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TV-Tipp

Fährt Auto-Deutschland vor die Wand?

Aus der Reihe ZDFzoom

Der größte Umbruch aller Zeiten - auf nicht weniger müssen sich Deutschlands Autobauer einstellen. Und mit ihnen ein ganzes Land, dessen wirtschaftliche Vormachtstellung vom Wohl und Wehe seiner Autobranche abhängt.

Es geht um fast zwei Millionen Arbeitsplätze - und es geht um die Aushängeschilder deutscher Wirtschaftskraft und Ingenieurskunst:

Daimler, BMW, Volkswagen, Audi, Porsche, sie sind das Herz der Industrienation Deutschland. Seit Jahrzehnten erwirtschaften sie mit Premium-Fahrzeugen immer neue Rekordgewinne. Doch die Zeiten ändern sich, das Geschäftsmodell "große Autos gleich große Margen" wird von mehreren Seiten bedroht.

CO2-Vorgaben, Subventionen, Gesetze und Verbote drängen die traditionellen Benzin- und Diesel-Motoren weltweit zurück. Neue Autobauer jagen den Etablierten Marktanteile ab. Und eine komplett neue Technologie, die Elektromobilität, könnte die Autoindustrie auf den Kopf stellen.

"In vier Jahren", sagt Trendforscher Lars Thomsen, "werden elektrische Antriebssysteme in Anschaffung und Betrieb günstiger sein als vergleichbare Verbrenner". "Wer sich jetzt nicht umstellt, dem wird es ergehen wie Nokia mit den Smartphones und Kodak mit der digitalen Fotografie. Beides sind gute Beispiele dafür, was passiert, wenn man die Zeichen der Zeit nicht erkennt ", sagt Thomsen, der fast alle großen Auto-Konzerne berät.

Einen Vorgeschmack auf das, was kommt, gibt es in Kalifornien. In der Heimat von Google, Apple, Facebook und Co. wird auch bei den Autos die Zukunft bereits gestaltet: 10 000 Dollar Prämie als Anreiz bekommt ein Kalifornier, der sich ein Elektro-Auto kauft. Kombiniert mit politischem Druck auf die Autoindustrie soll der PKW-Markt umgekrempelt werden. Schon heute verkauft der amerikanische Elektroautobauer Tesla in Kalifornien mehr Fahrzeuge der Spitzenklasse als jeder deutsche Konkurrent.

"Wir sind die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Wir sind selbstbewusst und setzen die Produkte durch, die sich mit unseren Umweltzielen decken. Wir können gestalten, weil wir die Marktmacht besitzen", erklärt Mary Nichols, Leiterin der für E-Mobilität zuständigen kalifornischen Regierungsbehörde (CARB).

In Deutschland ist davon noch wenig zu spüren. Dabei sollen nach dem Willen von Kanzlerin Merkel "bis 2020 eine Million E-Autos auf unseren Straßen fahren". Die politischen Weichen werden bisher aber eher halbherzig gestellt, darin sind sich Vertreter aus Wissenschaft und Industrie weitgehend einig.

Deutschland ist momentan unbestrittener Global Player der Automobilbranche - aber wird das auch so bleiben?

"Niemand baut bessere Diesel- und Benzinmotoren als die Deutschen", sagt ein chinesischer Regierungsbeamter. "Doch mit der Elektromobilität beginnt das Rennen um die Vorherrschaft beim Auto von vorn." Die "ZDFzoom-Reporter" Peter Ruppert, Jo Schück und Michael Strompen haben wichtige Auto-Nationen besucht und geschaut: Wer ist fit für die Zukunft der Mobilität, und wer hat Nachholbedarf?

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Ausstrahlung

8. Oktober 2014 - 22:45
ZDF

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