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Medien und Kommunikation

Vernetzte Welt

Diplomingenieur Julius Pfrommer ist Doktorand am Karlsruher Institut für Technologie und beschäftigt sich dort mit der Fabrik der Zukunft.

Kommunizierende Fabrik

Miteinander vernetzte Fertigungsanlagen und Maschinen, Internet in den Fabriken – das unter dem Begriff Industrie 4.0 beschriebene Zusammenwachsen von Maschinen und Internet fasziniert Julius Pfrommer. Der Doktorand am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sagt: „In der Fabrik der Zukunft werden alle Komponenten in einem gemeinsamen Netzwerk in der Lage sein, untereinander zu kommunizieren.“ Und dabei nehme die eingesetzte Software eine bedeutende Rolle ein.

Was bewegen / Medien und Kommunikation

Forschen an der Fabrik der Zukunft

„Große Produktionsanlagen sind ein langfristiges Investment. Gleichzeitig verändern sich die globalen Märkte immer schneller. Eines der Ziele von Industrie 4.0 ist also, dass man sehr flexibel und kurzfristig auf Änderungen wie etwa starke Absatzschwankungen reagieren kann“, erklärt Wirtschaftsingenieur Pfrommer und nennt ein plakatives Beispiel: Sollte ein neues Handymodell unerwartet zum Flop werden, könnte die Produktion relativ schnell auf ein anderes Modell umgerüstet werden. „Im Extremfall produziert man in 15 bis 20 Jahren Handys und Rasierapparate mit denselben Maschinen.“

Der 27-jährige Pfrommer forscht an einem Modell, in dem sämtliche Fähigkeiten von Produktionsanlagen abgebildet werden können. Und zwar mit dem Ziel, in die häufig parallel ablaufenden und ineinander greifenden Prozesse mehr Flexibilität als bisher zu bekommen. „Eine Idee dabei ist, Produkte als Agenten darzustellen, die untereinander verhandeln, wer im Produktionsablauf an einer bestimmten Stelle Vorfahrt hat“, so Pfrommer.

Einheitliche Kommunikationstechnologie

Entscheidend für ein interagierendes System in einem Netzwerk ist eine einheitliche Kommunikationstechnologie. „Im Internet kann jeder mit jedem interagieren. OPC-UA ist ein Kommunikationsstandard, der diese Mechanismen in die Produktion bringt“, erklärt Pfrommer. „Im Prinzip kommt ein abgeschlossenes Internet in die Fabrik.“ Und auch darüber hinaus, denn so können auch Produktionsanlagen an verschiedenen Standorten interagieren und von außen gesteuert werden. Der Produktionsleiter, der abends von der Fernseh-Couch aus die Produktion mit seinem Tablet-PC überwacht und fernsteuert – auch daran wird am Fraunhofer IOSB in Karlsruhe intensiv geforscht.

„Unser nächstes Projekt hier am Institut ist die Sicherheit von Fabriken bei Industrie 4.0. Es heißt Secure Plug&Work“, sagt Pfrommer. Schließlich steigen die ohnehin schon hohen Anforderungen an die IT-Sicherheit durch dann viel mehr mögliche Angriffsflächen der vernetzten Anlagen-Komponenten immer weiter.

Doktorand am KIT

Julius Pfrommer hat am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und am Institut National Polytechnique im französischen Grenoble Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Anschließend schrieb er seine Diplomarbeit an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Zurück am KIT befasst er sich als Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Interaktive Echtzeitsysteme in enger Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) mit der Automatisierungstechnik von immer flexibler werdenden Produktionsabläufen.

Weitere Informationen:

Lehrstuhl für Interaktive Echtzeitsysteme am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB)

Weitere Infos zum Thema Informatikingenieure findest du in der kompakt-Ausgabe11|2013

Fraunhofer IOSB
Erforschung der Abläufe in der Fabrik: das Fraunhofer IOSB.
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Individuelle Softwarelösungen gibt es für jede Branche.
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Ziel ist die Steigerung der Produktivität, Flexibilität und Sicherheit.
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Siemens bereitet den Weg zur Industrie 4.0.
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Blick auf die Benutzeroberfläche eines Prozessleitsystems.
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