Peer startet gerade ins dritte Semester und steckt damit noch mitten im Grundstudium. „Die Grundlagen lernen wir zusammen mit den Maschinenbauern, den Elektrotechnikern und den Informatikern“, beschreibt er. Mechatronik vereint diese drei Disziplinen. „Ein Roboter ist eigentlich ein perfektes Beispiel für ein mechatronisches System.“ Insgesamt lernt man vor allem, wie Dinge funktionieren: „Im Alltag hinterfragen wir selten, warum das Licht angeht, wenn wir den Schalter drücken, wie ein Computer funktioniert oder was im Auto passiert.“ Genau das macht für den 20-Jährigen den Reiz aus: Im Studium lernt er, hinter die Kulissen alltäglicher Technik zu schauen und zu verstehen, wie sie funktioniert.
„Ich dachte, an Mathe wird’s nicht scheitern“, sagt Peer lachend. Schließlich war er in der Schule immer gut in Mathe und hatte das Fach auch im Abi. Deshalb stieg er erst in Teil 2 des Mathe-Vorkurses ein und wurde prompt eines Besseren belehrt: „Der hat uns dann schon etwas umgehauen, vor allem, weil wir am Ende eine Klausur bestehen müssen.“ Ein kleiner Schock zu Beginn, der aber auch etwas Gutes hatte: „Danach ist man auf komplexe Sachen eingestellt und bereit, sich in Elektrotechnik und Mechanik hineinzubeißen.“ Dass dabei auch mal Zweifel aufkommen, gehört für Peer zum Studium dazu. „Es ist ganz normal, auch mal Angst zu haben oder keine Lust. Wichtig ist es, wenn Nachholbedarf besteht, nicht zu lange zu warten, sonst kommt man irgendwann nicht mehr mit.“
Die luhbots sind ein studentisches Robotikteam der Leibniz Universität Hannover. Hier können Studierende ihr theoretisches Wissen aus dem Studium in die Praxis übertragen. „Wir bauen autonome Fußball-Roboter, die dann im Wettbewerb gegen Teams von anderen Hochschulen antreten.“ Fertige Lösungen gibt es dabei nicht: Die Studierenden bauen ihre Roboter selbst, schreiben die Software und entwickeln die passende Spielstrategie. Mit ihrem Roboter-Team nehmen sie dann in der Soccer Small Size League am internationalen Wettbewerb RoboCup teil. „Mir geht’s da vor allem um den Spaß und darum, was zu lernen“, erklärt Peer sein Mitwirken an der Initiative.
„Ich denke, Roboter werden in Zukunft sehr viele alltägliche Aufgaben übernehmen – vom Lieferdienst über die Straßenreinigung bis hin zu humanoiden Robotern, z. B. in der Pflege.“
„Ich will auf jeden Fall noch einen Master machen.“ In seiner Heimat Fehmarn ist Peer bei der DLRG aktiv. „Mein Plan sieht im Moment so aus, dass ich nach dem Bachelor eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen, ein bisschen arbeiten und dann einen Master in Medizintechnik anschließen will.“ Ganz sicher ist sich Peer aber noch nicht, denn er interessiert sich auch noch für andere Bereiche, z. B. große Fahrzeuge. „Später im Job kann ich mir gut vorstellen, eher in einer korrespondierenden Rolle zu arbeiten – also beispielsweise im Vertrieb.“
„Man muss kein*e Vorzeigeschüler*in sein“, meint Peer, „aber man muss Interesse mitbringen, das ist das Wichtigste. Mit Motivation allein schafft man es nicht, sich drei oder mehr Jahre durch das Studium zu beißen – man muss die Materie und Technik an sich spannend finden.“ Genauso wichtig ist für ihn der Austausch mit anderen. „Ich bin ja von Fehmarn nach Hannover gezogen und hatte zu Beginn mit der neuen Umgebung und Situation schon zu kämpfen. Aber man lernt sehr schnell neue Leute kennen und findet Anschluss.“ Ob beim gemeinsamen Lernen oder Bewältigen schwieriger Aufgaben: Man muss nicht alles allein schaffen.
„Wenn man technisches Interesse mitbringt und die Welt um einen herum wirklich verstehen will, dann ist so ein Technik-Studium auf jeden Fall eine gute Wahl.“