Nach dem Abi ging es für Sutinan erst einmal in eine Ausbildung. Um die Karriere zu pushen, sollte es dann aber doch noch ein Studium im Anschluss werden. Im Hörsaal sitzen und eine Prüfungsphase, die den ganzen Semesterstoff abfragt, klang für die 22-Jährige aber abschreckend. Da kam ihr der Aufbau des Studiums Wirtschaftsinformatik 2.0 an der Hochschule Coburg sehr entgegen. Alle drei Wochen gibt es ein neues Thema mit einer dazugehörigen Leistungsüberprüfung. Das hat mehrere Vorteile: Die gefürchtete Prüfungsphase fällt weg und die Studierenden haben viele spannende Module, die sie kennenlernen.
„Wir haben auch Module wie Social Media und Content Creation. In Rapid Prototyping haben wir eigene Prototypen gebaut.“
Der Titel des Studienfaches hat sich erst vor kurzem in Wirtschaftsinformatik 2.0 geändert. Davor hieß er Applied Digital Transformation. Das 2.0 soll verdeutlichen, wie zukunftsorientiert und vielseitig die Inhalte gestaltet sind. Sutinan zählt auf: „Wir haben auch Module wie Social Media und Content Creation. In Rapid Prototyping haben wir eigene Prototypen gebaut“. Die Themen sind dem klassischen Wirtschaftsinformatikstudium ähnlich, aber nicht gleich. Natürlich lernen die Studierenden auch, wie man Websites baut, programmiert und Projekte managt. Ein weiterer Schwerpunkt an der Hochschule Coburg ist das Thema KI – sowohl die sichere Nutzung als auch die selbstständige Erstellung.
Sutinan hat vor ihrem Studium das Angebot des Schnuppertages genutzt. Dort konnte sie in die erste Vorlesung eines Moduls hineinhören und war direkt vom Modell überzeugt: Hier hieß es Pitch statt Prüfung. Kreativität ist etwas, was sich durch das ganze Studium zieht. Die Studierenden können in der eigenen Werkstatt entwickeln, haben Fotostudios und zum Beispiel Plotter für Projekte. Wie viel Planung in einem Tisch mit LED-Band stecken, hat die Studentin herausgefunden, als sie an einem Projekt für TV-Koch Alexander Herrmann gearbeitet hat. Die Studierenden haben den Tisch entworfen sowie gebaut, montierten die Leuchten, löteten fleißig und schrieben das Programm für die Steuerung. Auch für Google und BMW war die schön tätig. Für letzteres Unternehmen hat sie mit ihren Kommiliton*innen eine KI programmiert.
Das Studium ist nicht nur praxisorientiert, sondern hat auch ein Praxissemester integriert. Zusammen mit den dreiwöchigen Modulen findet also wirklich alle Studierenden ein Thema, das ihnen liegt und Spaß macht. Da die Module trotz unterschiedlicher Schwerpunkte aufeinander aufbauen, haben alle Studierenden das nötige Grundlagenwissen. „Die Profs bewerten da sehr fair“, weiß Sutinan. Als Tipp fügt sie hinzu: „Dieses Studium ist nicht der Standard, mit nur programmieren und Zahlen. So viel Mathe haben wir gar nicht!“