Schon bei den Begrifflichkeiten kann man leicht durcheinanderkommen. Der Oberbegriff „Hochschule“ umfasst Universitäten, Fachhochschulen und andere Institute (z. B. Musik- oder Kunsthochschulen). Auch die sogenannte „Trägerschaft“ spielt eine Rolle. Die meisten Hochschulen in Deutschland sind staatlich, also öffentlich-rechtlich, organisiert. An staatlichen sowie vielen kirchlichen Hochschulen zahlen Studierende einen niedrigen Semesterbeitrag, reguläre Studiengebühren gibt es dort normalerweise nicht. Private Hochschulen hingegen verlangen in der Regel deutlich höhere Studiengebühren.
Die weltweit älteste Universität wurde in Bologna (Italien) bereits im Jahr 1088 gegründet. Traditionell sind Universitäten stark auf Grundlagenforschung ausgerichtet, was sich bis heute kaum geändert hat. Deshalb ist das Studium dort häufig theoretischer und wissenschaftsorientierter aufgebaut. Auch die Größe vieler Universitäten prägt das Studium: Vorlesungen finden oft mit vielen Studierenden gleichzeitig statt, wodurch die Betreuung meist weniger persönlich ist als an Fachhochschulen. Dafür bietet die Universität ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Freiheit. Wer gerne selbstständig arbeitet, sich Inhalte eigenständig erschließt und kein besonders schulisches Lernumfeld sucht, findet an einer Universität oft die passendere Studienatmosphäre.
Fachhochschulen werden oft auch „Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW)“ oder „Universities of Applied Sciences“ genannt. Sie legen besonderen Wert auf anwendungsorientierte Lehre und Forschung. Das Studienangebot ist oft kleiner und spezialisierter als an Universitäten. Technik und Ingenieurswissenschaften gehören dabei zu den typischen Studienbereichen. Die Ausbildung ist praxisnah gestaltet und auf berufliche Anforderungen ausgerichtet, bleibt dabei aber wissenschaftlich fundiert. Durch die im Vergleich zu Universitäten oft geringere Größe finden Lehrveranstaltungen in kleineren Gruppen statt. Das führt in der Regel zu einer persönlicheren Betreuung und einem direkteren Austausch mit den Lehrenden. Wer eine strukturiertere Lernumgebung mit engem Kontakt zu den Dozent*innen bevorzugt, ist an einer Fachhochschule meist gut aufgehoben.
Abschlüsse verschiedener Hochschularten haben denselben Wert. So kann beispielsweise ein Bachelorabschluss einer Fachhochschule den Zugang zu einem Masterstudium an einer Universität ermöglichen – ebenso ist der umgekehrte Weg möglich. Voraussetzung ist dabei, dass der Bachelorabschluss die Anforderungen des jeweiligen Masterstudiengangs erfüllt, etwa hinsichtlich der Inhalte oder der Abschlussnote. Auch auf dem Arbeitsmarkt spielt es heute meist keine große Rolle mehr, ob ein Bachelor- oder Masterabschluss an einer Universität oder Fachhochschule erworben wurde.
Am Ende hängt die Entscheidung vor allem davon ab, wie du lernen möchtest und was du aus dem Studium mitnehmen willst. Beide Wege führen zu gleichwertigen Abschlüssen, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte im Studienalltag. Wichtig ist dein persönlicher Arbeitsstil: Kommst du gut damit zurecht, Inhalte eigenständig zu strukturieren und dich intensiv in theoretische Fragen einzuarbeiten? Oder bevorzugst du klarere Vorgaben, kleinere Gruppen und einen stärkeren Praxisbezug? Natürlich spielt auch der jeweilige Studiengang eine große Rolle: Manche Studienrichtungen lassen bewusst mehr Spielraum für Spezialisierung im Verlauf, andere sind von Anfang an stärker auf ein konkretes Berufsfeld ausgerichtet. Es lohnt sich deshalb, nicht nur auf den Namen der Hochschule zu schauen, sondern auch auf den konkreten Studiengang, die Inhalte und den Aufbau.