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Mobilität

Mit Hybridantrieb in ein neues Zeitalter

Benjamin Dittrich arbeitet als Entwicklungsingenieur bei der ZF Friedrichshafen AG an neuen Hybridtechnologien.

Als Ingenieur in die Zukunft schauen

Nach seinem Diplom-Studium Elektro- und Informationstechnik an der HTWG-Konstanz fand es Benjamin Dittrich am Bodensee so schön, "dass ich hier bleiben wollte". So arbeitet der heute 33-Jährige bei der ZF Friedrichshafen AG als Entwicklungsingenieur im Bereich Hybridantriebe für Nutzfahrzeuge. Dabei hat er unter anderem einen 25 Meter langen Truck mitentwickelt, der per Tablet gesteuert werden kann.

Was bewegen / Mobilität

Vom Sabbatjahr zum 25-Meter-Truck

Im Rahmen des zweiten Praxissemesters fand er Zugang zu dem Unternehmen in Friedrichshafen. "Hybrid fand ich generell toll. Dabei habe ich die Möglichkeit, an neuen Technologien mit zu entwickeln und in die Zukunft zu schauen. Irgendwo müssen wir was tun, wir können nicht nur bei den konventionellen Antrieben bleiben", findet Dittrich. Jetzt ist er einer von 6.200 Ingenieuren, die bei ZF in der Forschung und Entwicklung beschäftigt sind.

Testfahrten mit dem "Popometer"
Besonders gefällt Dittrich die Vielseitigkeit an seinem Beruf. Die eigentliche Entwicklung der Hybridfunktion findet im Büro statt, in Teamarbeit. "Wir diskutieren viel, wie wir etwas umsetzen können", sagt Dittrich. Der eigentliche Test und die Inbetriebnahme erfolgen dann im Fahrzeug. Dort verbindet er den Laptop mit dem System, prüft alles auf Fehler, dreht dann seine Runden auf dem abgesperrten Testgelände und testet verschiedene Funktionen. "Man arbeitet nicht nur an einer kleinen, abgeschlossenen Komponente, sondern hat wirklich den Bezug zum Gesamtsystem und dem Endprodukt. Ich sitze im Fahrzeug und bekomme alles live mit", beschreibt Dittrich die Vorteile seines Berufs. Auf dem Laptop liest er während der Testfahrt die Daten aus. "Es ist sehr wichtig, wie sich die Fahrt anfühlt."

Zehn Monate lang abgeschaltet
Da müssen alle Sinne geschärft sein - und der Kopf dementsprechend frei. Dafür hat auch die ZF Friedrichshafen AG gesorgt. "Das Unternehmen ist sehr sozial. Sie bieten an, ein Sabbatjahr zu verbringen. Das habe ich auch in Anspruch genommen", berichtet Dittrich. Zehn Monate lang reiste er um den Globus, lernt Land und Leute kennen und entspannte an idyllischen Orten. In Mittel- und Südamerika hat er seine Leidenschaft, das Wellenreiten, intensiv ausgelebt und ganz nebenbei Spanisch gelernt. Immer noch geht er nach der Arbeit zur Entspannung gerne Paddeln auf dem Bodensee oder zum Surfen in ausgedehnten Urlauben an den beliebten Surfer-Hotspots an den Ozeanküsten.

"Toll ist auch, dass ich die private Leidenschaft - das Reisen - mit dem Beruf verbinden kann", sagt Dittrich, der häufig auch dienstlich ins Ausland reist, um hybridbetriebene Busse und Lkw direkt beim Kunden in Betrieb zu nehmen. "Privat hätte es mich persönlich zwar nicht in Länder wie China oder Russland gezogen, aber es war toll im beruflichen Rahmen die verschiedenen Menschen, Kulturen und Arbeitsweisen vor Ort kennenzulernen", erzählt Dittrich.

Lkw-Fernsteuerung per Tablet
Eines seiner Lieblingsprojekte war der "Innovation Truck", bei dem Dittrich die Hybridsoftware an die nötigen Funktionen anpasste und einen Fahrregler entwickelt hat, der die Geschwindigkeit und Fahrtrichtung im Lkw einstellt. Mit einem Team von unterschiedlichen Experten wurde ein 25 Meter langer, hybridangetriebener Truck mit Auflieger und Anhänger entwickelt, der sich per Tablet fernsteuern lässt. "Komplexe Projekte wie dieses können nur in Teamarbeit stattfinden. Am spannendsten ist dann der Moment, wo die Entwicklungen der einzelnen Ingenieure zusammengebracht werden und es an die Gesamt-Inbetriebnahme geht", sagt Dittrich.

Carsten Oberhagemann
Tests im Hybridbus
Carsten Oberhagemann
Der Hybrid-Bus auf dem Testgelände der ZF Friedrichshafen AG
Carsten Oberhagemann
Benjamin Dittrich ist viel auf dem Testgelände unterwegs, wo er die im Büro entwickelten Technologien testet, zum Beispiel den Hybridbus
Carsten Oberhagemann
Entwicklungsingenieur Benjamin Dittrich im Büro
privat
Benjamin Dittrich reiste in einem Sabbatjahr einmal um die Welt, auch mit einem alten VW-Bus, ...
privat
...in dem er auch übernachtete und viel Zeit zum Entspannen fand
privat
Das Wellenreiten ist Benjamin Dittrichs große Leidenschaft, ob an den Ozeanküsten ...
privat
... oder auf dem Bodensee
Carsten Oberhagemann
Entwicklungsarbeit leistete Benjamin Dittrich auch am InnovationTruck, ...
Carsten Oberhagemann
...der sich per Tablet fernsteuern lässt