Nach der Schule absolvierte sie ein Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr und kam dort mit dem Fraunhofer Institut für Silizium Technologie (ISIT) in Itzehoe in Kontakt. Dort gefiel ihr sofort alles, was mit Nachhaltigkeit und Technik zu tun hatte. Da ihr Lieblingsfach in der Schule Physik war, hat sie es erst einmal damit versucht und drei Semester studiert. „Das war mir aber nicht nahbar genug“, erklärt sie. Sie hatte immer das Gefühl, in diesem Studienfach nur für Klausuren zu lernen und zu wenig Verknüpfungspunkte zu haben.
Ob Ingenieurwissenschaften das Richtige sind? Auch wenn sie etwas zweifelte, wechselte sie nach einem Gespräch mit der Studienberatung zum Sommersemester den Studiengang – was nicht bei jedem Studiengang geht. In einer Gruppe von rund 25 Studierenden wagte sie also das Abenteuer Ingenieurwesen. Dass Ingenieurwissenschaften häufig noch als Männerdomäne gelten, hat Annelie nie abgeschreckt. Im Studienalltag fühlt sie sich im B.Eng. Ingenieurwissenschaften sehr wohl. „Es ist wirklich super zu wissen, dass alles, was wir lernen einen Sinn in der Anwendung hat“, fasst sie zusammen. Durch die anwendungsorientierte Lehre und den hohen Praxisbezug fühlt sich Annelie bestens auf den Berufseinstieg vorbereitet.
Annelie erklärt den Aufbau ihres Studiums so: „Die großen Fachrichtungen der Ingenieurwissenschaften werden aufgeteilt, aber durch die Grundfächer müssen alle durch. Danach kann man sich für ein Vertiefungsmodul entscheiden und festlegen, wohin die Reise gehen soll.“ Das bietet unglaublich viel Platz für individuellen Freiraum, was die Studentin als großen Vorteil sieht. Denn auch Annelie wusste nach dem Abi nicht sofort, was sie machen wollte. Deswegen legt sie Schüler*innen, die sich für MINT interessieren, ihren Studiengang ans Herz.
„Die großen Fachrichtungen der Ingenieurwissenschaften werden aufgeteilt, aber durch die Grundfächer müssen alle durch. “
In zahlreichen Projekten können die Studierenden mit ihrem Wissen experimentieren. Ob Praktika oder Junior-/Senior-Projekte – die Hochschule achtet bei ihrer Lehre darauf, dass Praxis ein großer Teil des Lehrplans ist. Begeistert erzählt Annelie von einem Projekt: „Wir bauen ein Auto, das mit einem Handy gesteuert wird. Es wird für einen Wettkampf entwickelt. Dafür müssen wir alle Prozesse durchlaufen, wir designen die Autoteile selbst.“ Auch hier sollen sich die Studierenden ausprobieren.
Annelie ist mit ihrer Entscheidung für den B.Eng. Ingenieurwissenschaften mehr als zufrieden. Doch einfach zurücklehnen und mit dem Strom schwimmen kann sie hier nicht. Da der Studiengang so breitgefächert ist, müssen die Studierenden für sich selbst entscheiden, welche Schwerpunkte sie setzen möchten. „Ich schwanke aktuell noch zwischen zwei Vertiefungen: Elektrotechnik und Laser- und Plasmatechnik. Nächstes Semester belege ich deswegen einfach Module aus beiden Fächern und schaue dann, wie es weitergeht“, lächelt sie. Die Studierenden haben die Möglichkeit ab Semester drei zwischen sieben Vertiefungsrichtungen, den Majors, zu entscheiden. Da der Studiengang erst im Wintersemester 2025/2026 startete, gehört Annelie zum ersten Jahrgang dieses neuen Studiengangs.