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Sport und Freizeit

Die Welt zum Klingen bringen

Sebastian Haberzettl arbeitet beim Kopfhörer- und Konferenzsystem-Spezialisten beyerdynamic am perfekten Sound.

Wie produziert man eigentlich guten Sound?

Erst das Klavier, dann die Gitarre. Wer jung Musik macht, will nur zu gern auch beruflich in diesen Bereich eintauchen. Und genau hier scheiden sich die Geister: Wo der eine aktiv Musik machen will, sucht der andere nach den technischen Wegen, um guten Sound zu produzieren. Als E-Technik-Ingenieur kann man hier einiges zum Klingen bringen – so wie Sebastian Haberzettl, der heute beim Kopfhörer- und Konferenzsystem-Spezialisten beyerdynamic in Heilbronn arbeitet.

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Am Anfang steht die Technik

Ja, auch Sebastian Haberzettl hat sich immer schon für Technik interessiert. Und natürlich hatte auch er Mathe und Physik im Abi. Aber wo nun die Menge aufspringt und berichtet, wie gnadenlos leicht ihnen Mathe im LK fiel, da ist der gebürtige Limburger Realist geblieben: „Mathe hat mich durchaus in die Knie gezwungen, aber Physik fand ich schon super spannend!“ Mit dieser erschlagenden Ehrlichkeit verströmt der 29-Jährige eine erfrischende Sympathie, in der sich Traum und Realität zu einer erfrischenden Melange vermischen: „Als kleines Kind wollte ich immer Erfinder werden, und der Ingenieurberuf kommt diesem Wunsch quasi am nächsten.“

Erste Hürde: Grundstudium

Jedes Studium zum Ingenieur beweist im Grundstudium Hürden mit anschließendem Wassergraben und Sollbruchstellen erster Klasse. In Haberzettls Studium waren es vor allem die Grundlagen der E-Technik und Mathe 1 bis 4 – mit komplexen Zahlen, Funktionstheorien und einem Höchstmaß an Unfassbarkeit. Und doch sagt er heute: „Es war extrem abstrakt, was sich hinter Energie- oder Datentechnik verbirgt, was Echtzeitsysteme sind und wie eine Feldberechnung aussieht. Doch so schwer das alles war, so gut war das Studienmodell selbst, weil ich erst mal gucken konnte, was mich thematisch interessiert, um mich anschließend auszurichten!“ Nachdem er also das Grundstudium beendet, öffnet sich nicht nur mit der Akustik eine neue Welt aus bekannten Teilelementen. Oder Elementarteilchen – ganz wie man will.

Leidenschaft wird Beruf

Der berufliche Einstieg erfolgt bei der deutschen Mikrofonmanufaktur Schoeps, deren Mikrofone unter anderem bei der Tagsschau und im Bundestag den Sprecherton abnehmen. Einmal auf hohem Niveau angekommen, bewirbt er sich mit seinem Diplom in der Tasche also bei beyerdynamic und bekommt die Chance, von der er lange träumte. Doch bevor er sich mit der liebgewordenen Akustik beschäftigt, programmiert er zunächst einige Monate die Benutzerschnittstelle der neuen Drahtlos-Strecke für ein digitales Funkmikro. Ein erfolgreiches Gesamtprojekt aus dem Hause beyerdynamic: „Das ist ein schönes Gefühl, wenn die Fachpresse dann dieses Produkt so gut testet oder wenn ein Künstler damit auf der Bühne steht und es damit auch den harten Alltagstest besteht.“

Nach diesem Projekt lernt er dann die Vielfalt der beyerdynamic-Kopfhörer kennen, um anhand ihrer Detailunterschiede an den Stellschrauben zur Optimierung zu arbeiten. Und das ist tatsächlich Akustik pur. Damit hat er sich zum Kopfhörer-Spezialisten emporgearbeitet und arbeitet derzeit an der Klangabstimmung eines gänzlich neuen Kopfhörerprojektes. „Gerade auf dem Weg zu den hohen Frequenzen passieren in der Akustik so viele physikalische Effekte, die mit theoretischen Mitteln nur bedingt oder gar nicht zu bewerten sind. Daher ist es gut, die Theorie zu kennen, aber wichtiger für mich ist die Erfahrung im Klang selbst. Und das hat mit Uni nichts zu tun.“ In Heilbronn klingeln ihm nun im besten Sinne die Ohren. Und dank seiner Lust auf die Akustik klang es nie süßer in unseren.

Weitere Informationen:

Elektrotechnik an der TU Darmstadt

Das Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik (etit) im Bachelor of Science an der TU Darmstadt befähigt Absolventinnen und Absolventen dazu, an der Planung und Realisierung elektrotechnischer und informationstechnischer Komponenten und Systeme mitzuwirken. In den ersten vier Semestern erfolgt dabei zunächst eine wissenschaftliche Grundlagenausbildung, insbesondere in den Bereichen Elektrotechnik, Informationstechnik (einschließlich der Informatik), Mathematik und Physik. Der Studiengang ist sowohl forschungs- als auch praxisorientiert.

Weitere Infos zum Beruf des Soundingenieurs findest du im Magazin Elektrotechnik konkret

Michael Bokelmann
Sebastian Haberzettl ist Kopfhörer-Spezialist bei beyerdynamic
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Mit einem künstlichen Ohr werden die Kopfhörer geprüft.
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Sebastian Haberzettl kümmert sich mit rein akustischen Mitteln um die Klangabstimmung.
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Sebastian Haberzettl mit seinem Kollegen Markus Kasemann.

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