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Gesundheit

Patienten das Leben erleichtern

Als Designingenieurin der Medizintechnik sorgt Sarah Borowski dafür, dass Medizinprodukte genau auf die Patienten zugeschnitten werden.

Der Mensch steht im Vordergrund

In der Medizintechnik sind die Anforderungen an Produkte hoch, damit die Bedürfnisse der Patienten in allen Belangen erfüllt werden und die Sicherheit gewährleistet ist. Einen wichtigen Teil trägt Sarah Borowski dazu bei. Die 26-Jährige ist Designingenieurin in der Entwicklungsabteilung des Gesundheitsunternehmens Sanofi. Bei ihrer Arbeit stellt sie sicher, dass bei der Produktentwicklung der Mensch im Vordergrund steht.

Was bewegen / Gesundheit

Technik, die den Menschen hilft

Ihren Weg hat Sarah Borowski ohne große Umwege gemacht: Sie studierte Biomedizintechnik und absolvierte ihren Bachelor an der Fachhochschule Lübeck. "Das war ein sehr guter Einstieg, weil man in kleinen Gruppen mit viel Praxisbezug lernt und ein breites Spektrum der Medizintechnik entdeckt", berichtet Borowski. Anschließend wechselte sie zur Universität in ihre Heimatstadt Rostock, lernte dort den eher wissenschaftlicheren Charakter des Studiums kennen.

Medizintechnik fand Borowski schon immer interessant, "weil man einen technischen Beruf ausübt, bei dem es um den Menschen geht". Schließlich muss neben dem technischen Verständnis in Bereichen wie Elektrotechnik oder Mechanik auch immer die Sicherheit und Gesundheit des Patienten berücksichtigt werden. "Man muss sich immer vor Augen führen, wer das Produkt anwendet, welche Krankheiten diese Personen haben und ob die Krankheiten vielleicht auch die Bedienung des Gerätes beeinflussen können." In Handhabbarkeitsstudien wird zudem geprüft und sichergestellt, dass der Patient direkt versteht, wie er das Gerät anwenden soll.

Als junge Ingenieurin ins Unternehmen eingestiegen

Direkt nach dem Studium fing Borowski als Ingenieurin bei Sanofi in Frankfurt an. Hier, am Standort Höchst, arbeiten 700 Ingenieure. Sarah Borowski hat ihren Platz in der Entwicklungsabteilung gefunden und ist dort zuständig für die Weiterentwicklung von Insulin-Pens und Auto-Injektoren. Das sind Produkte, die genutzt werden, um sich Medikamente selbst unter die Haut zu spritzen.

Als Designingenieurin setzt Borowski die Anforderungen an das Produkt, die etwa vom Marketing oder vom Risikomanagement gestellt werden, auf dem Computer in technisch messbare Werte um. Da geht es zum Beispiel darum, "wieviel Kraft aufgewendet werden muss, um den Knopf an einem Auto-Injektor zu drücken. Schließlich sollen ja alle Patienten das Gerät bedienen können".

Produkte werden auf Herz und Nieren geprüft

Häufig ist sie auch im Testlabor anzutreffen, wo die Produkte in der Entwicklungsphase durch Test-Ingenieure auf ihre mechanischen Eigenschaften geprüft werden. "Daraus könnten dann noch einmal Designänderungen resultieren", sagt Borowski, die darauf achten muss, dass das Produkt letztlich allen Ansprüchen gerecht wird. Auch das fertige Produkt wird später im Testlabor auf Herz und Nieren geprüft.

Es gilt jeden Fehler zu finden, um nachher ein perfekt funktionierendes Produkt anbieten zu können. Dafür werden auch extra Fehlerfälle simuliert. Zum Beispiel werden die Funktionen des Gerätes getestet, nachdem es fallen gelassen wurde. Gemeinsam mit den Test-Ingenieuren wertet Borowski anschließend die Ergebnis-Grafiken aus.

"Lerne jeden Tag dazu"

Auch auf anderen Ebenen tauscht sich Sarah Borowski mit den Kollegen aus. Der Ideenraum, der als Lounge mit grüner Coach und entspannter Atmosphäre eingerichtet wurde, dient hier als idealer Ort, um eben seinen Ideen freien Lauf zu lassen. Als junge Ingenieurin schätzt sie es, die Meinung von erfahrenen Kollegen einzuholen. "Wenn man aus dem Studium kommt, hat man das Gefühl, sehr viel technisches Wissen gelernt zu haben. Aber hier lernt man jeden Tag neue Dinge dazu", sagt Borowski: "Deswegen ist der Austausch untereinander unheimlich wichtig."

Schließlich geht es am Ende darum, das Produkt für den alltäglichen Gebrauch sicher und nützlich zu machen. Und genau das ist es, was sie antreibt: den Menschen mit ihren designten Produkten das Leben einfacher zu machen. "Für mich war das Medizintechnikstudium genau das Richtige und ich kann diesen Weg jedem nur weiterempfehlen."

Carsten Oberhagemann
Sarah Borowski entwickelt Insulin-Pens...
Carsten Oberhagemann
und befasst sich mit der Entwicklung von Auto-Injektoren.
Carsten Oberhagemann
Im Ideenraum trifft Sarah Borowski häufig mit Kollegen zum Ideenaustausch zusammen
Carsten Oberhagemann
In entspannter Atmosphäre...
Carsten Oberhagemann
...finden sie leichter Lösungsansätze für anstehende Probleme
Carsten Oberhagemann
Im Testlabor werden die Prototypen auf Herz und Nieren überprüft
Carsten Oberhagemann
Test-Ingenieure zeichnen in Versuchen Kraftkurven auf, um die mechanischen Eigenschaften zu untersuchen