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Das Studium des Rettungsingenieurwesens

Das Studium des Rettungsingenieurwesens
Helfer in der Not werden immer gebraucht. Allerdings nicht nur, wenn der Keller des Nachbarn überschwemmt ist, die Katze miauend im Bauwipfel sitzt oder die beste Freundin sich ein Bein gebrochen hat, sondern auch im großen, manchmal auch globalen Maßstab. Dann geht’s um effiziente Organisation, Technikeinsatz, Kostenplanung und Logistik. Spezialisiert darauf sind Rettungsingenieurinnen und -ingenieure. Sie sind bestens vorbereitet auf Schadensereignisse, Hilfseinsätze, Krisenmanagement und Katastrophenschutz. Ihr Know-how reicht von der Evakuierung eines Krankenhauses wegen einer Bombendrohung über die Koordination der örtlichen Feuerwehren bei einem Großbrand bis hin zur großangelegten Verteilung von Lebensmitteln nach einem apokalyptischen Erdbeben in der Karibik. Natürlich erfordern solche großen Herausforderungen im Job einen speziellen Studiengang mit einem Mix aus naturwissenschaftlichen, technischen, medizinischen und organisatorischen Elementen. Lernziel: Komplexe theoretische Konzepte für die Krise und die Kombination von Management-Aufgaben mit technischer Hilfeleistung. Praktischer Nutzen: die Rettung von Menschen aus jeglicher Form von Not oder Misere.

Krisenmanager und Technik-Experte zugleich
Die Anforderungen im Rettungswesen und Katastrophenmanagement haben sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Ob Naturkatastrophe, Terroranschlag, Massenpanik oder Pandemie, mit der klassischen Ausbildung zum Rettungsassistenten oder Feuerwehrmann sind Planung und Steuerung solcher Rieseneinsätze nicht mehr möglich. Ingenieurgemäßes Denken, technisches Verständnis und organisatorisches Geschick sind ebenso gefragt, wie die Fähigkeit, kurzfristig und unter Druck, weitreichende Entscheidungen zu treffen.

Man denke nur an eine verheerende Flutkatastrophe wie die in Pakistan mit 20 Millionen Betroffenen, vier Millionen Obdachlosen und einem Land, das ohnehin kaum über Infrastruktur verfügt und zu einem Fünftel durch Wasser verwüstet wurde.
Bei so einem, noch dazu international vernetzten, Rieseneinsatz geht es in erster Linie um blitzschnelle Planung, effektive Hilfe, technischen Neuaufbau sowie die funktionierende Koordination mit örtlichen Behörden und unterschiedlichen Hilfsorganisationen.
Wie kommen die Hilfsgüter ins Ausland? Sind die Verkehrswege zerstört? Wie viele Rettungsboote stehen zur schnellen Evakuierung von Flutopfern zur Verfügung? Wie lassen sich Lebensmittel verteilen und Zeltstädte aufbauen?
Logistisches, Technisches und Praktisches gehen Hand in Hand. In so einer Extrem-Situation muss alles auf einmal organisiert werden, vom Transall-Transportflugzeug über Rettungshubschrauber und Seilwinden bis hin zur Wasserversorgung der Notfall-Camps und Planierraupen für den Bau neuer Straßen. Und bereits im Zuge dieser ersten Maßnahmen gilt es ebenso, die weiteren Auswirkungen zu analysieren und Vorkehrungen gegen drohende Seuchen, Epidemien, Plünderungen oder weitere Wassermassen zu treffen.

Führungskraft mit Überblickswissen und Allroundtalent
Rettungsingenieurinnen und -ingenieure sind interdisziplinäre Allroundtalente im Dienst der Menschlichkeit. Dazu beherrschen sie logistische Bedarfsplanungen, haben Kenntnisse in den Bereichen Elektro-, Nachrichten- und Fahrzeugtechnik oder wissen wie Medizinische Technik sowie Anlagen- und Verfahrenstechnik richtig eingesetzt wird. Ebenso verfügen die Retter in der Not über betriebswirtschaftliches Know-how zur Abschätzung der Kosten und zur effektiven Budgetierung, kennen die Strukturen der großen Hilfsorganisationen und können auch bei Themen wie Personalführung, Rechtskunde und Psychologie mitreden.

