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Mobilität

Wie Züge sicher bremsen

Wie Schienenfahrzeuge sicher zum Stehen kommen, damit beschäftigt sich Felix Wulf als Entwicklungsingenieur bei Knorr-Bremse.

Sicherheit steht an erster Stelle

Felix Wulf besitzt einen verantwortungsvollen Job. Davon, dass die Mechanik der unter seiner Mithilfe entwickelten Bremsen greift, sind Menschenleben abhängig. Entsprechend pflichtbewusst ist der 29-Jährige: "Wir müssen absolut präzise arbeiten, denn jeder Fehler kann im späteren Betrieb fatale Auswirkungen haben." Deswegen begleitet der Entwicklungsingenieur den Prozess vom Reißbrett bis zum letzten Test und hat mit Ingenieuren aus verschiedenen Bereichen zu tun.

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Bremsen rund um den Globus

Angefangen hat Felix Wulf bei Knorr-Bremse sehr früh: Schon als Werksstudent war er bei dem Münchener Traditionsunternehmen im Bereich Kunden-Reklamationen beschäftigt. Mittlerweile arbeitet er an großen Projekten mit, ist als Entwicklungsingenieur dabei, wenn mechanische Bremssysteme für Schienenfahrzeuge entstehen. "Der Job ist sehr abwechslungsreich. Ich habe dort in einer Schnittstellenfunktion mit verschiedenen Bereichen zu tun", sagt er. Das kann mitunter sehr kommunikationsintensiv sein, denn Wulfs Gesprächspartner sitzen überall auf der Welt. Knorr-Bremse ist an über 100 Standorten in 29 Ländern vertreten und damit der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen cirka 24.000 Mitarbeiter. Wulf agiert vom Hauptwerk in München aus, ist zu Dienstreisen aber bis zu fünfmal im Jahr rund um den Globus unterwegs. Dementsprechend vielfältig ist seine Arbeit. "Es gibt ständig neue Herausforderungen zu meistern, jedes Projekt läuft anders", sagt Wulf.

In heißen Wüsten und der Kälte Sibiriens

Eng arbeitet Wulf mit dem Systemingenieur zusammen. Dieser ist für das Gesamtsystem der Bremse zuständig, Wulf für den mechanischen Teil. Gemeinsam finden sie die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Projektes heraus. Denn die Einsatzgebiete können unterschiedlicher nicht sein. "Unsere Bremsen werden in heißen und staubigen Wüsten, im feuchtem Dschungel oder in der Kälte Sibiriens eingesetzt – und überall dort muss unser Equipment über Jahrzehnte hinweg fehlerfrei funktionieren", sagt Wulf. Und so entwerfen die beiden am Anfang eines jeden Vorhabens das System mit den besonderen Spezifikationen je nach Anforderung.

Zwei große Testphasen

Um die Annahmen zu evaluieren, die Wulf und der Systemingenieur berechnet haben, geht es anschließend an den Dynamometer-Prüfstand. Dort können spezifische Bremsungen simuliert werden. "Wir nutzen diesen Prüfstand vor allem, um festzustellen, ob wir das System so ausgelegt haben, dass es die Performance bringt, die wir brauchen", bekräftigt Wulf, der Maschinenbau und Management (Diplom) an der TU München studiert hat.

Daneben ist die thermische Berechnung ein relevanter Teil des Wegs zur perfekten Bremse. "Wir müssen sichergehen, dass das Bremssystem auch unter den schwierigsten Anforderungen zuverlässig funktioniert. Es dürfen keine thermischen Überlasten in der Reibpaarung, also dem Kontakt zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe, auftreten", erläutert Wulf. Dazu erstellen die Testingenieure einen Prüfbericht, dessen Ergebnisse und Inhalt Wulf wiederum sehr gut für die weitere Entwicklung nutzen kann.

"Herausfordernd und abwechslungsreich"

Mit den Konstrukteuren bespricht Wulf, ob und wie das Bremsgerät an die Gegebenheiten im Schienenfahrzeug angepasst werden muss. Bei immer strikteren Anforderungen an Funktionalität und Bremsleistung sowie sehr engen Bauräumen/Platzverhältnissen im Fahrzeug muss jedes Detail stimmen. Die Erkenntnisse aus Einbauuntersuchungen, etlichen Tests und jahrelanger Betriebserfahrung fließen in die ständige Weiterentwicklung der Produkte ein. Und genau das macht sein Aufgabenfeld so spannend. Felix Wulf: "Mein Job ist oft herausfordernd und immer abwechslungsreich. Ich bin viel im Gespräch mit anderen Experten, das motiviert und bereichert jeden Arbeitstag aufs Neue."

Carsten Oberhagemann
Felix Wulf hat Maschinenbau und Management an der TU München studiert
Carsten Oberhagemann
Heute arbeitet er als Entwicklungsingenieur bei Knorr-Bremse
Carsten Oberhagemann
Er findet seinen Beruf oft herausfordernd und immer abwechslungsreich
Carsten Oberhagemann
An seinem Arbeitsplatz sitzt Felix Wulf zusammen mit anderen Ingenieurkollegen
Carsten Oberhagemann
Mit Hilfe des CAD-Programms entwickelt er neue Bremssysteme für die verschiedensten Einsatzgebiete auf der Welt
Carsten Oberhagemann
Haben das Gesamtsystem im Fokus: Felix Wulf mit dem Systemingenieur und Projektleiter Klaus Schröcker
Carsten Oberhagemann
Auch auf die richtige Konstruktion kommt es an: Felix Wulf mit dem Maschinenbau-Ingenieur Jürgen Karg, der bei Knorr-Bremse Fachexperte für Drehgestellprojektierung ist
Carsten Oberhagemann
Am Dynamometer-Prüfstand werden an den entwickelten Bremsen intensive Bremstests durchgeführt
Carsten Oberhagemann
Dabei bespricht sich Felix Wulf auch mit den Versuchsingenieuren: Hier mit Florian Strauß
Carsten Oberhagemann
Die Testergebnisse liefern ihm wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklungsarbeit
Carsten Oberhagemann
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Carsten Oberhagemann
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