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Maschinenbau

Das Studium der Kunststofftechnik

Kunststofftechnik
Circa vier Sekunden dauert es, mehrere Milliarden winziger Vertiefungen im Spritzgießverfahren in einer CD zu versenken. Dann hat man einen Silberling prall gefüllt mit Musik in allerbester Qualität. Möglich wird das durch Polycarbonat und dessen hervorragende Fließfähigkeit.
Die Welt der Kunststoffe hört sich nicht nur gut an, sie bietet auch eine riesige Palette an Verwendungsmöglichkeiten. Auf Polyurethanen sinkt man angenehm in den Schlaf oder sitzt bequem vor dem Fernseher, denn sie stecken als Schaum in Matratzen oder Polstermöbeln, sie umgeben als Verpackungsmaterial das gerade bei E-Bay bestellte Schnäppchen, umhüllen als großflächige Wärmedämmung die eigenen vier Wände oder verleihen der neuen Winterjacke wohlige Wärme. Ein ähnliches Multitalent ist Polystyrol. Ob Zahnbürste oder Kamm, Kleiderbügel, Wäscheklammern oder Salatschüssel – unzählige Gebrauchsartikel sind aus diesem Material. Die Aufzählung ließe sich nahezu endlos weiterführen. Epoxydharze stecken in Klebstoffen, Viskose und Polyamide in Textilien, Polyacrylate in Plexiglas und Brillengläsern, Aminoplaste in Steckern, Schaltern und Steckdosen, Polytetrafluorethane dienen als Teflon-Beschichtungen in Bratpfannen, Polypropene finden sich in elektrischen Haushaltsgeräten, Kofferschalen, Auto-Bauteilen, Flaschen, Folien ... und und und ...

Die Kunst der Stoffe
Die Multitalente mit ihren unterschiedlichen chemischen Verbindungen umschwirren uns überall in Industrie und Alltag. In allen Facetten, in immer neuen Anwendungsgebieten, in ständig optimierten Rezepturen. Kunststoffe sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Da ist es keine Kunst zu behaupten, dass Ingenieure der Kunststofftechnik jetzt und in Zukunft beste Karrierechancen haben.

Es gibt drei große, eng miteinander verzahnte Bereiche: 1. Die Kunststoff-Erzeugung, die den wertvollen Stoff herstellt. 2. Die Kunststoff-Verarbeitung, die optimale, funktionsgerechte Fertigteile produziert. 3. Der Kunststoff-Maschinenbau, der die zur Verarbeitung nötigen speziellen Maschinen und Werkzeuge entwickelt.

Überall in diesen Bereichen stecken Ingenieure. Sie müssen neue Produktlösungen suchen, geeignete (Kunststoff)-Werkstoffe oder Spritzgießmaschinen entwickeln, neue Kunststoffe bewerten, Wirtschaftlichkeit und ökologische Verträglichkeit prüfen sowie die Produktionsprozesse optimieren. Ihr spezielles Wissen eröffnet ihnen auch international ein breites Arbeitsfeld im Maschinen-, Apparate- und Anlagenbau, in der Konsumgüterindustrie, im Automobil-, Flugzeug- und Schiffbau, in der Medizintechnik, der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie sowie im Umweltschutz. Hinzu kommen neue Anforderungen durch knappe Ressourcen und aktuelle Umweltaspekte. Hier sind neue Verfahren erforderlich, die eine neue Generation von Kunststoffen aus nachwachsenden und recycelbaren Rohstoffen ermöglichen.

Studium und Material mit Zukunft
Das Studium der Kunststofftechnik als eigenständiger Studiengang wird in Deutschland nur an einigen wenigen Fachhochschulen angeboten. An fast allen größeren FHs oder Universitäten spielt die Kunststofftechnik aber trotzdem eine große Rolle – und zwar als Vertiefungsrichtung in den weiterführenden Semestern im Rahmen eines Maschinenbau- oder Chemie-Studiums sowie in den Fachbereichen Werkstoffwissenschaften oder Verfahrenstechnik.

Entscheidet man sich für einen eigenständigen Studiengang Kunststofftechnik, gliedert sich das Studium wie folgt: Zuerst warten die ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen mit Mathe, Physik, Chemie und technischem Englisch auf die Erstsemester. Dann folgen die verfahrenstechnischen Schwerpunkte und das Basiswissen des Maschinenbaus beziehungsweise der Kunststofftechnik. Vorlesungen und Seminare zu Kunststoffmaschinen, Verarbeitungsverfahren, Werkstoffkunde und Chemie der Kunststoffe, Experimentier- und Messtechnik, aber auch Technische Mechanik, Maschinenelemente, Computer Aided Design, industrielle Fertigungstechnik sowie Betriebsorganisation und Management stehen zu diesem Zeitpunkt auf dem Stundenplan. Zudem gibt es noch Kunststoff-Maschinen-Praktika und viele spezielle Vertiefungen zu Themen wie Kunststofftechnologie, chemische Verfahrenstechnik, Verbundwerkstoffe, Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, Umweltrecht, Projektabwicklung und Wirtschaftlichkeitsanalysen.

Hat man diesen Teil der eigenen Lebensgeschichte dann mit Abschlussarbeit und Prüfung endlich hinter sich gebracht, sollte man sich daran erinnern, dass die Geschichte der Menschheit schon immer die Geschichte der Werkstoffe war. Nach Steinzeit, Bronzezeit und Stahlzeitalter stehen wir jetzt schließlich gerade erst am Beginn des Polymer-, also Kunststoffzeitalters. Da hat man als Ingenieur der Kunststofftechnik einen echten Evolutionsvorteil, wenn man von Anfang dabei ist – beim Thema Kunststoff.

22.05.2013 | 16:06:07

Studienschwerpunkte • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

Thema: Luft - und Raumfahrttechnik II

Text: Hallo YouDon'tKnowAlex, vielen Dank für deine Frage und Geduld. Eine allgemein gültige Antwort zu formulieren, welche Universität die „beste“ ist und...

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