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Mobilität

Das Raketenexperiment

Florian Meyer erforschte parallel zu seinem Studium die Brennbarkeit von Materialien im Weltraum und fand mit diesem Projekt einen schnellen Einstieg in die Berufswelt.

Ein großer Schritt in Florians Zukunft

Schon als kleiner Junge hat sich Florian Meyer (26) für die Luft- und Raumfahrt begeistert, heute arbeitet er genau in diesem Bereich: Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen und erforscht Verbrennungsprozesse in der Schwerelosigkeit.

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Forschungsprojekt im Studiums

Als Master of Science hat er mit gerade einmal 26 Jahren bereits an einem Experiment mitgewirkt, das für die Raumfahrt von großer Bedeutung ist und jüngst von der Wissenschaft aufgegriffen wurde. "Gemeinsam mit vier Kommilitonen habe ich noch während meines Masterstudiums im Rahmen des REXUS/BEXUS-Programmes ein Experiment entwickelt, um zu erforschen, wie bestimmte Materialien in der Schwerelosigkeit verbrennen."

Feuer sind für Astronauten z. B. auf der ISS sehr gefährlich. Auch, weil in der Schwerelosigkeit ganz andere physikalische Bedingungen als auf der Erde herrschen, die auf die Verbrennung anders wirken. Grund genug, die schwerelose Verbrennung unterschiedlicher Materialien genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Experiment enthielt also mehrere Materialproben, die mit einer Höhenforschungsrakete in der schwedischen Tundra 90 Kilometer in die Höhe geschossen wurden und dort verbrannt wurden.

Vom Treckerfahren zum Fliegen

Für Florian war die Berufswahl lange Zeit ein Weg mit ungewissem Ausgang. Klar war, dass er den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb nicht übernehmen wollte. Stattdessen war er fasziniert vom Fliegen. Also liebäugelte er zunächst damit, Pilot zu werden. Tolle Idee, leider auch mit unsäglichen Arbeitszeiten verknüpft. Mit seinem Physik- und Mathe-Abi suchte er dann nach einem Mischstudium aus technischen Facetten und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Heraus kam: das Wirtschaftsingenieurwesen. Den Standort suchte er anhand der universitären Schwerpunkte aus und streute gleichsam kindliche Interessen hinzu. Voila: Heraus kam die Uni Bremen: "Ein Schwerpunkt ist die Luft- und Raumfahrttechnik, für die ich mich ja nach wie vor sehr interessierte. Ein zusätzlicher Grund, in Bremen zu studieren, war die Nähe zu meinem Heimatort."

Studium mit Praxiskontakten

Den Start ins Studium meisterte Florian mit Bravour. "Na klar, muss man sich eingewöhnen. In der Schule wird man mehr oder weniger gedrängt mitzudenken. Im Studium muss man sich selbst motivieren, am Ball zu bleiben." Das fällt natürlich leichter, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Seine Bachelorarbeit schrieb Florian am ZARM. "Schon damals konnte ich mir gut vorstellen, meine Masterarbeit auch dort zu schreiben und auch nach dem Studium dort zu bleiben."

Eine zweite wichtige Erfahrung war der Kontakt zum Projektmanagement, welches Florian zunächst theoretisch im Studium und dann praktisch bei Airbus Defence & Space und Airbus Safran Launchers kennenlernte, wo er als Praktikant und Werkstudent im Projektmanagement arbeitete. "Die Luft- und Raumfahrt als Tätigkeitsfeld war für mich ja schon lange klar, aber mit der Arbeit im Projektmanagement habe ich auch eine Tätigkeit gefunden, die mir noch mehr Spaß machte, als im stillen Kämmerchen zu sitzen, um ein einziges Bauteil zu optimieren. Ich wollte lieber in Projekten und mit Menschen arbeiten."

Erstes Projekt und Berufseinstieg

Und so sagte Florian ohne zu überlegen "ja", als sein Bachelorarbeitsbetreuer, Christian Eigenbrod (Leiter der Forschungsgruppe Verbrennungstechnologie am ZARM) ihn fragte, ob er Teil des Teams für ein Verbrennungsexperiment werden wolle. Florian übernahm die Projektleitung und entwickelte die Steuerung der Luftzufuhr für die Verbrennungskammer – eine Aufgabenkombination nach Florians Geschmack.

Das von Florian und seinen Studenten durchgeführte Experiment war nicht nur für die Wissenschaft neuartig und erfolgreich, sondern auch für die Studenten. Neben den Daten für ihre Masterarbeiten haben sie auch viel Erfahrung gesammelt. "Ohne das Projekt würde mir die praktische Anwendung des im Studium Gelernten fehlen." Aufgrund dieser Erfahrungen und auch durch das Projekt selbst war der Übergang vom Studium ins Berufsleben für Florian völlig nahtlos. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZARM und schreibt seine Dissertation über die Verbrennungsphysik in der Schwerelosigkeit.

Michael Bokelmann
Das ZARM engagiert sich stark für den wissenschaftlichen Nachwuchs
Michael Bokelmann
Beim ZARM geht es für die Karriere hoch hinaus
Michael Bokelmann
Mit gerade mal 26 Jahren ist Florian Meyer wissenschaftlicher Mitarbeiter beim ZARM
Michael Bokelmann
Aktuell schreibt Florian beim ZARM seine Dissertation über Verbrennungsphysik in der Schwerelosigkeit
Michael Bokelmann
Florian hat sich schon früh für Luft- und Raumfahrttechnik interessiert
Michael Bokelmann
Schon während seiner Masterarbeit übernahm Florian die Projektleitung für ein Verbrennungsexperiment
Michael Bokelmann
Durch sein Verbrennungsexperiment konnte Florians viele praktische Erfahrungen sammeln
Michael Bokelmann
Im Projekt entwickelte Florian die Steuerung für die Luftzufuhr in der Vebrennungskammer
Michael Bokelmann
Die Forschung zur Verbrennungsphysik ist für die Raumfahrt von großer Bedeutung

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