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Städte von morgen

Wohn mal in der Zukunft!

Neue Wohnkonzepte: Im Fraunhofer inHaus stellen Wissenschaftler Ideen zum zukünftigen Wohnen und Arbeiten auf solides Fundament.

Zwischen Weltraum und Flachbildschirm

Die Welt von morgen ist auch nicht mehr das, was sie mal war: Früher wohnten wir zukünftig im Weltall, flogen mit unseren Autos durch Hochhaus-Städte und blickten auf flache Riesenfernseher. Damals begann die Zukunft im Jahr 2000. Und immerhin hat ja die Sache mit den Flachbildschirmen geklappt.

Was bewegen / Städte von morgen

Das Haus der Zukunft steht in Duisburg

Natürlich sorgt der demografische Wandel dafür, dass in einem Vierteljahrhundert barrierefreie Wohnungen mit optimalen Netzwerkanschlüssen eine alternde Gesellschaft auch in Sachen Notruf absichert. Zugleich wird die technologische Entwicklung noch viele weitere phantastische Blüten tragen. Im Duisburger „Haus der Zukunft“ hat das Fraunhofer-Institut einen visionären Schritt gewagt, der im ersten Moment gar nicht so utopisch anmutet und doch als Raumsystem den zukünftigen (technischen) Alltag verdichtet. „Die zunehmenden Assistenzsysteme im Auto lieferten in den 1990er Jahren die Grundidee zu diesem Haus: Es gab Sensoren, die den Scheibenwischer oder das Licht einschalten oder auch den aktuellen Verbrauch. Es hat sich aber gezeigt, dass Hausbesitzer das technisch machbare Komplettpaket gar nicht unbedingt wollen“, erklärt der Maschinenbauingenieur Volkmar Keuter (49), der heute das Fraunhofer inHaus-Zentrum leitet.

Interdisziplinäres Arbeiten

Gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Giese (26) begleitet er die stete Veränderung der beiden inHaus-Gebäude 1 und 2 und übersetzt die technikgetriebenen Leistungen interdisziplinärer Ingenieurteams aus ganz Deutschland in verständliches Deutsch. Denn: Giese studierte in Duisburg Kognitions- und Medienwissenschaften, ein Studiengang der ebenfalls zu den Ingenieurswissenschaften zählt und ihn nicht nur für die Öffentlichkeitsarbeit und das Partnernetzwerk des inHaus prädestiniert. Parallel dazu beschäftigt er sich mit dem Hospital-Engineering. Schließlich sollten auch die Pflege- und Krankeneinrichtungen der Zukunft den demografischen Entwicklungen mit technologischem Know-how folgen. „Wir arbeiten daran, die zeitaufwändige Dokumentation durch Ärzte und Pflegende zu automatisieren, indem Aufenthalte, Handgriffe und Materialverbrauch sensorgestützt erfasst werden, woraus intelligente Systeme dann auf die vorgenommenen Handlungen schließen“, erklärt Giese.

Die Doppelhaushälfte der Zukunft

Im Duisburger inHaus 2 werden daher seit 2008 sowohl Hotel- und Krankenzimmer als auch Büros der Zukunft entwickelt, also reine Nutzimmobilien. Das 2001 errichtete inHaus 1 ist demgegenüber eine klassische Doppelhaushälfte, die auf der einen Seite ein Labor ist, auf der anderen die Wohnsituation von morgen inszeniert - mit allen aktuellen Multimedia-Anwendungen, Sicherheits- und Zugangskontrollen. Natürlich über ein Tablet ortsunabhängig bedienbar. Smart Home lässt grüßen. „Die Niedrigenergiehäuser der Zukunft werden unser Nutzungsverhalten eigenständig erlernen und den Energiebedarf daraufhin optimieren. Kaum sichtbar, aber am Ende des Monats im Portmonee spürbar“, ergänzt Giese. Ein Großteil der Techniken ist da, allein an echter Bereitschaft mangelt es. Wir sind eben noch nicht in der Zukunft angekommen.

Weitere Informationen:

Studium der Angewandten Kognitions- und Medienwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen

Johannes Giese studierte Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaft. Auch dieser Studiengang zählt zu den Ingenieurwissenschaften. Im Zentrum steht die Vermittlung einer fundierten informatischen und kognitionswissenschaftlichen Gestaltungs- und Reflexionskompetenz an der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer. In dem projekt- und praxisorientierten Studium erwerben die Studierenden berufsbefähigende Handlungskompetenzen für die Gestaltung, Entwicklung und den Einsatz digitaler Medien, insbesondere von Internet-Anwendungen in Wirtschaft und Gesellschaft.

Weitere Infos zum Thema Häuser der Zukunft findest du in der kompakt-Ausgabe 07|2014

Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Außenansicht des inHaus 1
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Bedienbar ist das inHaus 1 per Tablet.
wort:laut
Seit 2013 leitet Volkmar Keuter das Fraunhofer-inHaus-Zentrum.
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Ein Blick in die Wärmezentrale des Zentrums.
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Die Kraftwärmekopplungsanlage des inHaus-Zentrums.
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Blick in ein Hotelzimmer des Fraunhofer-inHaus-Zentrums.
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Jegliche Funktionen werden über den Bildschirm sichtbar.
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Die Weiterentwicklung des inHaus-Zentrums wird stetig vorangetrieben.
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Die Doppelhaushälfte „inHaus 1“ von innen.
Fraunhofer ISE
Überblick über das Energiekonzept des inHaus 2.
wort:laut
Johannes ist für die Öffentlichkeitsarbeit des inHaus zuständig.
Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Das Fraunhofer-inHaus-Zentrum ist eine europaweit einzigartige Innovationswerkstatt.