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ING des Monats

Juli 2016: Nathalie Hipp von
Hahn-Schickard

Software für die Industrie 4.0

Nathalie Hipp entdeckte früh den Spaß am Programmieren und arbeitet heute in einem renommierten Forschungszentrum

Nathalie Hipp beschäftigt sich mit intelligtenten Sensoren, die die Industrie 4.0 weiter nach vorne bringen sollen. Zur Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. kam die Softwareingenieurin über ihre Masterarbeit. Außerdem unterrichtet die 25-Jährige Programmierung an der Hochschule Furtwangen.

"Schon als Kind interessierte mich technisches Spielzeug und mein Vater steckte mich mit seinem Hobby, der Astronomie, an", erinnert sich Nathalie Hipp. Dass ihr in der Schule Mathematik und Physik leicht fielen, kam ihrem Berufswunsch Raumfahrtingenieurin zu werden, natürlich ebenfalls zugute. Nach dem Abitur entschied sie sich aber aufgrund der vielfältigen Tätigkeitsfelder und zahlreichen Medizintechnikunternehmen in der Umgebung für Medizintechnik an der Hochschule Furtwangen. "Ich wollte mit Technik anderen Menschen unmittelbar helfen." In Kooperation mit der Aesculap AG in Tuttlingen verfasste Nathalie Hipp ihre Bachelorarbeit.

Vernetzte Fertigung von morgen

Der Schritt von der Medizintechnik zur Industrie 4.0, ihrem heutigen Aufgabengebiet, ist nicht so weit wie es zunächst scheint. "In der Medizintechnik spielt die Software inzwischen eine enorme Rolle." So vertiefte sie während ihres Studiums ihr bereits auf dem Gymnasium entdecktes Interesse für Informatik . Für die Masterarbeit konnte sie dann die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. als Partner gewinnen. Am Forschungszentrum in Villingen-Schwenningen wird die Industrie der Zukunft maßgeblich vorangetrieben. Die Industrie 4.0 vernetzt Produktionsanlagen, Bauteile, Roboter, Logistikpartner und Mitarbeiter, eben alle an der industriellen Produktion Beteiligten.

Klar, dass dort technisches Know-how und Software-Programmierung enorm gefragt sind. So konnte Nathalie Hipp nach ihrem Abschluss direkt als Softwareingenieurin einsteigen. "Das Schlagwort Industrie 4.0 bündelt viele Themen, mit denen ich mich schon länger befasst hatte. Smarte Sensoren, drahtlose Kommunikation und Schnittstellenprogrammierung zum Beispiel. Wer sich damit auskennt, ist gut aufgestellt." So befasste sie sich in ihrem ersten Projekt bei Hahn-Schickard mit Schnittstellen im Smart Home. Auch in ´intelligenten Häusern` müssen verschiedene Akteure miteinander kommunizieren. So kann beispielsweise das Heizungssystem effizienter arbeiten, wenn es sich mit Lüftung, Fenstern und Thermometern austauscht.

Aktuell geht es für die junge Ingenieurin hauptsächlich um SensIDL, einen Open-Source-Standard, der smarte Sensoren in der Industrie vernetzt. "Wir schaffen eine Plattform und ein Softwareframework, um Sensoren und Produktionsanlagen unserer Industriepartner miteinander kommunizieren zu lassen – kostenlos und als Open-Source-Software." Durch Entwicklungen wie SensIDL wird die Produktion vieler mittelständischer Zulieferfirmen in der Fertigungs- und Automatisierungstechnik fit für die Industrie 4.0.

Und wie sieht es mit ihrer eigenen Zukunft aus? "Mittelfristig strebe ich an, hier zu promovieren und selbst Forschungsprojekte zu leiten." Mit ihrer Arbeit an den Sensoren für die Industrie 4.0 bei Hahn-Schickard und einem Lehrauftrag an der Hochschule Furtwangen ist sie da sicher auf einem guten Weg.

Martin Krautter
Nathalie Hipp interessierte sich bereits während der Schulzeit für Software
Martin Krautter
Auch in ihrem Medizintechnikstudium spielte Programmierung eine wichtige Rolle
Bernd Müller für Hahn-Schickard
Smarte Sensoren ermöglichen eine vernetzte Produktion
Martin Krautter
In der Umgebung des Forschungszentrums profitieren viele mittelständische Unternehmen von den Entwicklungen
Martin Krautter
"Der PC ist mein wichtigstes Arbeitsmittel, aber auch Kommunikation und Teamwork sind entscheidend"
Martin Krautter
Nathalie Hipp mit einem intelligenten Sensor