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Das Studium der Technischen Redaktion

Das Studium der Technischen Redaktion
Bedienungs- und Montageanleitungen, Gerätebeschreibungen, Sicherheitsvorschriften oder Reparatur-Handbücher – unsere Welt ist voll von Technik, aber auch voll von Publikationen, die verständlich machen sollen, wie das alles funktioniert und wie man all die Geräte benutzt. Und jeder kennt diese Verzweiflung, wenn man den frisch erworbenen LCD-Fernseher, die neue Espressomaschine oder das superstylische Handy nicht sofort und mit allen Features zum Einsatz bringen kann, weil man die beigefügte Anleitung nicht versteht, alles irgendwie umständlich, ganz anders oder gar nicht erklärt ist.

Technische Redakteure schlagen deshalb die Brücke zwischen ganz unterschiedlichen Fachgebieten. Auf der einen Seite die Welt der Ingenieure, die die Technik entwickeln, auf der anderen Seite die der Anwender, die Produkte und Maschinen bedienen wollen und deren Funktion erst noch verstehen müssen. Technische Redakteure sind zwar keine Ingenieure, aber Kommunikations-, Text- und Schreibtalente mit ingenieurwissenschaftlichen Kenntnissen und viel technischem Know-how. Ihr wahres Talent besteht darin, komplizierte Sachverhalte in leicht verständliche Sätze fassen zu können.

Multitalente mit Text und Technik
Die Zukunftsaussichten sind bestens. Das ist auch völlig einleuchtend, denn zum einen sind technische Redakteure Multitalente, die in allen Branchen eingesetzt werden können, zum anderen kommen immer mehr Produkte auf den Markt, die kompliziert und erklärungsbedürftig sind. Ob so ein Redakteur nun im Konsumgüterbereich verständliche Beipackzettel verfasst, in Industrieunternehmen Richtlinien für den Umgang mit Maschinen anfertigt, in der Telekommunikation Bedienungsanleitungen für die neuesten Handys produziert oder in der Computerbranche Handbücher für umfangreiche Software schreibt – Technikerklärungen werden immer gebraucht.
Im Vergleich zu anderen publizistischen Berufen und den erforderlichen Fabulierkünsten sind technische Redakteure stark fachlich orientiert und müssen besonders teamfähig sein, da sie ihre Informationen ja meistens von Ingenieuren aus den Entwicklungs- und Produktionsabteilungen der Unternehmen erhalten.

80% Redakteur – 20% Ingenieur
Eigentlich gibt es zwei unterschiedliche Wege in diesen Job, der zwar ingenieurtypisch ist, für den man aber kein vollwertiger Ingenieur sein muss. So kann es zwar sein, dass ein Produktentwickler oder Maschinenkonstrukteur nach einigen Jahren der Praxis seine journalistische Begabung erkennt und sich als technischer Redakteur im Unternehmen etabliert, wahrscheinlicher und effektiver ist aber heutzutage eine spezielle wissenschaftliche Hochschulausbildung. Gerade FHs offerieren zahlreiche Studiengänge in diesem Bereich und nennen das Ganze dann „Technische Redaktion“, „Technik-Journalismus“ oder „Technik-Kommunikation“. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, nach einem grundsoliden Ingenieurstudium – beispielsweise im Bereich Maschinenbau – noch einen Master im Bereich Technische Redaktion dranzuhängen oder das Ganze als nebenberufliche Zusatzqualifikation zu studieren.

Grundsätzlich muss man sich in puncto Studieninhalt aber darüber im Klaren sein, dass man nicht zu gleichen Teilen zum Ingenieur und Redakteur ausgebildet wird. Die Beherrschung des redaktionellen Handwerks steht absolut im Vordergrund und circa 80% der Inhalte drehen sich um Anleitungen, Broschüren, Website-Texte, Pressemitteilungen, Werbetexte bis hin zur Nutzung von Content-Management-Systemen. Nur etwa 20% der Lehrveranstaltungen vermitteln technisches Allroundwissen. Das verdeutlichen auch die Abschlusstitel: An manchen Hochschulen erwirbt man zwar den Bachelor- oder Master of Science (wie bei klassischen Ingenieurstudiengängen), viele vergeben aber den Zusatz „B.A. oder M.A. of Arts“.
Anders ausgedrückt bedeutet das: Jemand, der Technische Redaktion studiert hat, wäre chancenlos bei einer Bewerbung als Produktingenieur in einer Automobilfabrik. Wenn dort allerdings jemand gesucht wird, der ein Bordhandbuch für ein neues Automobil erstellen soll, dann gibt es wohl niemanden, der dafür besser geeignet wäre.

Studieninhalt und Sprachtalent
Stürzt man sich in solch ein Studium, sind erstmal grundlegende Kenntnisse über technische Sachverhalte Pflicht. Physik, Chemie, Elektrotechnik und Maschinenbau stehen auf dem Plan und auch die Informatik mit ihren Möglichkeiten zur computerunterstützten, Technischen Dokumentationen hat einen großen Stellenwert. Aber ganz zentral ist von Anfang an professionelles Deutsch inklusive Orthografie, Grammatik und Linguistik. Auch Fremdsprachen werden immer wichtiger, denn Bedienungsanleitungen sind schließlich auch nicht nur in einer Sprache verfasst.

So hat man in den ersten vier Semestern ein abwechslungsreiches Programm und eine Menge zu tun. Mathematik und Mechanik für Technische Redaktion, Technische Dokumentationen, Medienwissenschaft, Textverarbeitung, Kommunikation und Didaktik, Strukturiertes Programmieren, Layoutsysteme, Fotografie und Bildbearbeitung, Physikalische Grundlagen, Fertigungstechnik, Konstruktionselemente, digitale Medien und vieles mehr - ein bunter Mix, den man gerade in einem Studium mit Ingenieurbezug so nicht erwartet hätte.
In den weiterführenden Semestern sieht der Stundenplan ganz ähnlich aus. Technisches Englisch, Satz- und Drucktechnik, Messtechnik, Getriebetechnik, ein mehrmonatiges Industriepraktikum, sprachliche Gestaltung, Pressearbeit, Autorensysteme, Animationstechnik und – zum guten Schluss – die Bachelor-Arbeit.

Hat man das geschafft, ist man Technischer Redakteur, aber man merke: Man ist kein richtiger Ingenieur, hat aber viel mit solchen zu tun und macht überhaupt erst möglich, dass deren Arbeit und Produkte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden. Denn eigentlich hat man ja im Studium genau das gelernt, was die meisten Ingenieure nicht können: schreiben und erklären statt konstruieren und technisieren.

21.05.2012 | 15:12:50

Ingenieurberuf - Arbeitsmarkt • Ingenieurstudium/-beruf allgemein

Thema: Outotec offers a vacant position for a Product/Process Engin

Text: Outotec develops and provides technology solutions for the sustainable use of Earth's natural resources. As the global leader in minerals and metals...

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