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Job des Monats

Dezember 2016: Technologiemanager

"Ich will mit Menschen arbeiten"

Technologiemanager Stephan Schröder

Er berät Unternehmen und sogar Ministerien, mit welchen Technologien sie Innovationen schneller umsetzen und wettbewerbsfähig bleiben können. "Für mich ist der Job am Fraunhofer IPT die ideale Mischung aus Technik und Management."

Wer gut einkauft, hat mehr von seinem Geld: Er kauft die Produkte mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis, achtet auf Qualität und schafft nichts Überflüssiges an. In Zeiten immer kniffligerer Technologien und immer komplexerer Lieferketten wird der Einkauf auch für Unternehmen immer wichtiger. Und da kommt Stephan Schröder ins Spiel. Er analysiert mit seinen Kunden, welche Technologien sie benötigen, um ihre strategischen Unternehmensziele zu erreichen und auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben. Das heißt, er muss sowohl die Technologien verstehen, die seine Kunden brauchen, als auch über das wirtschaftliche Know-how verfügen, um die Folgen der Entscheidungen einschätzen zu können. Dafür braucht man die richtige Ausbildung.

Einstieg über ein Orientierungspraktikum

Naturwissenschaften haben ihm schon immer gefallen. "Aber ich wollte nicht im Labor verschwinden, sondern mit Menschen arbeiten", sagt der heute 29-jährige Maschinenbau-Ingenieur. Also suchte er sich erst mal ein Orientierungspraktikum und hatte Glück bei Eurocopter, heute Airbus Helicopters. "Mein Betreuer dort hat mir viel gezeigt und erklärt. Am Ende wusste ich, dass ich Maschinenbau studieren will."

Das Studium an der RWTH Aachen war nicht immer einfach, aber gut zu bewältigen. Über einen Mitbewohner kam Stephan im Sommer 2010 als Hiwi ans Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, noch während des Bachelor-Studiums. Sein erster Auftrag: eine Marktrecherche zum Thema Medizintechnik. Die Stimmung am Institut gefiel ihm gut, lauter junge, kreative Leute. So blieb er nach dem Abschluss als Master in Energietechnik als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Warum es ihn nicht in die Industrie zog? "Ich hatte Sorge, dass mein Elan dort zu schnell ausgebremst wird. Das ist später immer noch eine Option, wir haben gute Chancen auf einen attraktiven Job in der Industrie, weil wir hier viel Erfahrung in Projektarbeit sammeln."

Befragen, analysieren, empfehlen

Als Technologiemanager arbeitet er in Beraterfunktion für verschiedene Projekte. "Im Gegensatz zu den reinen Forschungsaufträgen sind unsere Beraterjobs kurzfristiger und wir sind mehr unterwegs." Eines seiner Projekte war zum Beispiel eine weltweite Benchmark-Untersuchung zum Thema Industrie 4.0 (= stärkere Verzahnung industrieller Produktion mit Informations- und Kommunikationstechnik) für das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF. Dabei sollte herausgefunden werden, wo Deutschland im internationalen Vergleich steht und wie man Leitanbieter für Industrie 4.0 werden kann.

Dafür befragten Stephan und seine Kollegen zunächst die wichtigsten Experten für industrielle Produktion in Deutschland, anschließend Fachleute aus ganz Europa. Schließlich reiste er zu Gesprächen nach Japan, Korea, Taiwan und China, immer mit der Frage: Was macht ihr aktuell in puncto Industrie 4.0 und was plant ihr? Es folgte eine ausführliche Bestandsanalyse zu Deutschlands Stärken und Schwächen und schließlich konkrete Handlungsempfehlungen für das BMBF. Man hört Stephan an, wie gut ihm dieses Projekt gefallen hat. "Deutschland hat es geschafft, mit Industrie 4.0 eine globale Marke zu schaffen. Jetzt müssen Taten folgen."

privat
Maschinenbau-Ingenieur Stephan Schröder findet für seine Kunden heraus, mit welchen Technologien sie am besten fahren
INBENZHAP
In Workshops erarbeitet Stephan mit Experten, wie Deutschland Leitanbieter für Industrie 4.0 werden kann
Illustration: Heyko Stöber/INBENZHAP
Wo steht Deutschland bei der industriellen Produktion im internationalen Vergleich? Fragen wie diese hat Stephan für das Forschungs-Ministerium beantwortet
privat
Für die Benchmark-Untersuchung INBENZHAP reiste Stephan mit Kollegen nach Südkorea
privat
Im Juni 2016 wurde die Projektbroschüre auf dem BMBF Kongress Produktionsforschung offiziell übergeben