Für Schüler und Studierende Für Pädagogen Für Partner Mein think ING.
Jetzt Registrieren!

Medien und Kommunikation

Innovative Vielfalt

Von wegen Männerdomäne: Anika van Aaken ist das perfekte Beispiel dafür, dass in Ingenieurberufen immer häufiger Frauen eine starke Rolle einnehmen.

Technikbegeistert von Kindesbeinen an

Anika van Aaken ist schon von Kindesbeinen an begeistert von Naturwissenschaften und Technik. Da war der Schritt zum Maschinenbaustudium naheliegend. Nach dem Abschluss an der RWTH Aachen reizte sie die Promotion. Heute arbeitet die 32-Jährige als Ingenieurin in der Entwicklungsabteilung bei 3M in Neuss und will junge Frauen ermutigen, ihrem Beispiel zu folgen.

Was bewegen / Medien und Kommunikation

Von der Promotion in die Industrie

Anika van Aakens Weg führte zielstrebig geradeaus: Nach dem Abitur verlegte sie ihren Wohnsitz nach Aachen, um sich an einen der dafür renommiertesten Universitäten Deutschlands dem Maschinenbaustudium zu widmen. "Dafür habe ich mich schon früh entschieden", verrät sie. Nach dem Abschluss an der RWTH Aachen erlangte sie am Institut für Kunststoffverarbeitung ihren Doktortitel. "Was mich an der Promotion besonders gereizt hat, war die sehr praxisnahe Forschung. Es war eine Zeit, die ich nicht missen will", sagt van Aaken.

Früh erste Kontakte geknüpft

Für die Promotion leitete sie am Institut verschiedene Forschungsprojekte, hatte ihr eigenes Team, mit eigenen Studenten. Ebenso gehörte die Arbeit mit Partnern aus der Industrie dazu. Und so knüpfte sie auf dem Weg zum Doktortitel schon relativ früh erste Kontakte in die Industrie. Hierbei lernte sie auch ihren heutigen Arbeitgeber 3M kennen, bei dem van Aaken seit eineinhalb Jahren engagiert ist.

Der amerikanische Multitechnologiekonzern mit Deutschlandsitz in Neuss stellt viele Produkte des alltäglichen Lebens her, von Post-it-Haftnotizen über Pflaster bis hin zu Klebebändern. Für die 32-Jährige ist die Vielfalt besonders reizvoll, "weil man in vielen verschiedenen Bereichen arbeiten kann".

Produktideen werden im Team vorangetrieben

Van Aakens Arbeitsplatz ist in der Entwicklungsabteilung. Um Ideen zu realisieren, arbeitet sie mit verschiedenen Geschäftsbereichen zusammen. Zum Beispiel, wenn es ums Car-Wrapping geht, also um die Fahrzeugfolierung. An so eine Autotolie gibt es allerhand Anforderungen: Sie muss allen Witterungsbedingungen – hohen Temperaturen genauso wie Frost oder Regen – standhalten. Da ist Erfindungsgeist gefragt.

Mit Chemikern und Spezialisten aus dem Geschäftsbereich entwickelt die Ingenieurin neue Verarbeitungsprozesse. "Diese müssen an die von meinen Chemikerkollegen entwickelten Chemikalien angepasst sein. Der Austausch mit Experten aus anderen Fachbereichen ist insofern bei der Entwicklung sehr wichtig – und macht Spaß. Denn wir haben hier eine sehr offene Teamkultur", sagt van Aaken. Kreativen Freiraum nutzt sie gerne, der Mitarbeitern in der Entwicklungsabteilung über die so genannte '15-Prozent-Regelung' gewährt wird.
Das bedeutet, jeder Mitarbeiter im Labor kann 15 Prozent seiner Arbeitszeit dafür nutzen, neue und eigene Produktideen voranzutreiben und zu entwickeln.

Plädoyer für Ingenieurinnen

Vom Schubladendenken hält die 32-Jährige nichts. "Das Klischee, dass den Beruf überwiegend Männer ausüben, ist aus jeden Fall veraltet. Das kann ich überhaupt nicht bestätigen", sagt van Aaken: "Es gibt sehr viele Ingenieurinnen und ich möchte jede junge Frau und jedes junge Mädchen, das sich für Naturwissenschaften und Technik interessiert, dazu ermutigen, auch ein Maschinenbaustudium anzugehen. Aus heutiger Sicht kann ich sagen: Im Studium oder großen Firmen wie hier spielt es überhaupt keine Rolle, ob man Frau oder Mann ist. Es kommt darauf an, was man gelernt hat, was man kann und wie man sich im Team gibt."

Carsten Oberhagemann
Entwickeln im Team neue Produktideen:
Carsten Oberhagemann
Dr. Anika van Aaken mit den Chemikern Dr. Adrian Jung und Dr. Petra Stegmaier
Carsten Oberhagemann
Seit gut einem Jahr arbeitet Dr. Anika van Aaken beim Multitechnologiekonzern 3M in Neuss
Carsten Oberhagemann
Eines ihrer Projekte zurzeit ist die Entwicklung von Car-Wrapping-Folien
Carsten Oberhagemann
In ihrer Freizeit kümmert sich Anika van Aaken um ihr Islandpferd Lotus. Hier kann sie gut abschalten und neue Kräfte tanken
Carsten Oberhagemann
Anika van Aaken vor dem Gebäude der Entwicklungsabteilung von 3M in Neuss
Carsten Oberhagemann
Praxisnahe Forschung: Anika van Aaken studierte Maschinenbau an der RWTH Aachen...
Carsten Oberhagemann
...und promovierte anschließend am dortigen Institut für Kunststoffverarbeitung.

Partner im Netzwerk