Highspeed in Karlsruhe
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© Highspeed Karlsruhe
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Highspeed dank Teamwork
Sie löten, fräsen, telefonieren - unter dem Namen „Highspeed Karlsruhe“ bauen Studenten der Hochschule Karlsruhe an einem Rennwagen. Entwicklung und Bau sind dabei schweißtreibende Herausforderungen und die Zusammenarbeit mit dem Mittelstand stellt zusätzliche Anforderungen. Rund 50 Firmen beteiligen sich an dem Projekt.
Die grüne Startfahne flattert leicht im Wind. Zahlreiche Studenten stehen gebannt an der Rennstrecke und starren auf den roten Rennwagen, in den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt haben. Acht Monate lang haben sie bisher an ihm gebaut. Nun wird sich zeigen, ob sich die mühevolle Arbeit gelohnt hat. Es sind Studierende der Fachrichtungen Fahrzeugtechnologie, Mechatronik, Maschinenbau, Informatik, Elektronik, Nachrichtentechnik und Technische Redaktion der "Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft", die der Testfahrt ihres selbst gebauten Formelrennwagens zusehen. Monate haben sie damit verbracht, einen Prototypen zu entwickeln und zu bauen, der zugleich schnell, wendig, zuverlässig, sicher, innovativ und kostengünstig ist.
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© Highspeed Karlsruhe
Das selbstgebaute Fahrzeug.
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Das Projekt "Highspeed Karlsruhe" besteht aus 50 Studierenden, die im Rahmen ihres Studiums ihr Wissen in die Praxis umsetzen und gleichzeitig Kontakte zu Unternehmen knüpfen für spätere Berufswege. Ihre Aufgabe ist es, einen Rennwagen-Prototypen herzustellen, der für die Produktion in einer Kleinserie geeignet wäre. "Die Kombination aus Konstruktion, Planung und Fertigung ist für uns eine große Motivation", sagt Marc Schieß, Teamleiter "Frame and Bodywork". "Denn damit haben wir die Chance, unser theoretisches Wissens anzuwenden und interessanter für Unternehmen zu werden." Anfang August 2011 können die Studierenden beweisen, wie gut ihre Konzepte tatsächlich sind. Dann tritt das Team bei der Formula Student Germany auf dem Hockenheimring an, einem Konstruktionswettbewerb für Studenten aus aller Welt.
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© Highspeed Karlsruhe
Das Team ist auf Unterstützung von Firmen und Sponsoren angewiesen
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Nicht nur die Konstruktionsphase ist für die Studenten nervenaufreibend. Vor allem geht es darum, Kontakte zum Mittelstand zu knüpfen. Sie brauchen Firmen, die sie mit ihren Produkten unterstützen, aber auch Sponsoren. Dafür ist das Team auf vielen Messen und Veranstaltungen mit seinem Rennwagen vertreten und immer auf der Suche nach neuen Industriepartnern. Für das Anwerben von Kooperationspartnern haben die Studenten einen Sponsoring-Verantwortlichen, der fast ausschließlich mit Unternehmen telefoniert. "Wir haben bestimmt 50 Firmen angeworben", sagt Schieß. "Die wissen nun, wer wir sind und was wir können." Im normalen Studien-Alltag stehen die Studenten nie vor solch handfesten Aufgaben aus der Realität. "Der direkte Kontakt mit dem Mittelstand ist für uns extrem wichtig", bemerkt Marc Schieß. "Da geht es auch um unsere berufliche Zukunft, und wir dürfen keine Fehler machen." Das Institute of Materials and Processes (IMP) ist ein an der Hochschule Karlsruhe ansässiges Forschungsinstitut mit einem hochmodernen Maschinenpark. Dort beraten Fachingenieure die Stundenten im Rahmen ihres Projektes und unterstützen das Team tatkräftig bei der Fertigung. Diplom-Ingenieur Josef Buresch ist einer von ihnen. Er beschäftigt sich mit der mehrachsigen Drahterosion, die man braucht, um komplexe Konturen aus Material zu schneiden.
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© Berkenhoff GmbH
Hochleistungsdraht sorgt für schnelle Autos
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Buresch arbeitet mit einer Erodiermaschine der Firma Mitsubishi und benutzt dafür einen Hochleistungsdraht von bedra. "Das geht am besten und schnellsten mit dem bedra-Erodierdraht", sagt er, "denn bei komplexen Bauteilgeometrien braucht man einen sehr präzise arbeitenden Draht, um zum Beispiel exakte Verzahnungen für die Fahrzeugstabilisatoren herzustellen". Beim Hersteller, der Berkenhoff GmbH, war man von dem Projekt so begeistert, dass man den Studierenden Erodierdraht für die Fertigung der Teile zur Verfügung stellte. Das Ergebnis der monatelangen Teamarbeit ist ein knallroter Rennwagen, der aussieht wie ein Mini Formel-1-Wagen. Die Studenten haben einen 4-Zylinder-Motorradmotor mit einer Leistung von ca. 90 PS eingebaut. Er kann in unter vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Auf der Rennstrecke fährt nun der rote Flitzer an den Studenten vorbei, und zieht seine Runden. Das Hochschul-Team atmet auf. "Unser Wagen hat gerade die ersten Testkilometer erfolgreich absolviert", sagt Marc Schieß erleichtert. "Vorerst können wir uns auf die Schultern klopfen und auf eine gute Platzierung auf den Events hoffen."
Auch optisch überzeugend
Auch bei der feierlichen Präsentation der beiden Rennwagen F-105 und E-105 Anfang Juni vor vollem Hause, konnten der rote und blaue Flitzer beim Publikum punkten. Die Arbeiten und Entwicklungen der vergangenen Monate wurden in einer unterhaltsamen und kurzweiligen Show präsentiert. Optisch setzt Highspeed Karlsruhe auch in diesem Jahr wieder Maßstäbe, der rote F-105 und der tiefblaue E-105 sorgten für Begeisterung.

