Louisas Hauptmotivation, sich für diesen Studiengang zu entscheiden, kommt aus persönlichem Interesse. Die 21-Jährige ist im zweiten Semester, also noch frisch dabei, weiß aber genau, was sie will. „Ich habe den Studiengang gewählt, weil ich die Verantwortung wahrnehmen möchte, einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft zu haben.“ Eigentlich wollte sie Chemie studieren. Ein Praktikum im Labor zeigte ihr schnell, dass es doch nicht das richtige ist. Durch weitere Praktika, Workshops und ein Schnupperstudium im Rahmen des Niedersachsen-Technikums hat sich ihr die Technikwelt auf eine neue Weise eröffnet.
„Der Studiengang ist so aufgebaut, dass man später als Ingenieur*in das Wissen und die eigenen Fähigkeiten für Nachhaltigkeit einsetzen kann.“
Sind andere Studiengänge nicht nachhaltig, wenn es speziell nachhaltige Ingenieurwissenschaften gibt? Louisa grinst und löst auf: Zumindest nicht so spezifisch. Der Unterschied ist, dass es bei uns in jedem Semester konkrete Nachhaltigkeits-Module, wie Umweltrecht oder Kreislaufwirtschaft. Wer möchte, kann aber nach dem Bachelor einen ganz klassischen Master, zum Beispiel in Maschinenbau dranhängen, das schließt sich nicht aus.“ Der Grund dafür: In den technischen Fachvorlesungen kommen Ingenieurstudierenden aus verschiedenen Studiengängen zusammen, denn die technischen Grundlagen sind gleich und müssen bei allen sitzen. „Der Studiengang ist so aufgebaut, dass man später als Ingenieur*in das Wissen und die eigenen Fähigkeiten für Nachhaltigkeit einsetzen kann. Das ist wie ein Technikstudium mit Sternchen“, fügt die Studentin hinzu.
Niemand sollte vor einem Ingenieurstudium zurückschrecken! Das möchte Louisa klarstellen: „Leicht ist das Studium nicht, aber es ist machbar. Niemand versteht wirklich viel am Anfang. Das ist eine universelle Erfahrung, die man schnell macht.“ Doch gerade dann ist es wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen, betont sie: „Du musst dich hinsetzen, nachbereiten und durchziehen. Besonders in den Klausurenphasen zählt Durchhaltevermögen.“ Mit einem klaren Ziel vor Augen, lässt sich die Motivation und Eigeninitiative leicht aufbringen. Louisa reizt aktuell die Arbeit mit erneuerbaren Energien. „Ich habe mir immer vorgestellt, mal einen Windpark aufzubauen – vielleicht klappt das ja irgendwann.“
Louisa engagiert sich auch privat für Klima und Umwelt. Daher ist es ihr besonders wichtig, viele Studieninteressierte ins Boot zu holen. „Wir brauchen mehr junge Leute, die Technik und Nachhaltigkeit verbinden wollen. Innovation ist der Schlüssel, um unsere Umwelt zu schützen und die Klimaziele zu erreichen. Deshalb hoffe ich, dass sich mehr Leute trauen, diesen Weg zu gehen, auch wenn er manchmal steinig ist.“