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Energie und Umwelt

Widerstand zwecklos!

Ben-Riccardo Schmidt und sein duales Studium bei Schniewindt, dem Sauerländer Spezialunternehmen für elektrische Hochspannungswiderstände.

Ausbildung und Studium kombiniert

Als Carl Schniewindt das Familienunternehmen 1829 gründete, ahnte er wohl schon, dass Elektrizität die völkerverbindende Energie der kommenden Jahrhunderte sein würde. „Powered by electrifying ideas“, heißt der Unternehmens-Claim heute. Viel Power für seinen Job bringt auch der 21-jährige Ben-Riccardo Schmidt mit, der seine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik mit einem Elektrotechnikstudium an der Fachhochschule Südwestfalen kombiniert.

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Von der Schulbank in die Praxis

„Klar, das ist schon stressig. Man weiß ja am Anfang gar nicht, was in Studium und Ausbildung auf einen zukommt. In den Anfangssemestern konnte ich noch viel aus der Schulzeit einbringen. Die Ausbildung war für mich allerdings ganz neu – nach neun Jahren Gymnasium. Nur mit meinem Onkel, der ist Elektriker, habe ich schon mal ein paar Leitungen gezogen und Installationen gemacht. Aber zum Glück ist der Ausbilder hier in der Lehrwerkstatt auch erst 23 und motiviert mich total“, erzählt Ben-Riccardo.

Ihn fasziniert der riesige Kosmos an elektrischen Produkten, die sein Arbeitgeber fertigt. Hier im Sauerland wird nicht auf Masse produziert, sondern es geht ausschließlich um Hightech- und Spezialanwendungen. Da ist Schniewindt Marktführer und hat ein echtes Technikmonopol. Die Erfolgsgeschichte reicht weit zurück und dreht sich um eine Erfindung von 1902. Damals wurde das sogenannte Schniewindt-Gitter zum Patent angemeldet und machte das Unternehmen plötzlich weltweit und langfristig erfolgreich. Dieser erste elektrische Hochspannungswiderstand besteht aus Draht-Elementen, die mäanderförmig mit hitzebeständigen Isolierfäden verwebt sind. Das Prinzip zählt heute noch zu den wichtigsten Grundelementen der modernen Widerstandstechnik.

Wie wichtig Widerstände sind und was sie aushalten müssen, erklärt Ben-Riccardo am Beispiel von Schiffen: „Dort powern gewaltige Schiffsdiesel Generatoren an, die dann Spannung produzieren und Elektromotoren antreiben. Wenn die Schiffe bremsen, dreht sich die Schiffsschraube weiter. Dabei muss sich der Motor andersherum drehen und es wird eine so riesige Spannung erzeugt, da benötigt man spezielle Widerstände, die diesen kurzen Moment der Riesenleistung verarbeiten können.“

Eine große Produktpalette

Fast 50 der 175 Angestellten sind Ingenieure. Viele von ihnen hat er auch schon kennengelernt: „Die sind ja immer an unseren Produkten beteiligt und auch sehr oft hier in der Fertigung“. Die Schniewindt-Ingenieure beschäftigen sich neben den schon erwähnten Hochspannungswiderständen auch mit Heizsystemen zum Vorheizen von Dieselmotoren in der Schiffs- und Bahntechnik, mit Getriebe- oder Rotorblattbeheizungen für Windkraftanlagen, mit Dampferzeugern und Rauchgaserhitzern für Thermische Kraftwerke, mit Erhitzern zur Erwärmung von Gasen, Flüssigkeiten und Feststoffen oder mit Energieübertragungstechnik und Sensortechnologie.

Eine Leidenschaft für die Mathematik

Aktuell führt Ben-Riccardo eine berufsgenossenschaftlich vorgeschriebene sogenannte BGV-A3-Prüfung mit speziellen Messgeräten durch und erstellt Protokolle. Alle handgeführten Geräte werden so auf Sicherheit geprüft. An der Fachhochschule hingegen, für die er berufsbegleitend nach Feierabend und bei Präsenzveranstaltungen an Samstagen lernt, stehen gerade theoretische Themen wie Wechselstromtechnik, Optik und Atomphysik, die Programmiersprache C++, Differentialgleichungen und eine Menge Mathematik auf dem Lehrplan. Insbesondere der Mathematik kann er nicht widerstehen: „Es ist eben alles ziemlich logisch – im Bereich E-Technik.“

Mehr Infos zu Ben-Riccardo Schmidts Dualem Studium bei Schniewindt findest du im Magazin Elektrotechnik konkret

Dirk Wagener
Das Schniewindt-Gitter
Dirk Wagener
Ben-Riccardo ist einer von 175 Mitarbeitern bei Schniewindt.
Dirk Wagener
Mathe gefällt Ben-Riccardo ganz besonders.
Dirk Wagener
Schniewindt ist unter anderem Zulieferer von ABB und Siemens.
Dirk Wagener
Unterschiedliche Abteilungen werden bei der Ausbildung durchlaufen.
Dirk Wagener
Elektrische Hochspannungswiderstände als Kerngeschäft
Dirk Wagener
Duales Doppelleben: Ausbildung und Studium gleichzeitig
Dirk Wagener
Der Hauptsitz von Schniewindt liegt in Neuenrade.