Ich interessiere mich schon seit meiner Jugend für Technik und für Sport. Leider gab es den Studiengang Sportingenieurwesen in Clausthal nach meinem Abi noch nicht. Deshalb studierte ich zunächst Maschinenbau. Als Sportingenieurwesen dann erstmals an meiner Uni angeboten wurde, stand für mich schnell fest: Das will ich studieren! Für mich ist einer der größten Pluspunkte definitiv die Vielfältigkeit! Der Studiengang vereint ganz verschiedene Bereiche und wir als Absolvent*innen können uns dementsprechend auch für viele unterschiedliche Berufsfelder entscheiden – von der Prothetik über die Materialwissenschaften und den Maschinenbau bis hin zum Bau von Sportgeräten.
„Der Studiengang vereint ganz verschiedene Bereiche und wir als Absolvent*innen können uns dementsprechend auch für viele unterschiedliche Berufsfelder entscheiden.“
Besser als man auf den ersten Blick denkt! Ein gutes Beispiel dafür sind Prothesen oder auch Laufbänder: Bei der Entwicklung solcher Geräte braucht es einerseits die sportliche Perspektive, um menschliche Bewegungsabläufe nachvollziehen zu können. Gleichzeitig wird jedoch auch ingenieurwissenschaftliches Knowhow benötigt, um die Geräte auf technischer Ebene zu entwickeln. Und wenn man diese beiden Themenfelder zusammenbringt, kann etwas echt Spannendes dabei rauskommen! Im vergangenen Semester belegte ich unter anderem Biochemie, Regelungs- und Elektrotechnik. Jetzt steht als nächstes ein zwölfwöchiges Industriepraktikum an, das alle Sportingenieur*innen an der TU Clausthal absolvieren. Ich mache mein Praktikum wahrscheinlich in einem Sanitätshaus und werde dort mein Wissen aus dem Studium rund um Orthopädie, Prothetik und Reha-Technik einbringen.
In Clausthal studieren wir in relativ kleinen Gruppen. Das hat den Vorteil, dass wir gemeinsam vieles ganz praktisch ausprobieren können. So haben wir uns schon oft auf dem Sportplatz getroffen, um das neu erlernte Wissen aus dem Hörsaal selbst anzuwenden. Mit Hilfe sogenannter Kraftmessplatten haben wir zum Beispiel Stand- und Sprunganalysen durchgeführt. Auch Sportarten wie Stand-Up-Paddling, Aerial Yoga oder textiles Skifahren können wir hier selbst ausprobieren. Unsere Uni verfügt über eine textile Skiloipe. Beim textilen Skifahren wird eine Kunststoffmatte genutzt, auf der man ganzjährig und ohne Schnee Ski fahren kann. Das macht großen Spaß und ermöglicht uns außerdem, Bewegungsabläufe und die einzelnen Materialien der Skipiste zu analysieren.