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Gesundheit

Begeistert im Labor

Christina Eberling ist in Sibirien aufgewachsen, als Spätaussiedlerin nach Deutschland gekommen, hat die deutsche Sprache erlernt und geht jetzt in der wissenschaftlichen Forschung auf.

Forscherin aus Leidenschaft

In den Laboren am Institut für Werkstoffe der Ruhr-Universität Bochum fühlt sich Christina Eberling zu Hause. Die Arbeit mit den mikrotechnischen Werkstoffen macht ihr großen Spaß. Sie stellt Proben an den hochkomplexen Anlagen selbstständig her und wertet sie aus. In ihrem Masterstudium hat sie alle Prüfungen geschrieben und bestanden. Im März will sie die Masterarbeit geschrieben haben. Und dann? Sie will sich gerne weiter mit der mikrotechnischen Grundlagenforschung befassen, vielleicht im Bereich der Medizintechnik. Aber auch die Promotion ist eine Option, mit der sie liebäugelt.

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Als 16-Jährige nach Deutschland

Die Familie Eberling hat deutsche Wurzeln. Im 18. Jahrhundert wanderten Christinas Vorfahren nach Russland aus. In Kasachstan ist die heute 30-Jährige geboren, später in Sibirien groß geworden. Mit 16 Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie hätte in Russland studieren können. Aber stattdessen ging es nach Herne. "Die ersten zwei Jahre waren die schwierigste Phase. Es war nicht so einfach, die deutsche Sprache zu lernen. Ich bin den Lehrern und Schülern dankbar, die so geduldig mit mir waren", sagt Christina Eberling. Sechs Jahre später machte sie das Abitur, während der Schulzeit hatte sie ihr Faible für die naturwissenschaftlichen Fächer wie Physik und Chemie sowie die Mathematik entdeckt. Talent zum logischen Denken wurde ihr schon vorher – trotz der anfänglichen Sprachschwierigkeiten – attestiert.

Lernen, lernen, lernen

Auf den Wurzeln ihres Vaters wandernd – er war Ingenieur in Russland, begann Christina Eberling ihr Maschinenbaustudium an der Ruhr-Universität Bochum. "Hier musste ich in den ersten vier Semestern viel lernen. Immer nur lernen." Denn gerade die vielen Fachbegriffe erschwerten das Verstehen des Stoffes in Konstruktion, Werkstoffe oder Thermodynamik enorm. "Ich habe es schließlich geschafft und einen guten Überblick über die Inhalte des Studiums bekommen." Für das Masterstudium entschied sie sich schließlich für das komplexe Gebiet Werkstoffe der Mikrotechnik.

"Bin der Typ für wissenschaftliches Arbeiten"

Mittlerweile hält sie sich nicht mehr so oft in Hörsälen, Seminaren und Bibliotheken auf, sondern vielmehr im Labor. Wissenschaftliche Forschung findet sie ganz und gar nicht langweilig. "Ich sehe einen Sinn darin und denke, dass ich der Typ für wissenschaftliches Arbeiten bin." Christina Eberling, seit gut einem Jahr wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl, ist nahezu täglich im Labor und stellt variierende Materialbibliotheken zusammen, um die katalytische Wirkung von Nickel, Kobalt und Kupfer bzw. Nickel, Kobalt und Eisen zu ergründen. Sie stellt in einem langwierigen Prozess Proben her, führt Messungen durch, beobachtet und analysiert die Phasen. In ihrer Masterarbeit beschäftigt sie sich damit, wie der Wirkungsgrad für die solare Wasserspaltung erhöht werden kann.

Mikrosystemtechnik in der Medizintechnik ist eine Option

Eine Tätigkeit in der Grundlagenforschung kann sie sich denn auch für ihre berufliche Zukunft gut vorstellen. "Ich würde gerne in der Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikrosystemtechnik bleiben. Medizintechnik wäre mein Traum", sagte Christina Eberling. Schließlich haben mikrotechnische Chips längst Einzug gehalten in die Medizingeräte für viele Anwendungsgebiete wie zum Beispiel bei der DNA-Anlayse, Blutzuckermessung, in Herzschrittmachern oder MRT-Geräten. Sich weiter mit Werkstoffen der Mikrotechnik – dann in Form einer Promotion – zu beschäftigen, ist eine weitere Option. Ihr Weg in der Wissenschaft ist noch nicht zu Ende, in Deutschland und der Region Ruhrgebiet will sie aber nach Möglichkeit bleiben. Hier hat sie längst ihre neue Heimat gefunden. 5.000 Kilometer vom im Winter bitterkalten Sibirien entfernt.

Weitere Infos zum Thema Materialwissenschaften findest du in der kompakt-Ausgabe 11|2015

Carsten Oberhagemann
Sie fühlt sich an der Ruhr-Universität Bochum wohl
Carsten Oberhagemann
Christina Eberling studiert Maschinenbau im Fachbereich Werkstoffe der Mikrotechnik
Carsten Oberhagemann
Das Lernen von Fachbegriffen fiel ihr nicht so einfach
Carsten Oberhagemann
Christina Eberling in der Bibliothek
Carsten Oberhagemann
Im Labor fühlt sie sich wie zu Hause
Carsten Oberhagemann
Christina Eberling analysiert im Rahmen ihrer Masterarbeit verschiedene Materialbibliotheken
Carsten Oberhagemann
Für ihre Messungen und Analysen ist sie nahezu täglich im Labor des Lehrstuhls
Carsten Oberhagemann
Auch nach dem Studium kann sie sich eine Tätigkeit in der Grundlagenforschung gut vorstellen
privat
Christina Eberling ist in Sibirien aufgewachsen
privat
Mit 16 Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland

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