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Wasser und Nahrung

Salt ’n’ Sport

Kristina Bognar ist Weltklasse-Sportlerin, Wirtschaftsingenieurin und promovierte Meerwasserentsalzungs-Spezialistin.

Ingenieurin, Sportlerin und Mutter

Sie hat auf der ganzen Welt Meerwasserentsalzungsanlagen aufgespürt, untersucht und ihr Studium zur Wirtschaftsingenieurin dennoch in Rekordzeit abgeschlossen. Und anschließend promoviert. Sie spielt in der ungarischen Damen-Nationalmannschaft Volleyball. Sie ist seit wenigen Wochen Mutter. Und sie ist 30. In der Ingenieurin, Sportlerin und Mutter Kristina Bognar spiegeln sich all jene Möglichkeiten wider, die jeder Studierende hat.

Was bewegen / Wasser und Nahrung

Budapest, Berlin, San Francisco

In Budapest geboren, wuchs sie in Berlin auf, ging nach dem Abi ein Jahr nach San Francisco, um dort International Business zu studieren und wechselte danach jedoch zur TU Berlin zu den Wirtschaftsingenieuren. Warum? „Mir haben Mathe und Physik immer sehr viel Spaß gemacht. Außerdem waren und sind das Fächer, wo es nicht so sehr um Geschwafel geht, sondern um Fakten.“ In ihrer Wunschdisziplin wollte sie sich zunächst mit den Möglichkeiten umweltfreundlicher Verkehrslösungen beschäftigen, wechselte aber im Hauptstudium dann zu den Themen „Energie“ und „Ressourcen“, weil ihr die Grundbedürfnisse der Menschheit wichtiger waren als der Luxus nobler Karossen. „Wenn man sein Ingenieurstudium beginnt, hat man auch noch im Studienverlauf viele Möglichkeiten herauszufinden, was einen eigentlich interessiert. Man sieht ja nun mal erst im Studium – erst Recht an einer großen Uni – die Vielfalt der Schwerpunkte, die das Ingenieurstudium bietet.“

Sportlich unterwegs

Parallel zum Studium gehen andere joggen - sie spielte viele Jahre als Profisportlerin unter anderem für Volleyball-Vereine in den obersten Ligen Deutschlands, der USA, Spaniens und Griechenlands. Es war der Zufall, der sie so auf der kanarischen Insel in die europäische Hochburg der Meerwasserentsalzung trieb. Bis dahin war das Thema für sie keins. Von da an wurde es zu einer Aufgabe, die sie nach dem Studium unter anderem nach Brüssel führte, wo sie durch einen EU-Abgeordneten das Thema „Meerwasserentsalzung“ erstmals aus politischem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichen Blickwinkel betrachtete. Im permanenten Seitenwechsel fand sie sich anschließend zum Training in Athen wieder. Morgens und abends Volleyball – dazwischen traf sie sich mit Wissenschaftlern und konnte die technischen Möglichkeiten der Wasserentsalzung mit unmittelbaren Anwendungen koppeln. „Gerade diese Verknüpfung von Theorie, echtem Nutzen und der Möglichkeit etwas für die Umwelt tun zu können, indem man mit Leuten aus der ganzen Welt an einem Ziel arbeitet – gerade das macht Wissenschaft so unglaublich spannend!“ Als Wirtschaftsingenieurin bringt sie eben genau diese Aspekte zusammen: Wann kann man wo mit welchem technischen und energetischen Einsatz effektiv arbeiten.

Trinkwasser ist an vielen Stellen der Welt rar. „Ich wusste zum Beispiel vorher auch nicht, dass die arabischen Länder und die US-Küstenregionen stark von der Meerwasserentsalzung abhängen und Australien kaum über eigene Trinkwasserquellen verfügt und alles entsalzt. Die derzeit größte mit Windkraft angetriebene Anlage befindet sich daher auch im australischen Perth.“ Weltweit gibt es heute immerhin rund 17.000 großtechnische Meerwasser-Entsalzungsanlagen, in denen etwa 70 Millionen Kubikmeter Trinkwasser entstehen. Das sind rund 0,5 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Spätestens wenn man bedenkt, dass rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, wird klar, dass dies ein globales Zukunftsthema mit ethischem, wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Mega-Potential ist.

Weitere Informationen:

Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin

Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens ist eine interdisziplinäre Ausbildung, die, neben den Schwerpunkten Wirtschaft und Technik, mathematisch-naturwissenschaftliche sowie rechtswissenschaftliche Gebiete umfasst. Die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Ausbildung wird im Bachelorstudiengang mit einer der technischen Studienrichtungen Bauingenieurwesen, Maschinenbau/Verkehrswesen, Elektrotechnik/Informations- und Kommunikationssysteme oder Chemie und Verfahrenstechnik verbunden.

Weitere Infos zum Thema Wassermanagement findest du in der kompakt-Ausgabe 02|2013

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