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Sport und Freizeit

Hinter der Bühne

Eindrucksvolle Bühnenbilder und Szenerien. Wenige Theaterbesucher wissen, welch ausgefeilte Technik in einem einzigen Bühnenbild steckt.

Im Theater zu Hause

Das Essener Aalto Theater ist Astrid Kirchholtes berufliches Zuhause. Die Ingenieurin für Theater- und Veranstaltungstechnik erstellt 3D Pläne und Fertigungszeichnungen - die konstruktive Grundlage für beeindruckende Bühnenbilder. Die Arbeit als Konstrukteurin ist anstrengend, aber - so kann sie sagen - auch ein Traumjob: Abwechslung, Flexibilität und interdisziplinäres Arbeiten fließen hier zusammen. „Außerdem ist es jedes Mal ein tolles Gefühl, das fertige Bühnenbild vor sich zu sehen.“

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Ziel immer vor Augen

Astrid Kirchholtes ist 29 Jahre alt, diplomierte Ingenieurin für Theater- und Veranstaltungstechnik und leitende Konstrukteurin am Essener Aalto Theater. Ihr bisheriger Lebenslauf liest sich wie ein Drehbuch. 2002: Abitur. 2003: Studienbeginn in Berlin. Seit 2006: Aalto Theater Essen. Die Diplomarbeit schrieb sie in London, und auch verschiedene Praktika sowie eine Interrailreise quer durch Europa halfen ihr, die Welt über den Tellerrand hinaus zu entdecken.

Nicht allein unter Männern

Astrid Kirchholtes ist viel herum gekommen - und hatte doch ihr Ziel immer fest vor Augen: Ingenieurin für Theater- und Veranstaltungstechnik. In acht Semestern erlernte sie an der Berliner Beuth Hochschule für Technik – übrigens die deutschlandweit einzige Hochschule, die diesen speziellen Studiengang anbietet – die Grundlagen ihres Traumberufs. Sowohl ingenieurwissenschaftliche Themen, als auch Szenographie und Theatergeschichte sind Bestandteile des Studiums. Die Kombination mit der Kunst erklärt wohl den vergleichsweise hohen Frauenanteil im Studiengang, waren doch unter 40 Studierenden acht Frauen zu finden.

Ein Grund für die 29-Jährige, sich von Beginn an wohlgefühlt zu haben. Und das nicht nur an der Uni, auch während ihrer Praktika in der Gießerei und einer Veranstaltungsagentur merkte sie zunehmend, dass sie sich richtig entschieden hatte. Eine perfekte Basis, um selbstbewusst und zielstrebig ihren Weg zu gehen: Von der Heimat Meerbusch aus zunächst ins ferne Berlin, dann ins Ausland. „Es war mir wichtig, mal etwas anderes zu sehen und ganz auf mich allein gestellt zu sein“, erklärt sie.

Schnelle Entscheidungen

Insbesondere die Kombination aus Kultur und Technik war ausschlaggebend dafür, dass sich die Jungingenieurin für diesen Studiengang entschied: „Der technische Aspekt überwiegt jedoch und ist schlussendlich auch Schwerpunkt meines Berufes.“ Denn die 29-Jährige arbeitet hauptsächlich am PC und erstellt AutoCAD-Zeichnungen, 2D- und 3D-Pläne sowie Berechnungen mithilfe eines Statikprogramms. Immerhin müssen die Konstruktionen auch mal dem Gewicht mehrerer Personen standhalten. Als leitende Konstrukteurin fertigt sie die pass- und maßgenauen Pläne, nach denen die Werkstätten dann die Einzelteile anfertigen, aus denen sich später das Gesamtbühnenbild ergibt. Bis zu acht neue Entwürfe plant Kirchholtes pro Jahr – Grundlage dazu bieten die Modelle der Bühnenbildner. Bei der Umsetzung kommt es insbesondere auf eine gute und enge Zusammenarbeit zwischen Ingenieurin, Schlosserei und Schreinerei an: „Deswegen sitzen wir alle hier im Haus. Immer wieder gilt es auch kurzfristige Entscheidungen zu treffen, damit Stahl- und Holzteile am Ende nicht nur zusammenpassen, sondern auch die künstlerischen Anforderungen erfüllen.“ Zu groß und schwer werden dürfen sie natürlich auch nicht sein, denn sonst gibt es Probleme beim Aufbau sowie bei der späteren Lagerung.

Als Ingenieurin im Bereich Theater und Veranstaltungstechnik hat Astrid Kirchholtes definitiv ihren Traumjob gefunden.

Weitere Informationen:

Mehr Infos gibt es auf der Website des Aalto-Theaters

Studium der Theatertechnik

Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Theatertechnik verfügen über die Voraussetzungen, um technische Abteilungen von Theatern und Versammlungsstätten zu leiten, sowie als Ingenieure in der Theaterindustrie zu arbeiten. Sie verfügen dafür über Qualifikationen in technischer, organisatorischer und künstlerischer Hinsicht. Die Schwerpunkte des Studiums sind: Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaft und Theater.

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Zeichen- und Statikprogramme sind Hauptbestandteil der Arbeit als Konstrukteurin.
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AutoCAD-Zeichnungen erstellen und lesen zu können ist ein Muss im Berufsalltag.
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Bühnenmodelle bilden die Grundlage für Konstruktionszeichnungen und -berechnungen.
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Kein Bühnenaufbau ohne technische Zeichnung.
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Auch große Einzelteile dürfen die 100-Kilogramm-Grenze nicht überschreiten.

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