„Ingenieure braucht das Land!“
THINK ING. Tag an der Hochschule Heilbronn zeigt den Tüftlerberuf von äußerst attraktiver Seite
Am THINK ING. Tag informierten sich rund 1.300 Schülerinnen und Schüler an der Hochschule Heilbronn über Studien- und Berufsmöglichkeiten im Ingenieurbereich. Julian Zachmann vom Gymnasium Remchingen war ebenfalls dabei und berichtet von seinen Eindrücken:
Gezielte und frühzeitige Berufsvorbereitung vermeidet Studienabbrüche und Schwierigkeiten beim Berufseinstieg. Um ein praxisgetreues Bild vom Studium gewinnen zu können, nahmen 36 Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Remchingen am THINK ING. Tag der Hochschule Heilbronn teil, wo sich die vielfältigen Möglichkeiten des Ingenieurberufs in den Gebieten der Forschung, Technik und Informatik greifbar präsentierten.
Nicht nur in Remchingen traf das Angebot des THINK ING. Tages auf reges Interesse und so war der Andrang am 23. März 2010 im Foyer der Hochschule groß, wo sich die angereisten Schüler schnell auf die einzelnen Vorlesungs- und Präsentationsreihen verteilten. Die Studiengangpräsentationen beinhalteten neben den wichtigsten Fakten zum Ablauf der sieben Bachelor bzw. drei weiteren Master-Semestern des jeweiligen Berufsbildes auch Vorrausetzungen und Zukunftschancen.
Nicht nur in Remchingen traf das Angebot des THINK ING. Tages auf reges Interesse und so war der Andrang am 23. März 2010 im Foyer der Hochschule groß, wo sich die angereisten Schüler schnell auf die einzelnen Vorlesungs- und Präsentationsreihen verteilten. Die Studiengangpräsentationen beinhalteten neben den wichtigsten Fakten zum Ablauf der sieben Bachelor bzw. drei weiteren Master-Semestern des jeweiligen Berufsbildes auch Vorrausetzungen und Zukunftschancen.
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© J. Zachmann
Ob sie bald häufiger in den Hörsaal-Reihen sitzen werden?
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„Ingenieure braucht das Land!“, stellte Prof. Dr. Wolfgang Elmendorf in seiner Studiengangpräsentation fest und zeigte anhand einer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erhobenen Statistik über den drohenden Ingenieurmangel, dass es bereits in vier Jahren 220.000 nichtbesetzte Stellen gäbe. Dabei sei das Angebot äußerst verlockend und sehr vielfältig. Deshalb empfahl er den Zuhörern seiner Präsentation eine breite Grundlagenausbildung. Keinesfalls dürfe man sich schon zu früh auf eine bestimmte Fachrichtung spezialisieren, um im Verlauf des Studiums noch ein Stück weit mobil bleiben zu können. „In allen Fällen gilt jedoch der Grundsatz: Man muss studieren, was einem Spaß macht“, so der Prodekan.
Schnuppervorlesungen gaben einen durchaus realistischen Eindruck ins Studium. Der Jahrhundertherausforderung Energiemanagement und dem Einsatz erneuerbarer Energien widmete sich zum Beispiel Prof. Dr. Bernd Lewin. „Bis 2030 wird sich die Zahl der Bevölkerung mit 8,6 Milliarden Menschen im Gegensatz zum Jahr 1980 nahezu verdoppelt haben – bei stark sinkenden Energieressourcen und einem wachsenden Energiebedarf pro Kopf“, warnte er und machte zugleich auf die immer größere Bedeutung der regenerativen Bioenergien aufmerksam: „Damit wir nicht bald im Dunkeln sitzen!“.
Noch konkreter wurde sein Kollege Prof. Dr. Clemens Frick. Sein Vortrag „Die Bioraffinerie – Kunststoffe aus Holz, Schilf und Stroh“ beschäftigte sich mit der Energiegewinnung aus sekundären Pflanzenstoffen. Da die Materialien nicht essbar sind, macht diese Art der Energiegewinnung der Nahrungsmittelindustrie keine Konkurrenz. Bisher liege der Anteil chemienaher Industrie an der Verarbeitung solcher Stoffe lediglich bei fünf Prozent. Durch Fraktionierung und Raffinerie können aus der Biomasse somit die Kunststoffe, Chemikalien, Treibstoffe und Energien für morgen gewonnen werden.
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© J. Zachmann
Der Blick ins Labor an der Hochschule Heilbronn vermittelte ein realistisches Bild vom Studienalltag.
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Aber auch der Einblick in den Studienalltag abseits der Hörsäle blieb den Schülern nicht verwehrt: Im Labor machen sich die Studenten mit der Praxis vertraut. Verschiedene Gruppen arbeiten an Entwicklung und Herstellung eines kompletten Rennwagens, mit dem am Ende ein echtes Rennen gefahren werden soll. Neben Konstruktion und Fertigung sind bei diesem Projekt auch Ideen aus den Bereichen Logistik und Marketing gefragt. Mit automatischen Einparksystemen beschäftigt sich eine weitere Gruppe. „Unser Ziel ist, dass beim Einkaufen das Auto per Knopfdruck selbstständig einen Parkplatz findet und seinen Fahrer später vor der Eingangstür abholt“, erzählte ein Hochschulmitarbeiter den staunenden Schülern.
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© J. Zachmann
An den Ständen der Unternehmen konnten die Schüler beim THINK ING. Tag Kreativität beim Umgang mit moderner Technik beweisen.
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Diverse Unternehmen aus der Region, die auch global aktiv sind, lockten den ganzen Tag über große Menschentrauben an ihre interaktiven Erlebnis- und Präsentationsständen im Foyer der Schule. In intensiven Gesprächen mit den jeweiligen Vertretern erhielten die Besucher klare Antworten auf ihre Fragen. Hier gab es genug Gelegenheit das eigene ingenieurwissenschaftliche Talent zu entdecken: So verdeutlichte ein druckluftbetriebenes Ping-Pong-Spiel die Funktion der Strömungstechnik.
Der THINK ING. Tag brachte wertvolle Anregungen und neue Perspektiven für den Schulalltag. Bald stehen viele der Besucher vor der wichtigen Entscheidung für einen Beruf oder ein Studium. Zwar müssen sie diese ganz alleine für sich persönlich treffen. Dennoch hat der THINK ING. Tag Spuren hinterlassen. Schließlich konnten die Besucher erstaunliche Eindrücke des vielfältigen Ingenieurberufs gewinnen. Vielleicht wird sich der eine oder andere Besucher in ein paar Jahren wieder an diesen Tag zurück erinnern. Dann, wenn er sich selbst mit seinen Ideen an Lösungen der Jahrhundertprobleme beteiligt. Dann, wenn auch er sich „Ingenieur“ nennen darf.

