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Gesundheit

Ein Team fürs Herz

Beim Unternehmen boso kämpft ein Ingenieurteam für die bessere Früherkennung von bedrohlichen Herzerkrankungen.

Innovative Medizintechnik

Wolfgang Welte, Ronny Scheu, Harald Weigle und Matthias Ehinger entwickeln bei boso medizintechnische Geräte, die in fast allen Arztpraxen zum Einsatz kommen. Eine besondere Innovation ist das ABI-Blutdruckmessgerät, mit dessen Hilfe man auf Vorerkrankungen erkennt.

Was bewegen / Gesundheit

Prophylaxe mit Profigerät

Schlaganfälle und Herzinfarkte können jeden treffen. Einen Schlaganfall beispielsweise erleiden in Deutschland jährlich etwa 270.000 Menschen. Eine flächendeckend durchgeführte Prophylaxe könnte zwar nicht alle diese tragischen Fälle verhindern, sie könnte sie aber drastisch reduzieren. Der Schlüssel für eine solche Untersuchung liegt im beschaulichen Jungingen auf der Schwäbischen Alb. Hier tüfteln die Ingenieure der Firma Boso an immer genaueren Geräten zur Blutdruckmessung. Die kontinuierliche Optimierung der Technologie führte Boso zu einer marktdominierenden Stellung in Deutschland. 77 Prozent der hier niedergelassenen Ärzte nutzen heute die Blutdruckgeräte des schwäbischen Unternehmens. Das ABI-System 100 ist seit sieben Jahren auf dem Markt und verknüpft das Know-how der Firma Boso auf raffinierte Weise. Auf Grundlage einer gleichzeitigen Blutdruckmessung an den Fuß- und Handgelenken errechnet ein Computer binnen einer Minute einen sogenannten Ankle Brachial Index (ABI). So werden verschlossene oder verengte Arterien erkannt, die Vorboten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Wolfgang Welte ist seit 30 Jahren als technischer Leiter bei Boso tätig. "Die Entwicklung des ABI wurde angestoßen, als wir vom Markt eine Anfrage erhielten, die zeitaufwändige Messmethode mit dem Ultraschallsdoppler mit elektronischen Geräten zu beschleunigen", erinnert er sich. "Diese Anregung haben wir sehr gerne aufgenommen und haben dann das erste Gerät gebaut, das den ABI in einer Minute misst, zudem ist es auch noch präziser." Für seine langjährige Tätigkeit bei Boso legte Wolfgang Welte den Grundstein mit einem Studium der Elektronik mit Schwerpunkt Mikroprozessortechnik an der FH Furtwangen. Bereits ein Jahr nach seinem Einstieg übernahm er die Leitung der Entwicklungsabteilung, ein Jahr später die technische Leitung. "Das ging relativ schnell, aber man wächst mit seinen Aufgaben und es hat sehr viel Spaß gemacht."

Toller Mix im Team

Auch bei Matthias Ehinger tauchen täglich neue technische Herausforderungen auf. Er ist 33 Jahre alt und löst seit fünf Jahren im Unternehmen knifflige Aufgaben. Zum Beispiel, wenn die Hotline mal nicht weiter weiß bei Technikproblemen in der Arztpraxis. Sein "Baby" ist allerdings eine Software. "Schon zu Beginn mussten größere Stückzahlen produziert und alle Einzelkomponenten extra getestet werden. Das war sehr aufwändig. Da hatte ich die Idee, dazu ein automatisiertes ABI-Prüfsystem zu entwickeln."

Für optimale Qualität im Unternehmen sorgt Harald Weigle, der sein Interesse an Menschen und Technik zu einem Studium der Feinwerktechnik mit Schwerpunkt Medizintechnik kombinierte. Er ist beispielsweise für die Zulassung zuständig oder achtet darauf, dass alle verwendeten Stoffe keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Sein persönliches Hightlight: die Schulung von ESA-Astronauten, die ein 24-Stunden-Blutdruckmessgerät auf der ISS verwendeten.

Dafür, dass die Boso-Produkte auch beim Kunden landen, sorgt Ronny Scheu, der als Vertriebsingenieur an rund 80 Arbeitstagen im Jahr auf Achse ist. Er bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen Entwicklung und Technik, Fachleuten aus der Medizin und Kunden. Seit 15 Jahren setzt der 44-Jährige bei Boso sein Wissen aus dem Studium der Nachrichten- und Elektrotechnik um und kommt dabei mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt. "Man muss kommunikativ sein und auf Leute zugehen können, aber auch wissen, wann man besser nicht reden sollte."

Offenes Erfolgsgeheimnis

Das Erfolgsgeheimnis der Firma Boso scheint nicht zuletzt in der Aufgeschlossenheit seiner Ingenieure zu bestehen. Jeder Mitarbeiter wird seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt und lernt ständig dazu.

Weitere Infos zum Thema Medizintechnik findest du in der kompakt-Ausgabe 7|2015

Dirk Wagener
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