltsektor ein starker Nachholbedarf. Das bedeutet relative Sicherheit für die Arbeitsplätze, da die Anlagen für den Export zumeist in Deutschland vorgefertigt werden. Zum anderen bietet es den jungen Leuten in ihrem Berufsleben die Chance, auch mal im Ausland arbeiten zu können.

Erwachsene greifen ja gerne zur vielzitierten Phrase „Früher war alles besser!“ Was ist denn an der Universität Duisburg-Essen heutzutage besser?
Die Universität Duisburg-Essen hat gegenüber den großen Technischen Universitäten wie der TU-Berlin oder der RWTH-Aachen den Vorteil, dass das Lehrangebot sehr überschaubar ist und aufgrund des guten Student-/Dozent-Verhältnisses eine individuelle Betreuung der Studierenden gewährleistet ist.

Welche drei fachlichen und welche drei charakterlichen Eigenschaften wünschen Sie sich für die Nachwuchs-Ingenieure, die Sie an der Uni „ausbilden“?
- Technisches Verständnis
- Gute Vorkenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften
- Gekonnte Ausdrucksformen im Schrift und Sprache
- Interesse am universitären Leben auch außerhalb des reinen Lehrbetriebs (zum Beispiel durch Mitarbeit in der Fachschaft)
- Zielstrebiges Arbeiten
- Zuverlässigkeit

Welchen ganz allgemeinen Rat geben Sie jungen Menschen, die eine Ingenieurkarriere einschlagen wollen?
Sie sollten sich vor Aufnahme des Studiums möglichst intensiv mit den Inhalten und Anforderungen des Studienfaches informieren.

Wie sieht es denn mit der Verteilung Ihres eigenen in Studium und Beruf erworbenen Wissens in Ihrer jetzigen Dozenten-Tätigkeit aus? (Angaben bitte in Prozent):
a) Basiswissen aus dem Studium: 10 %
b) privat angeeignetes Wissen: 10 %
c) aus der Erfahrung angeeignetes Wissen: 40 %
d) an der Uni erworbenes Spezialwissen: 40 %

Wo sehen Sie für Ihre Studenten die größten Hürden in Ihrem Fachbereich? Und wie helfen Sie dabei, diese zu überwinden?
Um ein zügiges Studium zu gewährleisten, sollten Prüfungen und andere Studienleistungen (z.B. Praktikumsberichte) möglichst zeitnah zu den Veranstaltungen erledigt werden. Ich kann die Studenten leider immer wieder nur darauf hinweisen.

Fahren sie ein schadstofffreies Auto, trennen Sie Ihren Hausmüll gewissenhaft und fließt bei Ihnen Öko-Strom aus der Steckdose? Oder ist es noch ein langer Weg bis die Möglichkeiten der Umwelttechnik alle Lebensbereiche erreicht haben?
Mein Auto ist zehn Jahre alt, das nächste wird sicherlich schadstoffärmer, wenn auch nicht schadstofffrei. Meinen Hausmüll trenne ich schon aus Kostengründen gewissenhaft, ich habe mit meinem Nachbarn eine gemeinsame Restmülltonne und selbst die wird selten voll. Der Bezug von reinem Ökostrom ist aus meiner Sicht erst langfristig erreichbar, dies gilt auch für viele andere Möglichkeiten der Umwelttechnik.

Was machen Sie denn eigentlich mit dem iPod, den Sie kürzlich bei der THINK ING.-Newsletter-Verlosung gewonnen haben?
Ich werde ihn wahrscheinlich meinem Sohn schenken. Der ist übrigens kein Ingenieur, sondern Wirtschaftsinformatiker, immerhin auch technisch angehaucht.


Herr Dr. Schulz wir danken Ihnen für das Gespräch.

21.05.2012 | 15:12:50

Ingenieurberuf - Arbeitsmarkt • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

Thema: Outotec offers a vacant position for a Product/Process Engin

Text: Outotec develops and provides technology solutions for the sustainable use of Earth's natural resources. As the global leader in minerals and metals...

THINK ING. auf Facebook
» Maschinenbau-Quiz

Über Autos und Schiffe

Über Autos und Schiffe

Formeln, Autos, Schiffe. Zehn Fragen rund um die Fachrichtung Maschinenbau - mal amüsant, mal knifflig. In jedem Fall erklären die umfassenden Antworten die Zusammenhänge.

»THINK ING.-Shop

Gewinner des Deutschen Computerspielpreises: ExperiMINTe

Video
» Internes

Datenschutz

Datenschutz

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise zur Benutzung dieser Webseite

» Grafik des Monats

Hoher Ingenieurbedarf

Hoher Ingenieurbedarf

Der Gesamtbedarf an Ingenieuren steigt in den nächsten Jahren weiter an. Für immer mehr Positionen ist technisches Know-how erforderlich.