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Energie und Umwelt

Steuerungen für Giganten

Yannik Bolesch programmiert Software für riesige Umformsysteme und erlebt große Stanzen bei Inbetriebnahmen live und in Aktion.

Zwischen Theorie und Praxis

Bei Yannik Bolesch dreht sich alles um riesige Pressen und die zugehörige Konstruktion von Echtzeit-Software. Zu sehen, wie sich die von ihm und seinen Kollegen vorbereiteten Werkzeugmaschinen in die Produktion einfügen und beispielsweise die Herstellung Fahrzeugteilen ermöglichen, gehört zu den Highligts in seinem Job.

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Vom Papier zum Blech

Seinen Beruf beschreibt der 26-jährige Elektrotechnikingenieur Yannick Bolesch ganz anschaulich mit einem Beispiel: "Nehmen wir ein Blatt Papier. Das ist total instabil. Genau wie ein Blech. Erst wenn man es faltet oder leichte Biegungen erzeugt, dann wird es stabil. Nichts anderes passiert mit Blech, das in Form gebracht wird. Dafür baut das Werkzeugmaschinen-Unternehmen, für das ich arbeite, die entsprechenden Pressen, und ich programmiere die zugehörige Software und entwickle die Automatisierungstechnik."

Weltmarktführer für Umformtechnik

Schuler ist Technologie- und Weltmarktführer in der Umformtechnik. An den Werkstoren des Produktionsstandortes in Ravensburg ist Yannick Bolesch, der im nur wenige Kilometer entfernten Ravensburg großgeworden ist, schon während seiner Jugend unzählige Male mit dem Fahrrad vorbeigefahren. "Mit 14 oder 15 Jahren weiß man ja noch nicht so recht, was man beruflich machen soll. Ein Bekannter unserer Familie hat mir die Elektronikerausbildung empfohlen. Das hat mir gut gefallen, weil es so allumfassend war: Mechanik, Elektrik, Messtechnik, Regeltechnik und so weiter. Diese Ausbildung habe ich bei Schuler gemacht. Aber nach Bundeswehr und neun Monaten Facharbeiter wollte ich mehr. 2010 habe ich dann mit dem Studieren begonnen."

Theorie und Praxis während und nach dem Studium

An seine Studienzeit denkt er gerne zurück. "Mein Studium teilte sich folgendermaßen zwischen Hochschule und Unternehmen auf: Zum einen drei Monate Praxis in der Firma mit zugehörigen Facharbeiten. Zum anderen drei Monate an der Hochschule mit entsprechenden Studienarbeiten. 20 Studierende waren bei uns im Kurs. Dort lief es ähnlich ab wie in der Schule und es war nicht so anonym wie an einer großen Uni. Es war ein sehr aktives Studium und das hat mir sehr gut gefallen." Heute ist der junge Ingenieur voll im Job integriert. Alles dreht sich bei ihm um riesige Pressen und die zugehörige Konstruktion von Echtzeit-Software. Sein Bereich sind vorwiegend große Stanzautomaten. Dafür programmieren er und weitere sieben Kollegen seines Teams die entsprechende Software.

Neue Perspektiven

Dabei befindet sich in einem permanenten Spagat zwischen Theorie und Praxis: "Die Abwechslung macht’s und bringt die Motivation. Die Hauptmotoren unserer Stanzmaschinen zum Beispiel werden auch von uns in Betrieb genommen und da fahren wir eine Woche auf die Baustellen raus. Diese Inbetriebnahmen finden weltweit statt, unter anderem auch in China. Da erlebe ich unsere Produkte live und in Aktion. Da ich ja vorwiegend mit der Software für Roboter Stanzpressen zu tun habe, bekomme ich auch viele Einblicke in die Automobilindustrie. Das ist extrem interessant. In so einem Riesenwerk sind unsere Maschinen nur ein kleines Zahnrad in einem irren Gesamtbild. So sehe ich meinen Job und unsere Maschinen auch mal aus einer völlig anderen Perspektive.“

Weitere Infos zum Thema Werkzeugmaschinen findest du in der kompakt-Ausgabe 10|2014

Dirk Wagener
Yannik Bolesch arbeitet als Elektrotechnikingenieur bei Schuler
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Dirk Wagener
Pressse zur Fertigung von Karosserieteilen