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Mobilität

Auf der Überholspur

Vom Kartfahrer zum Ingenieur: Sebastian Ewert arbeitet beim Automobilzulieferer MAHLE in der Konzernvorausentwicklung.

Karriere in der Zuliefererindustrie

Mehr als die Hälfte der im Auto verbauten Teile kommt aus der Zuliefererindustrie. Während Kernmodule wie Motorgehäuse, Kurbelwelle oder Zylinderkopf direkt vom Auto-Produzenten stammen, werden Abgasturbolader, Nockenwellen oder Ventile in der Regel bei Zulieferern eingekauft. Diese Produkte machen einen Großteil der Wertschöpfung in der Automobilindustrie aus. Klar, dass auch hier viele Ingenieure arbeiten.

Was bewegen / Mobilität

Vom Rennfahrer zum Ingenieur

Einer dieser Ingenieure ist der 33-jährige Sebastian Ewert, der in der sogenannten Konzernvorausentwicklung tätig ist. "Hier planen und entwickeln wir die Produkte der Zukunft. Aktuell sprechen wir vom Motor der Jahre 2017 bis 2020", so Ewert.

Bei MAHLE ist Sebastian Ewert direkt nach seinem Maschinenbaustudium an der RWTH Aachen (Vertiefung: Verbrennungsmotoren) als Trainee eingestiegen. Das Programm - einschließlich Stationen in Stuttgart, Northampton und Wolfsburg - hat ihm ein breites Spektrum an Wissen über das Unternehmen vermittelt und viele Kontakte zu anderen Mitarbeitern ermöglicht. "Ich war selber in Entwicklung und Vertrieb tätig und habe mir durch Traineekollegen aus dem Controlling und Einkauf auf relativ einfache Art ein Netzwerk mit vielen Kontakten aufgebaut." Als technischer Assistent der Geschäftsführung hat er zudem gelernt, für das Unternehmen existenzielle Entscheidungen zu treffen und in jungen Jahren Verantwortung zu schultern. Eines ist sicher: Seine berufliche Karriere vollzieht sich - angetrieben von reichlich PS-Power - quasi im Vollgas-Tempo auf der Überholspur. Schon als Kind beschäftigte er sich mit der komplexen Bauwelt von Lego und Fischer-Technik. Vom 12. bis zum 19. Lebensjahr verbrachte er dann zahllose Wochenenden an Kartbahn-Rennstrecken und fuhr eine schnellste Runde nach der anderen.

Wichtige Erfahrungen an der Rennstrecke

Auch während seiner Studienzeit ließ Sebastian der Motorsport nicht los, dieses Mal in der Rolle des Ingenieurs. Zwei Jahre lang engagierte sich der Maschinenbaustudent im Aachener Formula Student Team, das unter dem Namen ecurie-aix an den Start ging. "Wir haben hier von Grund auf einen Rennwagen gebaut, mit dem man später an einem Wettbewerb teilnehmen kann." So konstruierte das Team das erste Kohlefaser-Monocoque bei einem Formula Student Gefährt überhaupt und entwickelte zudem noch einen Getriebe-Prototypen. Über den verwendeten Motor von MAHLE erhielt Sebastian Ewert auch den ersten Kontakt zu seinem heutigen Arbeitgeber. Auch wenn sein Studium durch den zeitaufwändigen Formula Student Abstecher letztlich zwei Jahre länger gedauert hat, will er die lehrreiche Zeit nicht missen: "Wir haben viel gewollt und viele Fehlerquellen entdeckt, waren nie besonders erfolgreich, haben aber viel Herzblut hineingesteckt und letzten Endes extrem viel von der Ingenieurstätigkeit gelernt. Da sind wahre Freundschaften entstanden."

Das Beste aus zwei Welten

Um die Suche nach dem "Motor der Zukunft" zu beeinflussen, hat Sebastian Ewert mit seinem Team die Entwicklung eines Elektroauto-Prototypen mit Range Extender (Reichweitenverlängerer) gesteuert. Dabei haben sie ein Serienfahrzeug mit Verbrennungsmotor auf einen Elektromotor umgerüstet. Ziel dabei ist es, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen in Zukunft weiter zu erhöhen. "Wir werden in Zukunft das Beste aus zwei Welten haben: den weiter optimierten Verbrennungsmotor, weil hier die Energiedichte des Treibstoffs sehr hoch ist. Aber wir brauchen auch die Elektrifizierung, um lokal emissionsfrei unterwegs zu sein. Beides muss gefördert werden, denn von den im Jahr 2020 weltweit produzierten 100 Millionen Fahrzeugen werden im besten Fall nur fünf Millionen rein elektrisch angetrieben sein."

Weitere Infos zum Thema E-Mobility findest du in der kompakt-Ausgabe 11|2012

Dirk Wagener
Teamwork
Dirk Wagener
Der Motor im Einsatz
Dirk Wagener
Maschinenbauingenieur Sebastian Ewert
Dirk Wagener
Karriere auf der Überholspur
MAHLE Gmbh
Mit Vollgas in die Zukunft
Dirk Wagener
Durchblick
MAHLE Gmbh
Downsizing-Motor

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