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Energie und Umwelt

Strom ohne Not

Sabrina Rist entwickelt die bewährte Nutzung von Notstromaggregaten weiter und bewegt sich so auf neuen Pfaden.

Versorgung für den Notfall

In Krankenhäusern, an Flughäfen oder in Fabriken sind sie die Rettung, wenn die reguläre Stromversorgung ausfällt: Notstromaggregate stellen den kontinuierlichen Betrieb trotz Stromausfall sicher und retten Menschenleben. Der Motor springt an und der Generator wandelt die erzeugte Energie in Strom um. Damit die Aggregate nicht nur Bereitschaftsdienst haben, arbeitet Sabrina Rist an einer Lösung, um den Strom auch als Regelenergie zu nutzen.

Was bewegen / Energie und Umwelt

Praktisch forschen schon im Studium

Die Sonne scheint, der Wind weht – ein guter Tag für die Stromversorgung mit erneuerbaren Energien. Doch bei einem Wetterumschwung müssen dann doch wieder die herkömmlichen Kraftwerke Strom liefern. „Bevor man dann Strom aus extra dafür bereitgestellten Gasturbinen bezieht, kann man besser auf die sonst ungenutzten Notstromaggregate zurückgreifen, um das Energiedefizit auszugleichen, das heißt Regelenergie zu liefern“, erklärt Sabrina Rist, die ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am Campus Friedrichshafen absolviert. Genau diesem Thema widmete sie sich daher im Rahmen einer Projektarbeit während einer ihrer Praxisphasen bei MTU Onsite Energy (Marke der Rolls-Royce Power Systems AG) in Friedrichshafen am Bodensee.

Die angehende Elektrotechnikingenieurin beschäftigt sich mit der Frage, wie die Retter in der Not auch zu Unterstützern im regulären Stromnetz werden könnten. „Die Generatoren haben den Vorteil, dass sie blitzschnell einspringen können. Die meisten Kraftwerke hingegen muss man erst langsam hochfahren. Die Aggregate eignen sich also besser als Ersatz, falls Sonne, Wind und Wasser ungeplant gerade keine ausreichende Menge an Energie erzeugen.“

Dass sie ihr Wissen aus dem Studiengang Elektrotechnik mit Schwerpunkt Automation direkt mit aktuellen Fragestellungen in Verbindung bringen kann, verdankt sie ihrem dualen Studium. „Ich habe schon während meiner Oberstufenzeit am beruflichen Gymnasium mit Schwerpunkt Biotechnologie zwei Praktika bei MTU gemacht. Mathe und Physik haben mich einfach am meisten interessiert und daher war klar, dass es in die technische Richtung gehen sollte.“

Expertin für Notstromaggregate

Im Herbst 2014 gibt sie ihre Bachelorarbeit ab, die auf ihrer aktuellen Projektarbeit basiert. „Durch die zusätzliche Verwendung der Notstromaggregate im Regelenergiebetrieb sind ab 2014 neue Zertifizierungen erforderlich“, erklärt die 22-Jährige. Denn wenn die Helfer in der Not zum ständigen Teil des Energienetzes werden, müssen sie strengere Anforderungen erfüllen.

Während die Aggregate normalerweise im Inselbetrieb, also abgetrennt vom Stromnetz, laufen, sollen sie sich in Zukunft in das reguläre Stromnetz integrieren. Dazu muss ein Zertifikat die Tauglichkeit für den Anschluss ans Energienetz bestätigen. Welche Auswirkungen das auf Entwicklung und Produktion der Technologie hat, untersucht die Studentin aktuell. „Ich recherchiere sehr viel, um herauszufinden, wie die Zertifizierung in verschiedenen Ländern geregelt ist. Schließlich kommen die MTU Onsite Energy-Produkte auf der ganzen Welt zum Einsatz.“

Nach dem Studium wird sie weiterhin bei MTU arbeiten und sich mit der Energieversorgung von morgen beschäftigen. Durch ihre beiden Projektarbeiten und die anstehende Bachelorarbeit ist sie bei den Kollegen schon dafür bekannt, dass sie sich mit der Anwendung von Notstromaggregaten bestens auskennt. „Das freut mich natürlich, wenn ich darauf angesprochen werde und die Chance habe, so ein Zukunftsthema wie die Regelenergie zu bearbeiten.“

Einen weiteren Beitrag über Sabrina Rist findest du in der ALL ING. 2014

Rolls-Royce Power Systems AG
Sabrina Rist studiert Elektrotechnik an der DHBW Ravensburg.
Rolls-Royce Power Systems AG
Notstromaggregate in den Regelstromkreis integrieren
Rolls-Royce Power Systems AG
Notstromaggregate als neuer Bestandteil des Energiemixes
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Jeden Morgen werden die anstehenden Tagesziele besprochen.
Rolls-Royce Power Systems AG
Teamarbeit spielt eine wichtige Rolle