Letztlich landen Rettungsingenieurinnen und -ingenieure aufgrund ihrer besonderen, interdisziplinären Qualifikation und ihrer Kompetenz in Führung und Management zumeist in großen Organisationen oder Institutionen. Das können Feuerwehren und Rettungsdienste sein, der Zivil- und Katastrophenschutz, Polizei oder Bundeswehr, nationale und internationale Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk oder das Rote Kreuz. Aber auch in großen Firmen oder Ingenieurbüros finden sich Aufgaben, die zum Beispiel in der Brandschutzplanung, der Arbeitssicherheit, Gefahrenabwehr oder Sicherheitstechnik liegen können.

Hilfe und Rettung im Studium
Wer in der Rettung auch seine Ingenieur-Zukunft sieht, der findet zurzeit noch ein überschaubares Studienangebot vor. Nur zwei deutsche Hochschulen bieten ein Studium an, das Ingenieurinnen und Ingenieure garantiert krisenfest macht. An der Fachhochschule Köln gibt es den Bachelor-Studiengang für Rettungsingenieurwesen (Rescue Engineering) und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg hat mit einer entsprechenden Fachrichtung nachgezogen.
Hat man die allgemeine Fachhochschulreife in der Tasche und ein mehrwöchiges, vorbereitendes Praktikum im Rettungs- oder Ingenieurwesen absolviert, kann man loslegen. Auf die Erstsemester wartet dann ein Wissens-Cocktail, der ein wenig dem Wirtschaftsingenieur-Studiengang ähnelt und ingenieurwissenschaftliches Know-how mit BWL und sozialwissenschaftlichen Grundlagen verknüpft. Hinzu kommen natürlich die verschiedenen rettungsspezifischen Fächer.

Ohne Naturwissenschaften ist man rettungslos verloren, deshalb bekommt man es schon zu Studienbeginn mit Mathematik, Chemie, Physik, Technischer Mechanik, Strömungslehre, Thermodynamik, Elektrotechnik, Werkstoffkunde sowie der Konstruktions- und Bautechnik zu tun. Unter den studentischen Notfallplan mischen sich dann aber auch Vorlesungen und Seminare zur Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre, zum Projektmanagement, zur Arbeitssicherheit, Materialwirtschaft, Logistik, Gefahrenabwehr oder zu den Grundlagen des Rechnungswesens.
Alles andere als erste Hilfe sind dann die Spezialfächer, die in den weiterführenden Semestern folgen. Auf dem Programm stehen Themen wie Grundlagen von Kommunikationssystemen, Verwaltung von Nonprofit-Unternehmen, Rettungsfahrzeuge und -geräte, elektromagnetische Felder und Strahlungen, Operations Research und Netzplantechnik, Städteplanung und Abfallentsorgung, Umwelttechnik, Wirtschaftsstatistik, Epidemiologie, Controlling, Personalwirtschaft oder Krisen- und Qualitätsmanagement.
Kurz vor Ende des Studiums ist ein Praxissemester bei entsprechenden Organisationen oder Institutionen vorgesehen. Danach kann man sich auf die Bachelorarbeit und die Abschlussprüfungen stürzen.

Von nun an heißt es: Rettung naht und Hilfe, die ankommt! Dank gut ausgebildeter Ingenieurinnen und Ingenieuren des Rettungsingenieurwesens.

18.05.2013 | 15:10:57

Maschinenbauingenieur/in • Maschinenbau

Thema: Tragvorrichtung für große Lasten/kleine Aufnahmepunkte

Text: Hallo zusammen, Zuerst ein paar Fakten: Wir (4 Maschinenbaustudenten) müssen im Rahmen einer konstruktiven Projektarbeit eine Vorrichtung bauen, bei...

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