Für Stephan war die Entscheidung für Sicherheitstechnik vor allem eine Frage der Vielfalt. „Das Studium klang einfach spannend, weil es viele technische Bereiche abdeckt“, erzählt er. Anders als in klassischen Ingenieurstudiengängen geht es hier weniger darum, sehr tief in ein Fach einzutauchen – sondern darum, Zusammenhänge zu verstehen und Systeme ganzheitlich zu betrachten. Genau das macht den Studiengang Sicherheitstechnik attraktiv.
Das Studium kombiniert Grundlagen aus Elektrotechnik, Mechanik und Informatik mit eher unerwarteten Themen wie Psychologie und Ergonomie. Dahinter steckt ein klarer Gedanke: Sicherheit hängt nicht nur von Technik ab, sondern auch vom Menschen. Stephan gibt ein Beispiel: „Wenn jemand monotone Arbeit an einer großen Maschine macht, sinkt die Konzentration – und das Risiko steigt.“ Gerade in solchen Situationen zeigt sich, dass Technik nicht nur funktionieren muss, sondern auch so gestaltet sein sollte, dass sie menschliche Fehler mitdenkt. Wie gestaltet man Technik so, dass sie Risiken minimiert und im Ernstfall auf Gefährdungen zuverlässig reagiert?
Ein großer Pluspunkt des Studiengangs ist für Stephan der Praxisbezug. Neben einem verpflichtenden Praxissemester profitieren die Studierenden davon, dass die Dozent*innen in der Sicherheitstechnik selbst aus der Industrie kommen und ihre Erfahrungen mitbringen. „Die Darstellungen und Übungen orientieren sich also immer an der tatsächlichen Praxis.“ Gerade durch konkrete Aufgaben und Beispiele wird schnell deutlich, wie das Wissen später im Beruf angewendet wird.
„Ein echter Vorteil ist die persönliche Betreuung. Es ist ein eher kleiner Studiengang, die Dozent*innen sind sehr hilfsbereit und unterstützen auch individuell.“
„Das Studium verändert schon den Blick auf die Welt um einen herum. Man betrachtet den Alltag plötzlich immer auch unter Sicherheitsaspekten.“ Ob technische Anlagen oder alltägliche Situationen: Viele Dinge, die vorher selbstverständlich waren, erscheinen dadurch in einem neuen Licht. Denn hinter nahezu jedem technischen Produkt stehen Normen und Prüfprozesse, die sicherstellen, dass es im Alltag zuverlässig und ungefährlich genutzt werden kann. Wer das spannend findet, dem rät Stephan, doch mal zum Tag der offenen Tür an die Hochschule Ruhr West zu kommen oder ein Schnupperstudium zu machen.
Mit einem Abschluss in Sicherheitstechnik stehen viele Türen offen. „Im Prinzip kann man in fast jeder Branche arbeiten“, sagt Stephan. Typische Einsatzbereiche von Abolvent*innen finden sich häufig im Anlagen- und Maschinenbau, in der Automobiltechnik oder bei Prüfgesellschaften wie dem TÜV. „Im Studium geht es darum, technische Produkte so zu entwickeln, dass sie keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellen – auch dann, wenn nicht alles perfekt läuft.“ Stephan selbst will auf jeden Fall noch den Master „Funktionale Sicherheit“ an der Hochschule Ruhr West machen, um sich weiter zu spezialisieren und komplexere Aufgaben übernehmen zu können.