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Ingenieurstudium: Aber welche Fachrichtung?

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"Ich strebe ein Ingenieurstudium an, bin mir aber noch unschlüssig, für welche Fachrichtung ich mich entscheiden soll. Ich wäre gerne in der Forschung, vermutlich im Bereich der erneuerbaren Energien oder umweltschonenden Produkte, tätig. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Ingenieurwissenschaften, z. B. an der TU München sind sehr breit gefächert und lassen dadurch sehr viel Spielraum, auf welchen Bereich man sich letztendlich spezialisiert. Mit meinem Abiturdurchschnitt bin ich allerdings schon an der unteren Grenze, ab der man als ungeeignet gilt. Eine weitere Studienrichtung wäre daher Materialwissenschaften. Da hier die Forschung definitiv im Vordergrund steht, wäre dies auch eine Möglichkeit. Wie sehen die Zukunfts-/Jobchancen in diesem Bereich aus? Als Alternative dafür gibt es den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, der auch noch einen betriebswirtschaftlichen Zweig hat. Hier habe ich gelesen, dass die meisten Absolventen dieses Studiengangs Führungspositionen in der Wirtschaft einnehmen. So etwas liegt mir aber nicht. Ist der Studiengang dadurch ungeeignet oder gibt es auch noch andere Tätigkeitsbereiche? Habe ich eventuell eine Richtung überhaupt nicht berücksichtigt, die auch passend sein könnte?"

Die Antwort

Bei der Wahl eines Bachelorstudiengangs "Allgemeine Ingenieurwissenschaften", auch General Engineering genannt, besteht die Möglichkeit zunächst einen breit gefächerten Überblick über verschiedene Vertiefungsrichtungen der Ingenieurwissenschaften zu bekommen. Sowohl während des Studiums als auch mit der Wahl eines folgenden Masterstudiums kann eine Vertiefungsrichtung weiter ausgebaut werden.

Bei einer Tätigkeit im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es neben der Möglichkeit eines solchen Studiums auch den Studiengang Umwelttechnik. Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens ist eine Art Schnittstelle zwischen verschiedenen Disziplinen. Ähnlich wie bei den Allgemeinen Ingenieurwissenschaften wird zunächst Wert auf eine generalistische Ausbildung gelegt. So werden Bereiche aus den Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft parallel studiert. Ebenso vielfältig kann daher auch der spätere Beruf sein, es hängt ganz von der Schwerpunktsetzung ab.

Expertenmeinung Dr. Christian Bramsiepe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dortmund
Christian Bramsiepe studierte Chemieingenieurwesen an der TU Dortmund. Danach promovierte er am Lehrstuhl für Anlagen- und Prozesstechnik, wo er weiterhin arbeitet und forscht. Seine Einschätzung zu der Frage "Ingenieurstudium: Aber welche Fachrichtung?" lautet:

"Die Beschreibung "Forschung an erneuerbaren Energien und umweltschonenden Produkten“ deckt ein sehr breites Feld ab, das von den physiklastigen Fächern Werkstoffkunde und Materialwissenschaften bis zu Chemie oder Biologie reicht. Dazwischen liegen der klassische Maschinenbau (auch eher physiklastig) und die Verfahrenstechnik, sowie Chemie- und Bioingenieurwesen, die etwas chemie-/biologielastiger als der klassische Maschinenbau sind. Abgesehen vom Wirtschaftsingenieurwesen, bei dem ich es nicht einschätzen kann, bieten alle diese Fachrichtungen die Möglichkeit sich mit "erneuerbaren Energien und umweltschonenden Produkten" zu beschäftigen. Vor der Wahl des Studiengangs ist es daher empfehlenswert, erst einmal die eigenen Interessen auszuloten. Ich empfehle, sich zunächst die eigenen Interessen bewusst zu machen. Danach sollte man sich eine Uni/FH suchen, an der die Zulassungsanforderungen erfüllt werden. Die Hochschulen haben in der Regel sehr informative Websites, die einen guten Überblick über die angebotenen Studiengänge und die daran geknüpften Anforderungen geben. Wenn die wesentliche Anforderung ein Studiengang ist, der das Themenfeld "erneuerbare Energien und umweltschonende Produkte" abdeckt, sollte man sich Gedanken über das Umfeld, also die Ausrichtung (s.o.) des Studiengangs machen. Aus allen genannten Studiengängen heraus kann man sich in die Richtung "erneuerbare Energien und umweltschonende Produkte" entwickeln. Ob dabei dann ein Forscherjob heraus kommt, hängt natürlich von den Studienleistungen ab."

Expertenmeinung Prof. Dr. Wilfried Adami
Prof. Dr. Wilfried Adami unterrichtete in den Studiengängen "Angewandte Automatisierungstechnik" an der Leuphana-Universität in Lüneburg. Seine Antwort auf die Frage "Ingenieurstudium: Aber welche Fachrichtung?" lautet:

"Grundsätzlich sind zurzeit die Berufschancen in allen Ingenieurbereichen gleichermaßen gut. Eine industrielle Beschäftigungsmöglichkeit ist in forschungsorientierten Bereichen der Werkstoffwissenschaften ebenfalls möglich. Wirtschaftsingenieure sind weniger forschungs- als anwendungsorientiert. Eine berufliche Ausrichtung als Führungskraft ist dem Studienprofil naheliegend, aber nicht unbedingt zwingend. Es hängt davon ab, inwieweit die fachlichen Inhalte in geeignetem Maße vertieft werden."

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