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Wasser und Nahrung

Unterwegs auf Feld und Straße

Ein Ingenieur zwischen Technik, Gesetzen und Vorschriften: Ingenieur Matthias Molinari ist Spezialist für die Zulassung von Traktoren.

Riesen mit 600 PS

Sie heißen Axion, Lexion oder Xerion, sind wahre Riesen auf übermannshohen Reifen und stecken voller Power. Sie durchpflügen die Felder und fahren die Ernte schneller und präziser denn je ein. Für die technische Weiterentwicklung sind Ingenieure in der Konstruktion, Forschung und Entwicklung maßgeblich, ohne Zulassung geht’s aber nicht. Und das ist bei den bis 19 Tonnen schweren und über 600 PS starken Kraftpaketen gar nicht so einfach.

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Komplexe Vorschriften und Zulassungen

Genauso wie Pkw und Lkw müssen auch Landmaschinen wie Traktoren und Mähdrescher für den Straßenverkehr zugelassen werden. Denn bevor sie auf dem Acker zum Einsatz kommen, führt sie ihr Weg zumeist über öffentliche Straßen. Und das geht nur mit einer entsprechenden Betriebserlaubnis bzw. Zulassungsbescheinigung. Um diese müssen sich die Hersteller vor Aufnahme der Serienproduktion bemühen, wie Diplom-Ingenieur Matthias Molinari vom Landtechnikunternehmen Claas im ostwestfälischen Harsewinkel. „Wir verkaufen Landmaschinen in etwa 140 Ländern“, erklärt er und kennt sich mittlerweile bestens mit den internationalen Vorschriften rund um Traktoren aus – eine Kompetenz, die als Homologation bezeichnet wird. Zwei Beispiele: Für Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h gelten in Europa einheitlich die Richtlinien der EU, wobei bestimmte Werte beachtet werden müssen. So muss etwa die Bremsanlage so ausgelegt sein, dass ein Bremsweg von 19,8 m eingehalten wird, was einer Mindestverzögerung von ca. 4,5 m/s² entspricht. Ferner muss die Fahrerkabine einem Umsturzschutztest standhalten, und der Geräuschpegel bei beschleunigter Vorbeifahrt darf 89 Dezibel (A) nicht überschreiten. Die Anhängelast hingegen ist nicht definiert und daher unterschiedlich. Molinari: „Ein Acht-Tonnen-Traktor darf zum Beispiel in Deutschland Anhänger bis maximal 32 Tonnen, in Dänemark hingegen bis 36 Tonnen Gewicht ziehen.“ Erfüllt der Prototyp des Herstellers alle Vorschriften, wird eine EG-Betriebserlaubnis für das Fahrzeug erteilt und die Produktion kann beginnen.

Zusatzprüfungen

Für die Fahrt in Deutschland gelten wiederum andere Werte, sodass für die hiesige Zulassung Zusatzprüfungen durchgeführt werden müssen, dabei dürfen Traktoren auf deutschen Straßen sogar bis zu 50 bzw. 60 km/h schnell fahren. Entsprechend stehen auch neue Brems- und Geräuschmessungen an. Matthias Molinari kennt alle Normen und Vorschriften. Gemeinsam mit den Sachverständigen vom TÜV und Gutachtern führt er die Messungen an den neuen Maschinen durch, steht im ständigen Dialog mit Behörden, leistet Überzeugungsarbeit, wenn es nötig ist. Aufgrund der langen Genehmigungszeit müssen die Prototypen für die Homologation bis zu einem Jahr vor Beginn der Serienproduktion gebaut sein. Am Ende der Prozedur muss der Ingenieur noch ein wenig administrativen Aufwand betreiben: Er muss die technischen Daten der neuen Landmaschine in das betriebsinterne Softwareprogramm eingeben, damit die Zulassungsdokumente etc. gedruckt werden können. Insgesamt verkauft Claas auf den 140 Märkten weltweit über 42 Typen mit über 150 Modellen an Landmaschinen, von Traktoren über Mähdrescher, Maschinen für die Futterernte bis zu Teleskopladern. Alle genehmigt und nach einheitlichen Normen zugelassen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, engagiert sich Matthias Molinari durchaus zeitintensiv in zwei Verbänden. Zum einen unterstützt er den Fachbereich Landtechnik im VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) mit Sitz in Frankfurt unter anderem im Normenausschuss. Zum anderen sitzt er gemeinsam mit anderen Traktoren- und Landmaschinenherstellern im europäischen Landmaschinenverband CEMA (European Committee of Associations of Manufacturers of Agricultural Machinery), wo neue Richtlinien kritisch diskutiert werden.

Weitere Infos zum Thema Landmaschinentechnik findest du in der kompakt-Ausgabe 08|2011

Claas
Claas verfügt über eine Vielzahl von Modellen, von Traktoren über Mähdrescher, Maschinen für die Futterernte bis zu Teleskopladern
Claas
Sie heißen Axion, Lexion oder Xerion, sind wahre Riesen auf übermannshohen Reifen und stecken voller Power.
Claas
Kraftpakete mit riesigen Rädern
Claas
Hightech mit Bedacht
Claas
Reiche Ernte dank ausgeklügelter Technik
Claas
Diplomingenieur Matthias Molinari hat Landmaschinentechnik an der FH Köln studiert.
Claas
Landmaschinen der Firma Claas im Einsatz auf dem Feld.
Claas
Die Maschinen durchpflügen die Felder und fahren die Ernte schneller und präziser ein denn je.
Claas
Die Firma Claas verkauft ihre Landmaschinentechnik auf den Märkten weltweit.
Claas
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