Arne Herdick und Kristina Kirsten absolvierten ihr Masterstudium in IT-Systems-Engineering auch schon am HPI. Dort forschen sie an einer ganz bestimmten Schnittstelle: „Uns hat die Verbindung zwischen Gesundheit und Informatik interessiert. Wir wollten das Informatikwissen sinnvoll anwenden.“ SensorHub ist ein Datensammeltool in Form einer App, mit der Gesundheitsdaten aufgezeichnet, synchronisiert und an einem Ort gespeichert werden können. Diese werden für Studien genutzt, die einen Zusammenhang zwischen verschiedenen Aspekten unseres Lebensstils und nicht übertragbaren Krankheiten wie Diabetes, chronischen Atemwegserkrankungen oder Schlaganfällen darstellen.
Kristina und Arne arbeiten mit noch leistungsfähigeren Wearables, als die, die wir kennen. Solche Sensoren können Bewegungsabläufe im Raum lokalisieren und eine Ganganalyse durchführen oder aus Audioaufnahmen Stimmen analysieren. Es gibt sogar Wearables, die anzeigen, wie gestresst eine Person ist. Dafür wird die Hautleitfähigkeit gemessen, ähnlich wie bei sogenannten Lügendetektoren. Das Projektteam untersuchte außerdem, wie sich Stress und alltägliche Situationen gegenseitig bedingen. Zur Auswertung wurden nicht nur die Messdaten, sondern auch in der App ausgefüllte Fragebögen hinzugezogen.
Neben groß aufgezogenen Studien werden auch kleinere Versuche durchgeführt. Arne weiß, worauf es bei den Versuchen ankommt: „Es ist spannend, sich bestimmte Daten im Alltag der Proband*innen anzugucken. Im Labor sind die Werte immer beeinflusst. Durch das Tragen der Wearables im Alltag können wir den Effekt umgehen.“ Kristina vermutet aber, dass SensorHub ein Forschungsprodukt bleiben wird: „Die Zukunft sieht aber eher so aus, dass SensorHub von Personen im Alltag genutzt wird, die für spezielle Studien rekrutiert werden. Am Ende wird es keine App für den ganz normalen Alltag sein.
„Es gibt zwei Arten von EntwicklerInnen: die Visionäre, die alles vorantreiben und die Tech-Profis, die tief drin sind und wissen, wie die Idee umzusetzen ist.“
Die Arbeit als Softwareentwicklerin macht Kristina besonders im Digital Health-Bereich Spaß. „Es gibt viel Potenzial und offene Fragestellungen, die außerhalb des Labors lauern, sowie zu entdeckende Zusammenhänge, die durch neue, tragbare Wearables möglich sind. In solchen Projekten findet man zwei Arten von Entwickler*Innen: die Visionäre, die alles vorantreiben und die Tech-Profis, die tief drin sind und wissen, wie die Idee umzusetzen ist“, betont die Doktorandin.