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Sport und Freizeit

Der perfekte Klang

Markus Kasemann liebt Technik und Musik. Mit seinem Job bei beyerdynamic bekommt er beides unter einen Hut.

Mehr als nur Techniker

Der Vater Physiker, viele Verwandte Techniker - eine Familie voller Bastler auf akademischem Niveau. Was soll aus dem Jungen nur werden? Nun zunächst einmal ein technisch begeisterter Bub, der aber kaum etwas selbst baut, weil es immer jemanden im Umfeld gibt, der es besser kann. Also macht Markus Kasemann einfach Musik und steht bis heute auf der Bühne. Prägung und Fügung verdichten sich in der E-Technik und formen einen Klangspezialisten bei beyerdynamic mit dem entscheidenden Quäntchen Perfektionismus bis ins letzte theoretische Detail.

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Wie funktioniert eigentlich eine E-Gitarre?

Alles beginnt auf der – wohlgemerkt – badischen Seite des Bodensees. Der obligatorische Lötbausatz von Conrad ist wohl eher dem sozialen Techniker-Umfeld geschuldet, und doch schlummert in Markus Kasemann ein zweischneidiges Talent, das auf der einen Seite analytisches Denken hervorbringt und auf der anderen die Gitarre erklingen lässt. Wo beide Seiten aufeinandertreffen, entwickelt sich ein scharfer Verstand, der ihn Jahre später zum Entwickler reifen lassen soll. Doch vor alledem kommt zunächst das Studium. „Ich hab E-Technik studiert, weil ich elektrische Musikgeräte – genauer E-Gitarren-Verstärker – verstehen, modifizieren und neu bauen wollte.“

Vertiefungsrichtung Nachrichtentechnik

Mit Mathe und Englisch in den Leistungskursen hätte er auch Lehrer werden können, entscheidet sich dann aber doch für die E-Technik, schreibt sich an der Uni in Ulm ein und stellt schnell fest, dass die Uhren hier anders ticken als an der Schule. „Ich fand’s gut, dass der Anfang hart war. Das war zwar echt unangenehm, aber wenn man das geschafft hatte, wusste man nach den ersten zwei Semestern, dass man auch den Rest schaffen kann.“ Als Vertiefung wählt er die Nachrichtentechnik, weil hier ein Ton zum Signal – und umgekehrt – wird und damit näher an die Musik rückt als jede andere Richtung.

„Im Hauptstudium hatte ich einige Aha-Erlebnisse: Wir haben nämlich fast alles, was wir im Grundstudium machten, auch im Hauptstudium wieder gebraucht. Das war dann wirklich gut, weil es zum einen in die Vertiefung bekannter Themen ging und zum anderen nun eine konkrete Anwendung dahinter stand.“ Kasemann ist ein Student, der Lust auf die Detailarbeit hat. Er friemelt sich gerne in Probleme ein und löst sie kreativ. Und doch hat er nach der Uni erstmal andere Prioritäten, heiratet und begleitet in Namibia ein Entwicklungshilfeprojekt. Zurück in Deutschland spricht er einen Bekannten bei beyerdynamic an, bei dem er als Student einst ein Praktikum absolvierte.

Unerhört kreativ

Der heute 32-Jährige muss seinerzeit einen guten Eindruck hinterlassen haben, denn nach dem Bewerbungsgespräch standen ihm plötzlich mehrere Stellen offen – er entschied sich für den Job als Embedded System Engineer. Kaum im Unternehmen angekommen, beteiligte er sich auf Prozessorseite an der Entwicklung für einen 3D-Kopfhörer, arbeitete mit C++, implementierte neue Features und änderte die Control-Software. Es folgte ein digitaler Active-Noise-Reduction-Kopfhörer u.a. für Piloten und ein digitales Funkmikrofon für die Bühne: „Das Mikro hat richtig Spaß gemacht. Für den in meinem Verantwortungsbereich liegenden Projekt-Teil hatte ich etwa ein Jahr Bearbeitungszeit – einzig mit der Vorgabe, es erfolgreich abzuschließen.“ Keine Frage: Die Verschmelzung aus Studium und Beruf schafft Raum für kreative Ideen auf hohem Niveau. Der Conrad-Bastelkarton hat seine Aufgabe erfüllt. Und bei Familienfeiern könnte es heute durchaus sein, dass eine Maxwell-Formel oder die Fourier-Transformation die allgemeine Stimmung erhellen. Oder seine Gitarre. Oder beides.

Weitere Informationen:

Elektrotechnik an der Universität Ulm

Der konsekutive Bachelor-/Masterstudiengang Elektrotechnik bildet die Nachfolge und Weiterentwicklung des klassischen Diplomstudiengangs Elektrotechnik. Er bietet ein breit angelegtes Fächerspektrum und umfasst alle Gebiete der modernen Elektrotechnik von der Automatisierungs- und Energietechnik über die Informations- und Kommunikationstechnik bis hin zur Mikroelektronik und den Materialwissenschaften.

Weitere Infos zum Beruf des Soundingenieurs findest du im Magazin Elektrotechnik konkret

Michael Bokelmann
Am Arbeitsplatz von Embedded System Engineer Markus Kasemann.
Michael Bokelmann
Nicht nur technisches Wissen sondern auch Kreativität ist gefragt.
Michael Bokelmann
Markus und seine Kollegen bei beyerdynamic.
Michael Bokelmann
Markus Kasemann tüftelt am Sound von Mikrofonen und Kopfhörern.
Michael Bokelmann
Sein Wissen aus dem Studium ist für Markus Kasemann unersetzlich.
Michael Bokelmann
Sebastian Haberzettl mit seinem Kollegen Markus Kasemann.

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